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Wasserstadt Limmer – Fertigstellung der ersten Gebäude des ersten Bauabschnitts

Überreste der ehemaligen Reifen- und Gummiproduktefabrik der Continental AG, Werk Limmer

Überreste der ehemaligen Reifen- und Gummiproduktefabrik der Continental AG, Werk Limmer

Auf dem Gelände der Wasserstadt Limmer schreiten die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt kontinuierlich voran. In Kürze werden die ersten Wohnungen von insgesamt 550 im ersten Bauabschnitt bezugsfertig sein und das zukünftige Wohnquartier nimmt zunehmend Form an. Für den zweiten Bauabschnitt werden in einem konkurrierenden Verfahren zurzeit städtebauliche Entwürfe erarbeitet, die im Weiteren in einem umfangreichen öffentlichen Beteiligungsverfahren zur Diskussion gestellt werden.

Stadtbaurat Thomas Vielhaber und Günter Papenburg, Vorstandsvorsitzender der GP Günter Papenburg AG, haben heute (27. September) einen Überblick über den derzeitigen Stand der Bauarbeiten im ersten Bauabschnitt (BA) sowie einen Ausblick zu kommenden Maßnahmen gegeben. „Die Wasserstadt Limmer ist das größte innenstadtnahe Bauprojekt Hannovers und somit ein bedeutender Schritt Richtung Zukunft. Wir schaffen dringend benötigten Wohnraum in einem gut durchmischten, lebendigen Quartier mit hoher Lebensqualität. Ich freue mich, dass die Wasserstadt nun bereits erste Formen annimmt und Leben in die Gebäude einkehrt“, so Stadtbaurat Thomas Vielhaber. Günter Papenburg pflichtete ihm bei und sprach von „einem weiteren Meilenstein in der Geschichte der Wasserstadt Limmer“. „Ich beabsichtige die weitere Entwicklung der Wasserstadt Limmer mit anerkannten großen Partnern und in Abstimmung mit den Bürgern von Limmer umzusetzen. Mit der Wasserstadt Limmer soll nach Bauende ein Vorzeigeobjekt für Hannover entstehen“, so Papenburg weiter.

Als erster Baustein der Wasserstadt wird in Kürze das Baufeld 13 fertiggestellt werden. Es umfasst 57 Wohneinheiten inklusive fünf Reihenhäusern und eine Kita. Die ersten Bewohner*innen werden ab dem 1. November einziehen. Bereits ab 1. Oktober wird die „KITA in der Wasserstadt“ in den Betrieb gehen. Betreiberin ist die Maschseekinder gemeinnützige GmbH. Sie bietet Platz für bis zu 105 Kinder mit zwei Krippen- und drei Kindergartengruppen. Derzeit sind noch freie Plätze verfügbar. Zur Anmeldung kann das städtische Portal unter www.kinderbetreuung-hannover.de/webkita genutzt werden.

Zurzeit erfolgen zudem Bauarbeiten an der Grundschule Kastanienhof, um diese zu erweitern. Sie wird von zwei auf vier Züge ausgebaut. Der erste BA geht im Herbst in den Betrieb und umfasst unter anderem Mensa, Sporthalle, Verwaltung sowie zwei Unterrichtsräume. Die Fertigstellung der weiteren BA (Bestandssanierung) ist für Ende 2022 geplant.

Über den ersten Bauabschnitt

Der erste BA umfasst eine Grundstücksgröße von rund 87.000 Quadratmetern und ist in 14 verschiedene Baufelder aufgeteilt. Diese enthalten verschiedene Nutzungsbausteine: Neben Miet- und Eigentumswohnungen, auch in Form eines Baugruppenprojektess, sowie der Kita werden unter anderem Einheiten für Betreutes Wohnen sowie ein umfassendes Angebot an Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie realisiert. Insbesondere in Richtung des Uferparks ist eine Ausweitung der Freiräume vorgesehen, die durch Kopfbauten einen Rahmen und Orientierungspunkte erhalten. Durch die gewählte Struktur werden Durchblicke zum Ufer ermöglicht. Insgesamt entstehen so rund 550 Wohneinheiten.

Im ersten Bauabschnitt entstehen insgesamt 96 geförderte Wohnungen, davon 23 mit Belegrechten. Somit ist die vereinbarte Quote von 20 Prozent geförderten Wohneinheiten gemäß dem städtebaulichen Vertrag mit 23 Prozent leicht übererfüllt.

Uferpark entlang des Leineabstiegskanals und KZ Gedenkort

Begleitend zur neuen Wohnbebauung der Wasserstadt Limmer wird der Uferpark entlang des Leineabstiegskanals entstehen. Bauherr*innen sind die Wasserstadt Limmer Projektentwicklung GmbH in Kooperation mit dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der LHH. Die Planung des Parks wird vom Büro chora blau Landschaftsarchitektur übernommen. Für den Uferpark wurde im Juli 2021 eine Bürger*innenbeteiligung durchgeführt. Die Ergebnisse fließen aktuell in die Planung ein.

