Corona Impfung – so sehnsüchtig erwartet

Corona Impfung

Hey hallo, gestern war der große Tag, den ich so lange herbei gesehnt habe. Aber von vorne :-). Letzte Woche kam der Anruf, auf den ich schon so lange gewartet habe. Eigentlich schon länger als es überhaupt realistisch wäre, dass er kommt. Ich war gerade auf dem Heimweg vom Lager. Wenn das Kind länger arbeitet als ich, laufe ich nach Hause. Das sind knapp 10 Kilometer. Auf Höhe des Maschsees klingelte das Phone: „Guten Tag Frau Brandau, haben Sie nächste Woche Zeit für Ihre Corona Impfung?“ Meine Hausarzt-Praxis war dran. Ich war ganz euphorisch und mußte es gleich allen möglichen Leuten erzählen. In meinem Freundeskreis sind schon einige geimpft, und ich habe mich mit jedem einzelnen gefreut. Und nun sollte ich an der Reihe sein, ich. YAY.

Möchtest du dich auch impfen lassen? Für mich war das vom ersten Tag an klar, dass ich das machen möchte. Aufgrund meines Asthmas ist die Chance auf einen schweren Verlauf groß. Deshalb habe ich seit über einem Jahr fast keine persönlichen Kontakte mehr. Mein größtes Risiko ist die ganze Zeit das Kind gewesen. Aber ich habe es natürlich trotzdem lieb :-).

Er hatte fast immer Schule. Mit dem Kurssystem funktionieren aber die Szenarien, die Kohorte zu verkleinern, nicht wirklich. Er hatte also in den letzten Monaten täglich 70-80 Kontakte alleine in der Schule. Krass oder? Natürlich gab es in der Zeit immer wieder positive Fälle und die eine oder andere Quarantäne-Anordnung. Um sicher zu gehen, leben wir zwar zusammen aber auf Abstand. Es ist schwierig, und ich bin es ehrlich gesagt Leid.

Ich weiß natürlich, dass ich damit nicht alleine stehe. Und ich weiß auch, dass es vielen schlechter geht als mir. Mein Kind ist groß, braucht keine Betreuung mehr. Er ist mit dem Distanzunterricht gut klar gekommen, hat ihn sogar freiwillig gewählt, als es die Wahlmöglichkeit gab. Mein Unternehmen kommt gut durch die Corona-Zeit. Ich kann meine Arbeitszeit frei einteilen und alleine arbeiten, ohne physische Kontakte zu haben. Homeoffice geht ja hier nicht, obwohl ich auch an dieser Sache arbeite :-). Ich habe gute und enge Freunde … auch in der Pandemie. Natürlich ist es hier genauso wie überall, nicht alle Freundschaften überleben die Pandemie. Aber so ist das Leben nun mal. Vermutlich wäre das auch ohne Pandemie passiert. Aber vielleicht hätte ich ohne die Pandemie nicht den Wert der richtig guten Freundschaften erkannt, sondern sie als selbstverständlich hingenommen.

Ich kann der Corona-Zeit durchaus Positives abgewinnen. Im letzten Jahr habe viel über die Menschen gelernt, die mir wichtig sind. Ich habe viel über mich gelernt und mich weiterentwickelt. Ich empfinde das Jahr als Geschenk mit meinem Kind. Mal ehrlich ohne Corona hätte er bestimmt mehr Zeit mit seinen Freunden als mit mir verbracht :-). Nicht dass ich ihm das nicht gegönnt hätte. Aber nun sind wir bereit für das, was als nächstes kommt.

Nichtsdestotrotz freue ich mich auf das, was mit der Impfung kommt. Vorallem freue ich mich darauf, wieder zwischen Brabant und Hannover pendeln zu dürfen. Und darauf den einen oder anderen Menschen in den Arm zu nehmen. Natürlich nicht jeden und Hände werde ich auch keine schütteln. Das habe ich eh nie gerne gemacht. Aber ich möchte Menschen, die mir nahe stehen, wieder umarmen und werde das nach der zweiten Impfung riskieren.

Die erste Spritze habe ich nun gestern gekommen. Die Sprechstundenhilfe fragte mich vor der Impfung, ob alles ok wäre oder ob ich es mir anders überlegt hätte. Ich würde so ernst gucken. Ehrlich, ich habe mich so darauf gefreut. Aber so ein bisschen bange war mir dann so kurz vorher schon. Da versuchst du über ein Jahr lang, dem Virus aus dem Weg zu gehen und dann läßt du dir eine Spritze geben und kommst dem Virus so nah wie noch nie. Naja, ganz richtig ist das ja nicht, weil das ja kein Lebendimpfstoff ist.

So oder so, ich habe es natürlich durchgezogen, weil ich glaube, dass die Corona Impfung der einzige Weg raus aus dieser Pandemie ist. Ich war schlapp und müde nach der Impfung, habe arg gefroren. Heute hänge ich auch noch etwas durch. Aber ich habe nicht mehr den ganzen Tag schlafen müssen, war sogar ein paar Stunden im Lager. Heute überwiegt definitv wieder die Freude, dass ich jetzt zum ersten Mal geimpft bin. Im Impf-Aufklärungsbogen wurde übrigens eine App vom Paul-Ehrlich-Institut empfohlen, in der nach eventuellen Nebenwirkungen gefragt wird. Ich habe sie runtergeladen und meine Daten gerne geteilt.

Haha, schöner Fun-Fact: in meinem Impfpass war nach 50 Jahren nur noch eine Zeile für Eintragungen frei. Die Praxis meinte, es wäre besser, wenn beide Impfungen in einem Pass wären. Also habe ich jetzt einen niegelnagelneuen Impfpass und fühle mich wie jemand, der einen gefälschten Pass im Internet gekauft hat. Mal sehen, wie oft ich das jetzt gefragt werde :-).

Ich drücke allen die Daumen, die auch eine Corona Impfung wollen, dass sie bald einen Termin bekommen.

 

Dag Bianca

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