Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gegen Nazis

SchülerInnen der Tellkampfschule erinnern an die verbrecherische Bücherverbrennung der Nationalsozialisten

Gedenkplatte an Geibelbastion

Im Mai 1933 wurden Bücher von jüdischen, liberalen, pazifistischen und marxistischen AutorInnen verbrannt – ein nationalsozialistisches Verbrechen gegen die künstlerische und geistige Freiheit. Neben einem Grußwort von Stadtbezirksbürgermeister Lothar Pollähne zeigen die SchülerInnen der Tellkampfschule am Mittwoch (10. Mai) ab 16 Uhr an der Gedenkplatte an der Geibelbastion am Maschsee in Text und Musik ihre Präsentation zu den verbotenen AutorInnen und den „verbrannten“ Texten. Die Tellkampfschule hat nach jahrelangem Engagement die Patenschaft für die Erinnerung an die Bücherverbrennung übernommen.

VHS-Hannover

Ausstellung „Zwischen Harz und Heide. Todesmärsche und Räumungstransporte im April 1945“

Die Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover (VHS) zeigt in Kooperation mit dem Netzwerk Erinnerung und Zukunft vom 25. April bis zum 22. Mai 2017 die Wanderausstellung „Zwischen Harz und Heide. Todesmärsche und Räumungstransporte im April 1945“. Zur Eröffnung am Dienstag (25. April), 18.30 Uhr, im Foyer der VHS, Burgstraße 14, spricht Kulturdezernent Harald Härke ein Grußwort. Die Ausstellung wurde konzipiert von der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

Zur Ausstellung:

In den letzten Kriegswochen eskalierten die NS-Verbrechen – nun nicht mehr im vermeintlichen fernen „Osten“, sondern inmitten der deutschen Gesellschaft. Anfang April 1945, als sich von Westen her die US-Armee näherte, räumte die SS das KZ Mittelbau-Dora im Harz. In aller Hast verlud sie 40.000 Häftlinge in Viehwaggons oder trieb sie zu Fuß Richtung Norden. Etwa die Hälfte der Transporte endete im KZ Bergen-Belsen. Tausende Häftlinge, die die Befreiung schon vor Augen hatten, wurden während der Todesmärsche ermordet. Nach dem Krieg bemühten sich die Alliierten, die während der Todesmärsche begangenen Verbrechen aufzuklären. Die meisten Deutschen hingegen lehnten eine Auseinandersetzung mit dem Thema ab. Die Ausstellung verdeutlicht das Ausmaß der Gewalt während der Todesmärsche und zeigt, dass die Verbrechen in aller Öffentlichkeit begangen wurden. Zudem thematisiert sie das „Kasernenlager“ in Bergen-Hohne, das im April zur Unterbringung der Häftlinge aus Mittelbau-Dora als Nebenlager des KZ Bergen-Belsen genutzt wurde.

Zum Begleitprogramm:

2. Mai 2017 (Dienstag), 18.30 Uhr

Haus der VHS, Saal
Vortrag „Steinwürfe, Beschimpfungen und zugestecktes Brot – Verhaltensweisen der deutschen Bevölkerung gegenüber Gefangenen aus dem KZ Limmer“.
Referent ist Dr. Sebastian Winter.

9. Mai 2017 (Dienstag), 18.30 Uhr

Haus der VHS, Saal
Vortrag „Zur Errichtung der Stelen für die Todesmärsche – Mittelbau-Dora – Harzdurchquerung: Erfahrungen der Gedenkkultur“.
Referent ist Dr. Friedhart Knolle, Spurensuche Harzregion e.V.

16. Mai 2017 (Dienstag), 18.30 Uhr

Haus der VHS, Saal
Vortrag „Der Todesmarsch von Hannover nach Bergen-Belsen: Geschehen und Gedenken.
Referenten sind Rudolf Gutte, Wolfgang Schwenzer und Horst Dralle.

VHS-Hannover

Erscheinungsformen von Antisemitismus in der Türkei

Für die Mehrheit der türkischen Bevölkerung besteht kein Zweifel an der offiziellen Geschichtsschreibung. Dem zufolge haben Juden im Osmanischen Reich und in der Türkischen Republik gleichberechtigt gelebt und tun das heute noch. Weitverbreitet ist auch die Wahrneh­mung, die Türkei habe während des Holocaust viele Juden gerettet. Von Antisemitismus in Vergangenheit und Gegenwart könne deshalb in der Türkei nicht die Rede sein. Dabei waren und sind auch Juden als Nichtmuslime sowohl im Osmanischen Reich als auch in der modernen Türkei vielfacher Diskriminierung und Entrechtung ausge­setzt. Seit der Republikgründung 1923 bis in die Gegenwart bedient sich die Homogenisierungspolitik in der Türkei zunehmend auch des Antisemitismus.

