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Verein Sprengel-Fabrik e.V. wird gegründet

Im Stadtteilzentrum Nordstadt konstituiert sich am 12. Juli 1989 der „Verein Sprengel-Fabrik e.V.“ als Träger eines möglichen Alternativprojekts im ehemaligen Sprengel-Fabrikgebäude an der Schaufelder Straße. Rat und Verwaltung haben damit wieder einen Ansprechpartner.

Das Sprengelgelände ist ein linksalternatives Karree im Stadtteil Nordstadt in Hannover. Es entstand auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Schokoladenfabrik Sprengel, das in den 1980er Jahren besetzt wurde und sich zu einem Zentrum des politischen Aufstands entwickelte. 1983 wurde die ehemalige Schokoladenfabrik Sprengel zum ersten Mal besetzt, doch bald darauf wieder geräumt. 1987 erfolgte eine zweite Besetzung. Das 16.000 Quadratmeter große Gelände war zu diesem Zeitpunkt total heruntergekommen, die Gebäude marode, die Fensterscheiben eingeworfen. Die Besetzer richteten in Eigeninitiative alles so weit wieder her, dass sie dort leben konnten. Nach kurzer Zeit waren sie auf 50 Bewohner angewachsen und richteten nicht nur das Wohnhaus, sondern auch Ateliers, Werkstätten und Kneipen ein. Sie erfuhren Sympathie und Unterstützung seitens der Nachbarn und wollten offene Strukturen schaffen, in denen jeder Mensch willkommen war – eben ein Sprengel für alle. Doch die Auseinandersetzungen spitzten sich teils massiv zu, Sprengel wurde mit der Hafenstrasse in Hamburg verglichen und CDU-Politiker*innen kandidierten mit dem Versprechen der Räumung. Letztendlich war nach Verhandlungen und Auseinandersetzungen, die sich über Jahre hinzogen, durch Unterstützung aus dem Stadtteil eine Legalisierung für einen Teil der besetzten Gebäude durchsetzbar.

Bildquellen:

  • Kalenderblatt: www.hannover-entdecken.de