Der barrierefreie Park soll den Übergang vom Neubaugebiet zum Ufer des Leineabstiegskanals bilden und das Wohnareal mit dem überörtlichen Rad- und Gehwegenetz sowie dem Grünraum des Fließgewässers verbinden. Im ersten Bauabschnitt beginnt der Teilbereich des Parks an der Brücke am Leineabstiegskanal und endet am Bestandsquartier an der ‚Sackmannstraße‘. Südlich des ‚Schleusenwegs‘ mit seiner naturbelassenen Baumkulisse wird ein Parkweg verlaufen, der hauptsächlich für den fußläufigen Verkehr ausgelegt ist. Er wird die aus dem neuen Quartier kommenden Stichwege aufnehmen und die Fußgänger*innen weiter nach Westen zur Straße ‚Zur Wasserstadt‘ bzw. nach Osten zum Wohnquartier an der ‚Sackmannstraße‘ führen.

Böschungen, Sichtschutzhecken und Pflanzbeete entlang der Wege sollen Privatsphäre für die Bewohner*innen schaffen und zugleich eine freie öffentliche Erholungsnutzung für die Parkbesucher*innen ermöglichen. Sitznischen sollen Verweilmöglichkeiten und einen Ausblick auf bunte Gräser- und Blumenwiesen bieten, die auch artenreiche Habitate für Insekten darstellen. Zudem sollen ein Bolzplatz und mehrere Spielflächen für sportliche Aktivitäten entstehen. Südlich davon schließt der ‚Grüne Finger‘ als erweiterte Parkfläche entlang der Straße ‚Zur Wasserstadt‘ an. Auch er bietet Spiel- und Verweilmöglichkeiten.

Am östlichen Parkeingang wird der Gedenkort des ehemaligen Frauen-KZ ContiLimmer einen besonderen Kommunikations- und Treffpunkt bilden. Durch ein Absenken des Geländes auf das Niveau der 1940er Jahre soll die Wahrnehmung für die Vergangenheit des Ortes gestärkt werden. Auch für den Gedenkort ist eine Beteiligung in Vorbereitung. Der Baubeginn für den Uferpark und den Gedenkort ist für Anfang 2022 geplant.

Bürger*innenbeteiligung im zweiten Bauabschnitt

Aus den Erfahrungen des Verfahrens um den ersten Bauabschnitt wurde für den zweiten BA ein Entwurfsprozess entwickelt, der die im ersten BA bereits angewandten, deutlich über rechtliche Anforderungen hinausgehenden Beteiligungsmöglichkeiten noch ausweitet: Drei interdisziplinär besetzte Teams entwickeln konkurrierende städtebauliche Vorschläge und präsentieren diese in einer Zwischen- und Endpräsentation der Öffentlichkeit. Die Aufgabenstellung wurde am 1. Juli an die Teams versandt. Die öffentliche Zwischenpräsentation wird am 3. Dezember, die öffentliche Endpräsentation am 3. Februar 2022 ab 18 Uhr in der Aula der Grundschule Albert-Schweitzer-Schule stattfinden.

Im Anschluss daran fällt eine Jury, in der auch die Ratspolitik vertreten ist, in Kenntnis der öffentlichen Beurteilung ihre fachliche Entscheidung. Diese Entscheidung wird auch dem Rat zur Entscheidung vorgelegt. Anschließend wird der ausgewählte Entwurf am „Runden Tisch“ zu einem Funktionsplan qualifiziert. Erst danach wird der Plan den Gremien für den Auslagebeschluss und später in Form eines Bebauungsplanentwurfes für den Satzungsbeschluss zur Beschlussfassung vorgelegt.

Hintergrundinformationen zur Historie

Zur Entwicklung und Bebauung des Geländes wurde 2013 die Wasserstadt Limmer Projektentwicklung GmbH als Gemeinschaftsunternehmen der Günter Papenburg AG und der Volksbank BraWo Projekt GmbH gegründet.

2013 erfolgte der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan zum ersten Bauabschnitt. Für den gesamten Planbereich der Wasserstadt Limmer wurden seit Beginn des Bauleitplanverfahrens drei frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligungen durchgeführt, die letzte davon im Sommer 2015. Diese frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung fußte auf den Ergebnissen einer umfangreichen Bürger*innenbeteiligung mit insgesamt acht öffentlichen Veranstaltungen in den Jahren 2014 und 2015. Hier wurden die Rahmenbedingungen inklusive der 102 Planungsziele für das gesamte Plangebiet diskutiert und festgelegt.

Für die konsequente Einhaltung der Qualitätsstandards wurden durch den Bebauungsplan, einen städtebaulichen Vertrag, die Installation eines Qualitätsteams und eines Gestaltungsleitfadens klar definierte Leitplanken gesetzt. Anfang 2017 wurde der Bebauungsplan für den ersten Bauabschnitt rechtskräftig. Im allgemeinen Wohngebiet sind hauptsächlich Wohnnutzungen vorgesehen. Gemäß dieser Vorgaben begann 2017 die Objektplanung für die Wasserstadt Limmer.

Bis 2017 wurden die leerstehenden Produktionsgebäude zurückgebaut und umfangreiche Sanierungen des schadstoffbelasteten Bodens durchgeführt. Erhalten blieben die denkmalgeschützten historischen Gebäude entlang der Wunstorfer Straße und des Stichkanals Linden. Der 50m hohe Wasserturm als zentrales Element des ehemaligen Werksgeländes wurde als Wahrzeichen der neuen Wasserstadt bereits 2016 aufwendig saniert. Die Erdarbeiten im Bereich des schadstoffbelasteten Bodens im ersten BA wurden durch einen externen Gutachter überwacht.

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