Der Vortrag befasst sich mit den verschiedenen Erscheinungsformen des Antisemitismus in der Türkei, insbesondere den weitverbreiteten Verschwörungstheorien. Als roter Faden dient dabei die Frage, ob es sich bei dem Antisemitismus in der Türkei um eine importierte oder hausgemachte Ideologie handelt.

Referentin: Dr. Corry Guttstadt
Autorin, Historikerin und Turkologin, Hamburg

26. April 18.30 Uhr VHS Hannover (Saal), Burgstr. 14, 30159 Hannover

A-WA (Foto: Hassan Hajjaj)

Programm der Gedenkstätte Ahlem im September

Alexa Stiller (Foto: Oliver Feist - buero fuer neues denken)

Alexa Stiller (Foto: Oliver Feist – buero fuer neues denken)

Der deutsche Angriff auf Polen

Vortrag von Dr. Alexa Stiller

Termin: Donnerstag, 1. September, 19 Uhr
Ort: Haus der Region, Hildesheimer Straße 18, 30169 Hannover
Eintritt: frei

Die ersten Personen, die die deutsche Wehrmacht und die Sicherheitsorgane im Zuge der Besatzung Polens internierten, deportierten und ermordeten, waren so genannte Aufständische. Darunter subsumierten die militärischen und zivilen Dienststellen die gesamte polnische und jüdische Intelligenzija, d.h. nicht nur die staatliche, sondern auch die gesellschaftliche und religiöse Funktionselite. In den Fokus der Verfolgung gerieten

darüber hinaus Personen, die als „Deutschenhasser“ galten, in der Zwischenkriegszeit Zugewanderte und „rassisch Minderwertige“. In ihrem Vortrag verdeutlicht Dr. Alexa Stiller, wie diese Verfolgungsmaßnahmen mit den deutschen Annexions-, Germanisierungs- und Siedlungsinteressen zusammenhingen. Welche Formen der Massengewalt die verschiedenen deutschen Akteure (Militär, Einsatzgruppen, Zivilverwaltung, Hilfspolizei/„Volksdeutsche“, etc.) anwendeten, warum die frühen Massenerschießungen beendet wurden und welche Konsequenzen daraus für die weitere deutsche Besatzungsherrschaft erwuchsen, sind weitere Vortragsschwerpunkte.

Dr. des. Alexa Stiller ist wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Zeitgeschichte in globaler Perspektive am Historischen Institut der Universität Bern. Derzeit bereitet sie ihre Dissertation „Germanisierung und Gewalt: Nationalsozialistische Volkstumspolitik in den polnischen, französischen und slowenischen Annexionsgebieten, 1939-1945“ zum Druck vor.

A-WA (Foto: Hassan Hajjaj)

A-WA (Foto: Hassan Hajjaj)

Konzert mit A-WA

„Musik aus Israel“: Konzertreihe der Gedenkstätte Ahlem und radio leinehertz 106.5

Termin: Freitag, 2. September, 21 Uhr
Ort: Café Glocksee, Glockseestraße 35, 30169 Hannover
Eintritt: 16 Euro (VVK), 19 Euro (AK)
Tickets: 25Music, Lister Meile 25, 30161 Hannover und Rockers, Weckenstr. 1, 30451 Hannover

Die drei Schwestern Tair, Liron und Tagel Haim bilden die Gruppe A-WA (ägyptisch für Ja). Die Großeltern der drei Schwestern wanderten 1949/50 aus dem Jemen nach Israel ein. Der arabische Hintergrund ist der Musik von A-WA anzuhören. Die drei Schwestern besinnen sich auf ihr orientalisches Erbe und singen jemenitische Volkslieder, die über Generationen mündlich überliefert wurden, auf Arabisch. Ihr bekanntestes Lied „Habib Galbi“ ist eine Mischung aus traditioneller jemenitischer Musik mit Elektro- und Hip-Hop-Beats.

