Kulturtipps

Herrenhausen Barock – Konzertreihe in der Galerie Herrenhausen

Galerie Herrenhausen

Galerie Herrenhausen

Der Winter wird barock: Elf Konzerte umfasst die Reihe Herrenhausen Barock von November bis Februar im freskengeschmückten Festsaal der Galerie Herrenhausen. Das Programm gibt der herausragenden regionalen Alte-Musik-Szene ebenso eine Bühne wie international gefeierten Stars der Barockmusik. So kommt gleich zum Auftakt der katalanische Gambist Jordì Savall mit seinem Ensemble Hesperion XII nach Herrenhausen und lässt am 29. November venezianische Musik des 16. und 17. Jahrhunderts erklingen. Dr. Anke Seegert, Direktorin der Herrenhäuser Gärten, und Veranstaltungsleiter Dr. Benedikt Poensgen freuen sich auf ein musikbegeistertes Publikum und ein vielseitiges, hochkarätiges Programm.

Spannend ist auch das zweite Konzert der Reihe: „Songs of Love“ mit Musica Alta Ripa & Friends, Countertenor Valer Sabadus und der syrischen Sängerin Dima Orsho verbindet barocke mit orientalischen Klängen, historische Instrumente mit arabischen. Ein weiteres interkulturelles Abenteuer wagt musica assoluta mit dem Projekt „Der Ruf des Phönix“. Werke des italienischen Frühbarocks treffen hier auf die Klangwelt traditioneller japanischer Musik des 14. Jahrhunderts.

Beliebte Klassiker der Konzertreihe sind das Weihnachtskonzert des Niedersächsischen Staatsorchesters, das Silvesterkonzert der Hannoverschen Hofkapelle und „Händel live in Herrenhausen“ mit dem Knabenchor Hannover. Das Staatsorchester mit der jungen Dirigentin Holly Hyun Choe und dem iranischen Cembalist Mahan Esfahani verspricht weihnachtliche, musikalische Entdeckungen. „Die Elemente“ ist das Motto des Silvesterkonzerts, das die Schauspielerin Alix Dudel mit passenden Texten begleitet. Bei der Knabenchor-Hommage an Georg Friedrich Händel darf Franz Rainer Enste als Händel nicht fehlen, begleitet von Musica Alta Ripa und dem Hannoveraner Professor für Gesang Henryk Böhm (Bass). Neu ist ein zusätzliches „Händel live“-Familienkonzert.

Herrenhausen Barock gibt auch den besonders talentierten Nachwuchsmusiker*innen Norddeutschlands eine Bühne: So führen Studierende des Instituts für Alte Musik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover das Programm „Lust oder Tugend?“ mit Werken von Händel, Steffani und Telemann auf. Den halbszenischen Opernabend „Macht und Ohnmacht“ wiederum gestalten Studierende der Akademie für Alte Musik an der Hochschule für Künste Bremen. Für die jungen professionellen Musiker*innen ist es eine außerordentliche und wichtige Konzerterfahrung, in der Galerie Herrenhausen vor einem großen Publikum auftreten zu können.

Es bleibt auch weiterhin das Ziel der Konzertreihe, bisher nicht gehobene Schätze der Alten Musik wiederzuentdecken und hiermit immer wieder Neuland zu betreten. Als herausragende musikhistorische Fundstücke sind die Werke Gregor Joseph Werners einzuordnen. Dieser Lehrmeister Haydns muss nach den Untersuchungen von Prof. Lajos Rovatkay als einer der wichtigsten Schlüsselfiguren zwischen Barock und Wiener Klassik gelten. Dank des unermüdlichen Einsatzes des hannoverschen Musikexperten gelangt Werner nun nach und nach wieder ins Bewusstsein der Musikwelt. Inzwischen sind zwei einer auf fünf Einspielungen geplanten CD-Reihe erschienen. In dem Konzert „Die Pforte der Wiener Klassik“ sind die Werke Werners nun erstmals im Konzert live zu erleben, mit la festa musicale, dem Voktett Hannover und einem Solistenensemble.

Eine weitere wichtige konzeptionelle Weiterentwicklung der Konzertreihe besteht in der Terminabstimmung von Herrenhausen Barock und dem Forum Agostino Steffani (FAS). Erstmals unter dem Dach von Herrenhausen Barock präsentiert das FAS so das Eröffnungs- und Abschlusskonzert der dem bedeutenden hannoverschen Komponisten gewidmeten Festwoche. Im Eröffnungskonzert erklingen unter der Leitung von Bernward Lohr und Anne Marie Harer in Hannover um 1690 komponierte Werke, die seitdem nicht wieder erklungen sind. Es spielt la festa musicale, Solistin ist die weltweit geschätzte Sopranistin Dorothea Mields. Das Abschlusskonzert der 6. FAS-Festwoche ist gleichzeitig das letzte Konzert der Herrenhausen Barock-Saison 22/23. Hier erklingt die Oper „La Libertà Contenta“ von Agostino Steffani in einer auf Konzertlänge konzentrierten, teils konzertanten, teils szenischen Aufführung, interpretiert von Musica Alta Ripa und einem exquisiten internationalen Solistenensemble. „La Libertà Contenta“ wurde 1693 in und für Hannover komponiert und wurde seitdem nicht wieder in Deutschland aufgeführt. Ein herausragender und zugleich Horizonte öffnender Abschluss der einzigartigen Konzertreihe im authentischen Ambiente des prächtigen Festsaals der Galerie Herrenhausen, mitten in den ebenso prächtigen Herrenhäuser Gärten.

Gefördert wird die Reihe Herrenhausen Barock von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Hannover.

Informationen und Vorverkauf

Im Internet ist Herrenhausen Barock unter der Adresse www.herrenhausen-barock.de zu finden.
Die Programmbroschüren liegen in den Herrenhäuser Gärten, an der Vorverkaufskasse im Künstlerhaus und in vielen Kultureinrichtungen Hannovers aus. Sie können auch unter der E-Mail-Adresse 46.kommunikation@hannover-stadt.de bestellt werden.

Eintrittskarten sind bei der Vorverkaufskasse im Künstlerhaus und über Eventim erhältlich. Die Tickets beinhalten den Eintritt in den Großen Garten am Veranstaltungstag.
Die Ticketpreise variieren je nach Konzert zwischen zehn und 50 Euro mit zahlreichen Ermäßigungen.

Bildquellen:

  • Galerie Herrenhausen: Stadt Hannover - © Hassan Mahramzadeh