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Nikolaikapelle

Kapelle an der Goseriede

Kapelle an der Goseriede

Die Nikolaikapelle wurde erstmals 1284 urkundlich erwähnt. Der Chorraum ist von 1325. Die Ruine steht auf dem ehemaligen St.-Nikolai-Friedhof, von dem noch zahlreiche Grabmale erhalten geblieben sind. Die Kapelle wurde im zweiten Weltkrieg zerstört, die Außenmauern sind als Denkmal erhalten geblieben. Sie gilt als ältestes erhaltenes Bauwerk von Hannover. Das älteste Fachwerkhaus innerhalb der Stadt steht in der Burgstraße.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Kapelle 1284 als „capella leprosorum extra muros“ (etwa: „Leprosenkapelle außerhalb der Stadtmauern von Hannover“). Damals schied die Kapelle aus dem Verbund mit der Marktkirche aus und wurde stattdessen der Pfarre zu St. Spiritus zugeordnet. Der Name „capella sancti Nycolai“ ist erstmals 1323 überliefert.

Nach der Errichtung der Heilige Geist- oder Kreuzkirche 1333 ging die Kapelle in deren Obhut über. Weitberühmt war ein wundertätiges Bild des Heilands in der Kapelle. Seit dem Dreißigjährigen Krieg gilt das Bild als verschollen. Tilly hatte zwar vor der Stadt seine Zeltlager aufgeschlagen und die Stadt nicht eingenommen und geplündert. Die Kapelle mit ihrem Wunderbildnis aber lag, wie viele der heute eingemeindeten Stadtteile rund um die alte Stadt, damals außerhalb der Stadtbefestigung.

Rückseite der noch unzerstörten Kapelle von der Nikolaistraße aus (heute: Goseriede)

Rückseite der noch unzerstörten Kapelle von der Nikolaistraße aus (heute: Goseriede)

1869 wurde sie an die in der Stadt Hannover lebende „Englische Gemeinde“ vermietet. 1890 gelangte die Nikolaikapelle in städtischen Besitz, die englische Gemeinde verließ die Kapelle jedoch schon vor Ablauf der vertraglich festgelegten 50 Jahre Nutzungsdauer: Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges waren das Kaiserreich Deutschland und das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland Feinde geworden, die englische Gemeinde wurde 1914 aufgelöst.

1943 erlitt die Kapelle schwere Schäden bei einem Luftangriff auf Hannover. Es blieben nur die Außenmauern erhalten. Ein Teilabriss 1953 des größeren Gebäudeteils in Form des Kirchenschiffs aus verkehrsplanerischen Gründen zwecks Verbreiterung der Goseriede erfolgte nach Plänen des Stadtplaners Rudolf Hillebrecht im Zuge der „Autogerechten Stadt“. Ein ähnlicher Affront wie der Abriss der Flusswasserkunst und viele weitere Sünden der Stadtplanung in Hannover. Die heute vorhandenen Ruinenreste sind nur der vordere gotische Chorraum der ehemals wesentlich größeren Kapelle.

Das Bild zeigt eine Innenansicht aus der seinerzeit "Englische Kapelle" genannten Nikolaikapelle in Hannover

Das Bild zeigt eine Innenansicht aus der seinerzeit „Englische Kapelle“ genannten Nikolaikapelle in Hannover

Ansichtskarte einer mittels Lichtdruck vervielfältigten und um das Jahr 1900 getätigten Aufnahme eines ungenannten Fotografen. Das Bild zeigt eine Innenansicht aus der seinerzeit „Englische Kapelle“ genannten Nikolaikapelle in Hannover. Der Blick zwischen den Kirchenbänken im Kirchenschiff hindurch auf den Altar im Chor der Kapelle, der an beiden Seiten von Wandmalereien mit vier lebensgroßen Heiligenfiguren flankiert ist; ganz links der Apostel Sankt Andreas, daneben Simon Petrus, rechts vom Chor Paulus von Tarsus und eine weitere, im Schatten nicht erkennbare Figur.
Die Postkarte wurde noch zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs und einige Jahre vor den menschengemachten Katastrophen des Ersten Weltkrieges am 28. August 1910 an den Ingenieur G. Pichelmayr in Graz in der Steiermark, Wickenburggasse 36 versandt.

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Bildquellen:

  • Kapelle an der Goseriede: www.hannover-entdecken.de
  • Rückseite der noch unzerstörten Nikolaikapelle von der Nikolaistraße aus (heute: Goseriede): Karl Friedrich Wunder creator QS:P170,Q126529, Karl F. Wunder PC 0565 Nicolai=Kapelle, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
  • Das Bild zeigt eine Innenansicht aus der seinerzeit „Englische Kapelle“ genannten Nikolaikapelle in Hannover: www.hannover-entdecken.de
  • Nikolai-Kapelle: www.hannover-entdecken.de