Uwe-Karsten Heye

Uwe-Karsten Heye

Initiative „Gesicht zeigen“

Vortrag von Uwe-Karsten Heye

Termin: Sonntag, 11. September, 15 Uhr
Ort: Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Eintritt: frei

Mit Beginn dieses Jahres haben sich Anschläge gegen Unterkünfte für Flüchtlinge vervielfacht. Daher ist die Stärkung der Zivilgesellschaft gegen zunehmenden Terror von Rechtsextremisten notwendiger denn je. Über die Arbeit des gemeinnützigen Vereins „Gesicht zeigen für ein weltoffenes Deutschland“ berichtet dessen langjähriger Vorsitzender Uwe-Karsten Heye. Der Verein wurde vielfach für seine Arbeit gegen Rechts ausgezeichnet, im Mai des Jahres erhielt er vom Zentralrat der Juden in Deutschland den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage.

 

Ehrenfriedhof am Maschsee

Gedenken zum Antikriegstag am Ehrenfriedhof Maschsee-Nordufer

Ehrenfriedhof am Maschsee

Ehrenfriedhof am Maschsee

Am Donnerstag (1. September) beginnt um 16 Uhr das Gedenken zum Antikriegstag am Ehrenfriedhof Maschsee-Nordufer, das die Landeshauptstadt Hannover zusammen mit der IG Metall den Opfern von Krieg und Gewalt widmet. Auf dem Ehrenfriedhof am Maschsee-Nordufer sind nach der Befreiung der Stadt Hannover 386 ehemalige Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge würdevoll beerdigt worden.

Zu der Gedenkfeier mit Bürgermeister Thomas Hermann und Dirk Schulze, Bevollmächtigter der IG Metall, stellen Mitglieder der IG Metall Jugend das Schicksal von Robert Salau vor. Salau ist nach bisherigen Erkenntnissen das einzige deutsche Opfer auf dem Ehrenfriedhof. Angehörige von Robert Salau werden an der Gedenkveranstaltung teilnehmen.

No Nazis

Start des interaktiven und multimedialen Projekts „Kein-Raum-für-Rechts.de“

Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt: „Kampf und Prävention gegen Rechtsextremismus gehören zu den demokratischen Kernaufgaben.“

Auf den ersten Blick sieht es aus wie das Zimmer eines gewöhnlichen Jugendlichen. Erst auf den zweiten Blick wird Besucherinnen und Besuchern klar, wo sie gelandet sind: mitten im Zimmer eines Neonazis. Das interaktive und online frei zugängliche Projekt „Kein Raum für Rechts!“ macht es möglich, virtuell in die Welt rechtsextremer Menschen einzutreten und rechtsextreme Symbolik wahrzunehmen, zu erkennen und zu deuten. Das dient als Basis, um sich gegen Rechtsextremismus abzugrenzen, zu intervenieren und sich für die Demokratie einsetzen zu können.

„Bei rechtsextrem Gesinnten herrscht die menschenverachtende Auffassung, dass Andersaussehenden, Andersgläubigen oder Andersdenkenden weniger Rechte zustehen. Unmenschlich ist allein schon, dass für sie die Zugehö­rigkeit zu einer Ethnie, Nation oder Religion über den Wert eines Menschen entscheidet. In einem demokratischen Staat ist deshalb die Bekämpfung und Prävention des Rechtsextremismus eine der Kernaufgaben“, sagt Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt. Um Analysen und Handlungsempfehlungen im Hinblick auf Rechtsextreme entwickeln zu können, müsse das Phänomen zunächst wahrgenommen und als problematisch bewertet werden, damit Menschen nicht schleichend in die rechtsextreme Szene hinein rutschen, so Rundt. „Mindestens genauso wichtig wie Aussteigerprogramme sind Präventions- und Aufklärungsprogramme, in denen das Demokratieverständnis gestärkt wird. Dazu zählt auch das interaktive Zimmer“, betont Ministerin Rundt.

Die Zielgruppe von Kein-Raum-für-Rechts.de ist auch die größte Zielgruppe der Neonazis selbst: junge Menschen. Die Website mit videospielähnlichem Charakter ist auf Jugendliche zugeschnitten: interaktiv, multimedial und für das Smartphone optimiert. Die User können selbst Fragen zum Thema stellen, jede Menge Fotos und Filme schauen, rechte Musik erkennen lernen und weiterführende Texte lesen. „Wir erreichen die Jugendlichen da, wo sie mit rechter Hetze in Kontakt kommen: Online und meist direkt über das Smartphone“, unterstreicht Ministerin Rundt.

