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Der Hannoversche Staatsmann Gerlach Adolph von Münchhausen wird geboren

Der Hannoversche Staatsmann Gerlach Adolph von Münchhausen wird am 5. Oktober 1688 in Berlin geboren. Er war ein Onkel des berühmten „Lügenbaron“ Münchhausen.

Gerlach Adolph wurde als Sohn des Gerlach Heino von Münchhausen (1652–1710) geboren. Dieser war Kammerherr des Großen Kurfürsten und später Oberstallmeister Friedrichs I. Der Vater besaß das Schloss Wendlinghausen in der Grafschaft Lippe.

Von 1726 bis 1728 war er kurhannoverscher Gesandter beim Immerwährenden Reichstag in Regensburg und wurde anschließend – nach dem Regierungsantritt Georgs II. – Wirklicher Geheimer Rat im Ratskollegium (Landesregierung) in Hannover, zudem ab 1732 Großvogt von Celle. Ab 1753 war er als Kammerpräsident für das Ressort Finanzen zuständig. 1757 versuchte er vergebens, Hannover vor einem Kriegseintritt in den Siebenjährigen Krieg an der Seite Friedrichs II. gegen Frankreich und Österreich zu bewahren, den Georg II. – in der Hoffnung auf Annexion der Fürstbistümer Hildesheim, Osnabrück oder Paderborn – jedoch vornahm. Während der französischen Besetzung, die auf die Schlacht bei Hastenbeck folgte, war er als einziger Minister nicht aus Hannover geflohen und suchte durch Verhandlungen die finanzielle Ausbeutung zu lindern. 1765 wurde Münchhausen unter Georg III. königlich großbritannischer und kurfürstlich hannoverscher Premierminister von Kurhannover.

Ab 1731 wirkte Münchhausen auf die Gründung einer Landesuniversität hin und bewog den König und die sechs Landstände zur Finanzierung; 1734 wurde die Georg-August-Universität Göttingen gegründet, deren Kurator er fast 40 Jahre lang bis 1770 blieb.

Münchhausen und seine zweite Frau wurden in der Neustädter Hofkirche in der Calenberger Neustadt bestattet, gleich neben seiner Dienstwohnung, dem Osnabrücker Hof.

Bildquellen:

  • Kalenderblatt: www.hannover-entdecken.de