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Anpassungsstrategie zum Klimawandel für die Landeshauptstadt Hannover

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Weltweit ist die Durchschnittstemperatur um zwei Grad angestiegen, in dicht bebauten Stadtvierteln in Hannover liegt sie um drei bis vier Grad höher als heute.

"Schon seit zwei Wochen sinkt das Thermometer in den Städten Norddeutschlands nachts nicht unter 20 °C, doch das Wetter ist ganz gut auszuhalten, nervig sind nur die Verwandten, die sich gestern bei uns einquartiert haben. Sie sind aus Hitzenhausen geflüchtet, um der drückenden Schwüle in ihrer Stadt zu entgehen und wieder mal einige Nächte gut zu schlafen. Bei uns hier in der Nordstadt ist die Situation ganz erträglich. Obwohl wir keine Klimaanlage haben und so die sehr teure Energie dafür sparen, ist es durch die Super-Dämmung und die außen liegende Verschattungselemente relativ kühl im Haus. Seit alle Flachdächer ein Gründach bekommen haben und viele Fassaden begrünt wurden, ist das Klima in unserem Stadtteil recht gut und man kann auch tags rausgehen, das Wasser an den zahlreichen Brunnen genießen und unter den vielen schattenspendenden Bäumen spazieren gehen.

Was bin ich froh, dass die Bäume bei uns trotz der anhaltenden Hitze noch so vital aussehen, während bei unseren Verwandten schon viele eingegangen sind. Sicher liegt es daran, dass unsere Stadt im Gegensatz zu anderen Städten schon vor vielen Jahren damit begonnen hat, bei Neupflanzungen Arten zu wählen, die Trockenheit und Wärme gut vertragen. Außerdem wurden auch bei den vorhandenen Bäumen die Wurzelräume vergrößert und verbessert, so dass ihnen jetzt viel mehr Wasserspeichervolumen zur Verfügung steht. Denn regnen tut es ja auch im heißen Sommer, dann aber so heftig, dass Sturzbäche die Straßen hinab laufen und über die Gullys hinweg schießen. Zum Glück hatte die Stadt dies offensichtlich schon seit Jahrzehnten mit eingeplant, so dass das meiste Regenwasser auf dafür vorgesehene Überflutungsflächen geleitet wird und die Keller nicht überschwemmt. Ist das Wasser wieder weg, stehen uns die Grünflächen und die Parkplätze wie gewohnt wieder zur Verfügung.

Schön, dass unsere Eltern schon vor 40 Jahren ein Aktionsprogramm zu Anpassungsstrategien beim Klimawandel beschlossen haben und unsere Lebensqualität heute genauso hoch ist wie damals!"


Dieser Tagebucheintrag aus dem Jahr 2052 verdeutlicht einen Ausschnitt aus dem Aktionsprogramm, dass die Stadt mit ihrer Anpassungsstrategie zum Klimawandel am 7. Mai 2012 im Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen vorgestellt hat und das in den kommenden Jahren konkretisiert und umgesetzt werden soll. Dachbegrünung, klimaangepasste Vegetation, Hochwasserschutz, Regenwassermanagement, klimaangepasste Stadtplanung und Architektur begleitet von einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit gehören zu den Themenfeldern dieses Aktionsprogramms. Wirtschafts- und Umweltdezernent Hans Mönninghoff: "Wir müssen weiter alles zum Klimaschutz und zur Energieeinsparung tun, gleichzeitig uns aber parallel auf den Klimawandel einstellen. Er wird zwar erst Mitte des Jahrhunderts richtig spürbar werden, aber es ist bereits heute wichtig, dass wir schon jetzt die zu erwartenden Veränderungen im Blick haben und entsprechende Anpassungsmaßnahmen in die Wege leiten."

Das Aktionsprogramm "Anpassungsstrategie zum Klimawandel für die Landeshauptstadt Hannover" ist nachzulesen im Internet im Sitzungsmanagement der Landeshauptstadt Hannover.

 

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