Das Zimmer umfasst 20 Quadratmeter mit echten Nazi-Fanartikeln: Hakenkreuzfahne, Rechtsrock-CDs, Klamotten, Buttons und Bücher. „Alles in dem Zimmer ist echt. Außer den Waffen natürlich“, sagt der Projektleiter Reinhard Koch vom Zentrum Demokratische Bildung (ARUG/ZDB). „Die User können sich selbst durch das interaktive Zimmer klicken und so direkt erfahren, wie Neonazis und Rechtsextreme in den eigenen vier Wänden leben.“

Für die Inhalte des Neonazi-Zimmers ist die renommierte Buchautorin und Journalistin Andrea Röpke verantwortlich. „Um das Neonazi-Zimmer möglichst realitätsnah einzurichten, haben wir Informationen über polizeiliche Hausdurchsuchungen bei Neonazis zusammengetragen“, sagt Röpke. Seit über einem Jahrzehnt dokumentiert sie zusammen mit einem kleinen Team Neonazi-Demonstrationen, beobachtet geheime Treffen und spricht mit Aussteigerinnen und Aussteigern der Neonazi-Szene. „Die wichtigsten Fragen bei dem Projekt waren: Wie sehen die Räume von Nazis aus? Wie leben Nazis privat?“ Als Vorlage dienten auch die Jugendzimmer der Mitglieder des sogenannten NSU.

Das interaktive Zimmer ist im Rahmen des vom Niedersächsischen Sozialministerium geförderten Projekts „Frauen im Rechtsextremismus“ entstanden und hat neben den Jugendlichen auch Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Jugendarbeit, im Sport, in der Schule sowie die Gleichstellungsbeauftragten und Beraterinnen bzw. Berater der Familienberatung als weitere Zielgruppen.

www.kein-raum-für-rechts.de

Spielszene aus Ucieczka-Flucht

Dokumentartheater: Ucieczka-Flucht

Ucieczka-FluchtDokumentartheater reist im Güterzug von Polen nach Niedersachsen
Aufführungen am Güterbahnhof Hannover-Linden

Der Zweite Weltkrieg vertrieb Millionen von Menschen aus ihrer Heimat. Das Theater Das Letzte Kleinod ging zusammen mit dem polnischen Theater Gdynia Glowna auf Spurensuche in Russland, Polen und Deutschland und befragte Zeitzeugen, wie sie als Kind ihre Flucht erlebt haben. Aus den Geschichten entstand ein dokumentarisches Theaterstück, das in diesem Sommer in einem Güterzug an zehn Bahnhöfen in Polen und Deutschland gespielt wird. Vom 13. bis 15. August 2016 gastiert der Theaterzug am Güterbahnhof von Hannover-Linden.

Der junge Rotarmist sollte ein Lebensmittellager in der Nähe der umkämpften Stadt Berlin bewachen. Aber er verteilte das Dosenfleisch stattdessen an die hungernden Flüchtlinge. Ein russisches Mädchen flüchtete mit ihrer Familie vor den Deutschen aus dem zerstörten Waldai und bekam schließlich eine Wohnung in Königsberg zugewiesen. Doch zuerst mussten sie ein totes Pferd zur Seite schaffen, das im Treppenhaus des neuen Quartiers lag. Eine Frankfurterin hatte als kleines Kind miterlebt, wie sich die komplette Belegschaft eines Gutshofes in Ostpreußen auf dem Dachboden der Scheune aufhängte. Auch ihre eigene Mutter nahm sich dabei das Leben. Das sind nur drei von Dutzenden von Geschichten, welche die Theatermacher auf ihrer Recherchereise sammelten.

Spielszene aus Ucieczka-Flucht

Spielszene aus Ucieczka-Flucht

Noch heute sind diese Erlebnisse bei der älteren Generation allgegenwärtig. Zeitzeugen in Kaliningrad, Gdynia, Frankfurt/Oder und Niedersachsen erzählten von ihren traumatischen Erinnerungen. Oft waren diese Gespräche von Tränen begleitet. Das erstaunt kaum, denn eine Aufarbeitung fand nach dem Ende des Krieges nicht statt. Jetzt sollen diese Erzählungen an einem Ort inszeniert werden, der wie kein anderer für die Geschichte der Flucht steht. Fast jeder der Zeitzeugen erzählte von tagelangen Transporten auf der Eisenbahn. Das Stück wird deshalb in vier alten Güterwaggons aufgeführt, die für das Theaterstück von einer slowakischen Bahngesellschaft angemietet wurden. Die Aufführungen finden an zehn Güterbahnhöfen zwischen Pommern und Niedersachsen statt. Die Stadt Hannover steht in besonderer Beziehung zum ehemaligen Ostpreußen. Nach dem Krieg gehörte Niedersachsen zu den Hauptansiedlungsgebieten von Geflüchteten aus Ostpreußen. Von Hannover aus wurden die Flüchtlinge in das ganze Land verteilt.

