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Offener Brief: Gegen eine Niederflurstraßenbahn auf der Linie 10

Wir fordern für die Limmerstraße in den nächsten drei Jahren den Anschluss an das bestehende Stadtbahnsystem mit den barrierefreien Stadtbahnfahrzeugen (Silberpfeile) und der barrierefreien Zugänglichkeit über Hochbahnsteige.

Für Fahrgäste die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, bedeutet die Niederflurstraßenbahn eine Verschlechterung bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Bei den Fahrzeugen der Niederflurstraßenbahn ist nur eine Tür für die Rollstuhlfahrer, die älteren Menschen mit Rollatoren und die Eltern mit Kinderwagen zugänglich. Im Innenbereich gibt es nur die Möglichkeit von ein bis zwei Stellplätzen.

Bei der derzeitigen Stadtbahn neuerer Art, dem sog. Silberpfeil, sind alle vier Türen eines Wagens für die mobilitätseingeschränkten Fahrgäste zugänglich und sie gelangen barrierefrei in die zwei „Mehrzweckabteile“. Hier ist pro Wagen und je nach Konstellation Platz für mindestens vier Kinderwagen oder vier Rollstühle. Dieser gute Standard wird auch bei der zukünftigen Stadtbahngeneration (TW 3000) fortgesetzt. Das Argument, der 80 cm hohe Bahnsteig in Mittellage zerteilt die Fußgängerzone der Limmerstraße und hindert bei Überqueren, gilt auch für die Niederflurstraßenbahn. Denn auch hier sind zum schnellen Ein- und Ausstieg Bahnsteige von 30 cm Höhe über die gesamte Länge der Bahn an jeder Haltestelle erforderlich. Und zwar beidseitig, weil der Ausstieg bei der Niederflurstraßenbahn nur rechts möglich ist.

In die Machbarkeitsüberlegungen für die Hochbahnsteige sollten auch weitere Standorte wie z. B. die Limmerstraße in Höhe des Freizeitheimes Linden oder ein etwas weiterer Straßenbereich zwischen Koch- und Stärkestraße mit einbezogen werden.

Die Konzeption und die Anschaffung der Niederflurstraßenbahn und der dazugehörigen Infrastruktur dauern mindestens 15 Jahre.

Bei einem Betrieb mit Niederflurstraßenbahnen müssten die bereits vorhandenen Hochbahnsteige Limmer- Schleuse, Ehrhardtstraße und Endpunkt Ahlem wieder abgerissen und die hierfür in Anspruch genommenen Zuschüsse zurückgezahlt werden. Die Kosten würden sich weiter erhöhen, weil für dieses zweite System eigene Werkstatt- / Wartungsanlagen erforderlich sind.

Und weitere Verschlechterungen: Die Fahrgäste müssten bei einem Betrieb mit Niederflurbahnen auf bereits bestehende Annehmlichkeiten wie die morgendliche Schnellverbindung über die Humboldstraße, Markthalle, Kröpcke und Hauptbahnhof (übrigens generell die schnellste und kostengünstigste Innenstadtanbindung) verzichten, weil die Niederflurstraßenbahn mit dem übrigen Netz nicht kompatibel ist. Auch die heutige Linie 17 könnte ab Goetheplatz auf der Niederflurstrecke nicht mehr verkehren, weil die zukünftige Generation der Stadtbahnfahrzeuge (TW 3000) auf Hochbahnsteige ausgerichtet ist und über keine Klapptrittstufen an den Türen mehr verfügt.

Nach Abwägung all der genannten Aspekte sprechen wir uns gegen eine Niederflurstraßenbahn im hannoverschen Stadtbahnsystem aus.

pdf Gegen Niederflurbahnen auf der Linie 10

Kategorie: Verkehrsinformationen

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