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Stadttafel Herschel Grünspan am Historischen Museum Hannover enthüllt

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Kultur- und Schuldezernentin Marlis Drevermann hat heute (9. September) eine neue Stadttafel für Herschel Grünspan enthüllt. Sie wurde etwa an der Stelle angebracht, wo sich das ehemalige Wohnhaus der Familie Grünspan befand (heute Historisches Museum Hannover). Die Tafel für Herschel Grünspan soll auch als Zeichen der Erinnerung an die Deportation der jüdischen EinwohnerInnen polnischer Herkunft am 28. Oktober 1938 gelten. Sie wird kurz vor der 75-jährigen Wiederkehr des Tages enthüllt. Viele der damals über die polnische Grenze abgeschobenen EinwohnerInnen Hannovers wurden nach der Besetzung Polens durch die Wehrmacht Opfer des Holocaust.

Stadttafel: Hannah Arend am Lindener Markt

Stadttafel:
Hannah Arend am Lindener Markt

Es ist die vierte neue Stadttafel nach den Tafeln an den ehemaligen Wohnorten von Wilhelm Busch und Mary Wigman (Anbringung 2009) und dem Fackelträger (Anbringung 2011).
Die Stadttafel ist Teil des Konzeptes zur Erneuerung und Ergänzung der Stadttafeln in Hannover. Stadttafeln vermitteln die Tradition und Geschichte einer Stadt. Sie erinnern an Menschen, machen Orte erfahrbar, die mit diesen bedeutenden Persönlichkeiten der Stadt verbunden sind, kennzeichnen historisch bedeutsame Bauwerke oder Orte, erinnern an besondere Ereignisse und weisen auf bedeutende Architektur hin.

Nach der Tafel für Herschel Grünspan werden nun weitere Tafeln angebracht. Vorgesehen sind: Adolph Freiherr Knigge, Calenberger Straße 47 (neue Stadttafel), ehemaliges jüdisches Krankenhaus, Ellernstraße 39 (Austausch, neuer Anbringungsort), Josef Berliner, Brühlstraße 27 (Austausch, neuer Anbringungsort) und Ludwig Hölty, Leinstraße 4 (Austausch).

Die Inschrift der Stadttafel "Herschel Grünspan" lautet:

Hier lebte
Herschel Grünspan
28. März 1921 – vermutlich im KZ ermordet
Seine Familie war polnisch-jüdischer Herkunft. 1936 emigrierte er nach Frankreich. In Paris erfuhr er von der Deportation der Juden polnischer Staatsangehörigkeit am 28.10.1938, darunter seine eigene Familie. Er schoss in der deutschen Botschaft den Sekretär vom Rath als Vertreter des Unrechtsregimes am 07.11.1938 nieder.
Seine Tat diente als Vorwand für den Terror der Pogromnacht auf den 10. November 1938. Ausgeliefert nach Deutschland ließ man ihn im KZ Sachsenhausen und im Gefängnis Moabit zunächst am Leben. Ein mit ihm geplanter Schauprozess gegen die "jüdische Weltverschwörung" wurde wegen der Homosexualität vom Raths nicht geführt. Grünspans Todesumstände sind nicht bekannt.

An Herschel Grünspan und seine Schwester erinnern in Hannover Stolpersteine für die Holocaustopfer der Familie unweit der Stadttafel sowie das Mahnmal auf dem Opernplatz.

Informationen zu den Stadttafeln: Die alten Stadttafeln

Seit der Initiative des Stadtbaurats Rudolf Hillebrecht Ende 1963 sind Stadttafeln die Visitenkarten der Stadt, mit denen sich Hannover Einheimischen und BesucherInnen vorstellt.

Profil der Erneuerung

Insgesamt ist angestrebt, längerfristig viele der 134 alten Tafeln zu erneuern und bis zu rund 60 neue Tafeln hinzuzufügen. Das alte Stadttafeldesign wird beibehalten.
Neu an den Stadttafeln ist: Zusätzlich zum deutschen Text gibt es immer eine englische Übersetzung. Durch zwei zusätzliche Formate können Stadttafeln auch ein Bild, zum Beispiel von der Person oder von einer früheren Gebäudeansicht aufweisen. Die neuen Stadttafeln bestehen aus nachhaltigem Aluminium statt wie bisher aus Emaille.

Pressemitteilung: Stadt Hannover

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