Die Theatervorstellung „Ucieczka-Flucht“ wird am 13., 14. und 15. August 2016 jeweils um 19:00 und um 20:30 Uhr am Güterbahnhof Hannover-Linden (Zufahrt über Fischerhof) gespielt. Da die Anzahl der Sitzplätze begrenzt ist, wird eine vorige Reservierung empfohlen. Tickets und weitere Informationen gibt es unter www.das-letzte-kleinod.de. Das Projekt wird von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, vom MWK Niedersachsen und von der Stiftung Niedersachsen gefördert. Das Theater Das Letzte Kleinod hat sich mit dokumentarischen Stücken an originalen Spielorten international einen Namen gemacht. Die Projekte werden mit dem Ozeanblauen Zug, einer mobilen Produktionsstätte mit neun eigenen Eisenbahnwaggons ausgeführt. In diesem Jahr wurde das Theater mit dem Theaterpreis des Bundes von der Staatsministerin für Kultur und Medien ausgezeichnet.

VHS-Hannover

„Flucht, Asyl, Rassismus“ – Veranstaltungsreihe in der VHS

Die Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover (VHS), Burgstraße 14, setzt im Herbstsemester die Veranstaltungsreihe „Flucht, Asyl, Rassismus – Fremdenfeindlichkeit in der Mitte der Gesellschaft“ fort. Vom 16. September 2016 bis zum 18. Januar 2017 bietet die VHS in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie und dem Institut für Soziologie an der Leibniz Universität Hannover Vorträge sowie eine gesonderte Seminarreihe unter dem Titel „Hass ist Hass und bleibt Hass. Wie entwickeln sich rassistische Gefühle?“ an.

Seminarreihe

Referent der Seminarreihe ist Dr. Sebastin Winter, Sozialpsychologe und Historiker. Derzeit arbeitet er an der Universität Bielefeld zu den Themen Geschlechtergeschichte des Nationalsozialismus, Geschlechtertheoretische Sozialisationstheorie sowie Sozialpsychologie von Gemeinschafts- und Feindbildungsprozessen. Er ist Mitkoordinator der AG Politische Psychologie. Die Seminarreihe findet in Raum 216 der VHS statt; eine Anmeldung zur Seminarreihe oder zu den einzelnen Veranstaltungen unter PolitischeBildung.vhs@hannover-stadt.de wird erbeten. Folgende Termine sind vorgesehen:

16. September (Freitag), 18 Uhr
„Verbreitung rassistischer Einstellungen“

7. Oktober (Freitag), 18 Uhr
„Milgram und andere Experimente“

21. Oktober (Freitag), 18 Uhr
„Autoritarismus“

3. November (Donnerstag), 18 Uhr
„Massenpsychologie und Projektion“

18. November (Freitag), 18 Uhr
„Rassismus als Erlebnisangebot“

2. Dezember (Freitag), 18 Uhr
„Extrem rechte Geschlechterbilder“

Vortragsreihe

Die Vortragsreihe mit wechselnden ReferentInnen findet statt im Saal der VHS, erstes Obergeschoss. Die Teilnahme ist kostenlos.

26. Oktober (Mittwoch), 18.30 Uhr
„Wir sind das (Herren-)Volk – Über Spuren des Nationalsozialismus im völkischen Denken von AfD und Pegida“
Referent: Prof. Dr. Rolf Pohl, Leibniz Universität Hannover, Moderation: Arzu Altug, VHS

16. November (Mittwoch), 18.30 Uhr
„Einheitsglaube und Verschiedenheit – ‚Identität‘ als Kitt der ‚neuen Rechten‘“
Referent: Jens Ihnen, Sozialpsychologe (M.A.), Moderation: Prof. Dr. Rolf Pohl, Leibniz Universität Hannover

7. Dezember 2016 (Mittwoch), 18.30 Uhr
„Ethnizität als reale Fiktion – Kulturalistische Konstruktion und Organisation sozialer Ungleichheit“
Referentin: PD Dr. Nina Clara Tiesler, Leibniz Universität Hannover, Moderation: Prof. Dr. Rolf Pohl, Leibniz Universität Hannover

18. Januar 2017 (Mittwoch), 18.30 Uhr
„Geflüchtete Kinder und Jugendliche – Pädagogisches Arbeiten im sequentiell traumatischen Prozess“
Referent: Christoph Müller, Leibniz Universität Hannover, Moderation: Prof. Dr. Rolf Pohl, Leibniz Universität Hannover

Polizei

Zeugenaufruf! Unbekannte beschmieren Wand und Garagen mit verfassungswidrigen Symbolen

Die Polizei sucht Zeugen, die in der Nacht zu heute, 12.07.2016, verdächtige Beobachtungen sowohl an der Hagenstraße (Mitte) als auch an der Voltmerstraße (Hainholz) gemacht haben. An beiden Örtlichkeiten haben bislang Unbekannte Objekte mit verfassungswidrigen Symbolen beschmiert.

Hagenstraße, 30161 Hannover: Im Zeitraum von gestern, 18:00 Uhr, bis heute, gegen 07:00 Uhr, hatten die Täter vier rote Garagentore mit jeweils einem verfassungswidrigen Zeichen in schwarzer Farbe beschmiert. Ein Anwohner informierte die Polizei, nachdem er auf die Verunglimpfungen aufmerksam geworden war.

Voltmerstraße, 30165 Hannover: Ein Verantwortlicher meldete der Polizei am heutigen Tag, gegen 05:00 Uhr, eine durch ein verfassungswidriges Symbol sowie einen Smiley verunstaltete Außenfassade eines an der Voltmerstraße ansässigen Sportvereines. Unbekannte hatten die Bilder in der Nacht zu heute, ab 00:00 Uhr, in blauer Farbe an die Wand gesprüht.

In beiden Fällen kümmern sich die Gebäudeverwalter um die baldige Entfernung der Zeichen.

Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen, die in den genannten Bereichen verdächtige Beobachtungen gemacht haben und Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0511 109-5555 mit dem Kriminaldauerdienst in Verbindung zu setzen. /zim, now

Diskussion im Rathaus am 20. Juni zum „Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“

Die Landeshauptstadt begeht den Internationalen Weltflüchtlingstag/„Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ mit einer zentralen Veranstaltung im Neuen Rathaus. Die städtische Erinnerungskultur lädt zu einer Gesprächsrunde am Montag (20. Juni) mit Menschen ein, die selber einen Flüchtlingshintergrund haben oder sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Die Diskussion anlässlich des bundesweiten Gedenktags beginnt um 17 Uhr mit der Eröffnung von Bürgermeisterin Regine Kramarek und einem Impulsreferat des Sozialphilosophen Prof. Dr. Oskar Negt. Bis 19 Uhr stehen dann historische und aktuelle Fluchtsituationen sowie die Probleme und Möglichkeiten der Integration und des „Lebens in der Fremde“ im Gobelinsaal im Mittelpunkt.

Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Vanessa Krukenberg, You & Culture. Zur Überwindung sprachlicher Barrieren ist eine Übersetzerin anwesend.

TeilnehmerInnnen:

Zusammen mit betreuten Flüchtlingen nehmen unter anderem teil: Songül Dereköy, Caritasverband Hannover e.V., Parisa Hussein-Nejad, Internationaler Kultureller Jugend Austausch e.V., Natalia Beckmann, Koordinationsstelle IntegrationslotsInnen und Projekt „Qualifizierte Flüchtlinge ins Studium“.

Zum „Gedenktag für Opfer von Flucht und Vertreibung“:

Der vom Bundeskabinett 2014 beschlossene bundesweite „Gedenktag für Opfer von Flucht und Vertreibung“ wird seit dem 20. Juni 2015 jährlich begangen und orientiert sich terminlich und inhaltlich eng am Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen (immer am 20. Juni). Bei der lokalen Umsetzung des Gedenktags durch die Städtische Erinnerungskultur stehen in diesem Jahr die aktuelle Situation von Flüchtlingen in Hannover sowie die Fragen nach Möglichkeiten einer gelungenen Integration und Willkommenskultur im Vordergrund.

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