Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gedenkstätte Ahlem

Wannsee Konferenz

Die Wannseekonferenz – Der Weg zur „Endlösung“

Vortrag von Prof. Dr. Peter Longerich

Am 20. Januar 1942 kamen 15 hochrangige Vertreter des NS-Staates auf Einladung von Reinhard Heydrich in einer luxuriösen Villa am Wannsee zusammen, um über die „Endlösung“ der „Judenfrage“ zu beraten: Man entschied, so dokumentiert es das Protokoll, insgesamt elf Millionen Menschen zu deportieren, sie mörderischer Zwangsarbeit auszusetzen und die Überlebenden und Nichtarbeitsfähigen auf andere Weise zu ermorden. Peter Longerich zeigt, wie die Führungsinstanz des „Dritten Reiches“ aus einer vagen Absicht zur Vernichtung der Juden ein konkretes Mordprogramm entwickelte und welche Bedeutung der Wannseekonferenz im Kontext des Holocaust zukommt.

Termin: Donnerstag, 16. Februar, 19 Uhr
Ort: Haus der Region, Hildesheimer Straße 18, 30169 Hannover
Eintritt frei

Nächster Termin:

Die Wannseekonferenz
Filmvorführung aus Anlass des 75. Jahrestages der Konferenz

Die Besprechung am 20. Januar 1942 dauerte nicht lange, denn sie hatte nur einen einzigen Tagesordnungspunkt: die so genannte „Endlösung der Judenfrage“. Als an jenem Dienstag 15 ranghohe Vertreter von SS und Ministerialbürokratie am Großen Wannsee in Berlin zusammentrafen, besprachen sie den Tod von Millionen Menschen in Europa. Das Ergebnisprotokoll der Wannsee-Konferenz ist ein Schlüsseldokument der Verfolgung und Ermordung der Juden Europas. Das Protokoll sowie die 15 Konferenz-Teilnehmer bilden den Ausgangspunkt für das Dokumentar-Theater-Projekt des Berliner Historikerlabor e.V. Das Stück zeichnet den Weg von der beginnenden Entrechtung bis zu endgültigen „Lösungsmöglichkeiten“ nach, die auf der Konferenz thematisiert wurden. Die Sprache des historischen Dokuments wird bewusst aufgebrochen, hinterfragt und kommentiert. Die Gedenkstätte Ahlem zeigt die Filmfassung dieses Dokumentar-Theater-Projekts, das erstmals im Januar 2012 in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz uraufgeführt wurde.

Termin: Sonntag, 26. Februar, 14 Uhr
Ort: Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Eintritt frei

Eingang zur Gedenkstätte Ahlem

Sonderausstellung: Deportationsort Ahlem

Mahnmal mit Inschrift und Kränzen am alten Eingangstor neben dem ehemaligen Direktorenhaus

Mahnmal mit Inschrift und Kränzen am alten Eingangstor neben dem ehemaligen Direktorenhaus

Deportationsort Ahlem. Die Judentransporte ab Hannover 1941-1944
Sonderausstellung in der Gedenkstätte Ahlem

Eröffnung: Sonntag, 20. November, 15 Uhr, die Ausstellung läuft bis 31. März 2017
Ort: Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Eintritt: frei

Die Ausstellung „Deportationsort Ahlem. Die Judentransporte ab Hannover 1941-1944“ wird am 20. November um 15 Uhr von Regionspräsident Hauke Jagau in Anwesenheit von Holocaustüberlebenden sowie deren Angehörigen eröffnet. Sie ist Teil eines im Herbst erscheinenden, umfangreichen Veranstaltungsprogramms von der Region Hannover und der Landeshauptstadt Hannover anlässlich des 75. Jahrestages der Deportation ins Ghetto Riga. Die Ausstellung wird bis Ende März in der Gedenkstätte Ahlem zu sehen sein.

www.gedenkstaette-ahlem.de

Jennifer Teege (Foto: Thorsten Wulff)

Programm der Gedenkstätte Ahlem im Oktober

Jennifer Teege (Foto: Thorsten Wulff)

Jennifer Teege (Foto: Thorsten Wulff)

Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen

Lesung mit Jennifer Teege

Termin:         Sonntag, 9. Oktober, 15 Uhr
Ort:                 Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Eintritt:          frei

Es ist ein Schock, der ihr ganzes Selbstverständnis erschüttert: Mit 38 Jahren erfährt Jennifer Teege – durch einen Zufall – wer sie ist. In einer Bibliothek findet sie ein Buch über ihre Mutter und ihren Großvater Amon Göth. Millionen Menschen kennen Göths Geschichte. In Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ ist der brutale KZ-Kommandant der Saufkumpan und Gegenspieler des Judenretters Oskar Schindler. Göth war verantwortlich für den Tod tausender Menschen und wurde 1946 gehängt. Seine Lebensgefährtin Ruth Irene, Jennifer Teeges geliebte Großmutter, beging 1983 Selbstmord. Jennifer Teege – die Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers – wuchs bei Adoptiveltern auf und studierte in Israel. Konfrontiert mit ihrem Familiengeheimnis, findet Jennifer Teege keine Ruhe mehr: Wie kann sie ihren jüdischen Freunden noch unter die Augen treten? Und was soll sie ihren eigenen Kindern erzählen? Wie geht man mit solch einem Familiengeheimnis um? Jennifer Teege hat darüber das Buch „Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen“ geschrieben. Gemeinsam mit der Journalistin Nikola Sellmair recherchierte sie ihre Familiengeschichte, suchte die Orte der Vergangenheit noch einmal auf, reiste nach Polen und Israel, traf sich nach vielen Jahren mit ihrer Mutter wieder – bis Schritt für Schritt aus dem Schock über die Abgründe der eigenen Familie die Geschichte einer Befreiung wurde.

Der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion

Vortrag von Prof. Johannes Hürter

 Termin:         Donnerstag, 20. Oktober, 19 Uhr
Ort:                 Haus der Region, Hildesheimer Straße 18, 30169 Hannover
Eintritt:          frei

Der nationalsozialistische Rassenwahn und Expansionsdrang führten nicht nur zum Zweiten Weltkrieg und zum Holocaust, sondern auch zur Unterdrückung, Ausbeutung und teilweisen Ermordung der nichtjüdischen Bevölkerung im deutsch besetzten Europa. Besonders schlimm traf es die Menschen in den von der Wehrmacht eroberten sowjetischen Gebieten. In seinem Vortrag gibt Prof. Johannes Hürter einen Überblick über die verheerende deutsche Herrschaft im „Ostraum“, über ihre ideologischen Grundlagen, besatzungspolitischen Vorläufer, alltäglichen Praktiken und weitreichenden Wirkungen.

 

A-WA (Foto: Hassan Hajjaj)

Programm der Gedenkstätte Ahlem im September

Alexa Stiller (Foto: Oliver Feist - buero fuer neues denken)

Alexa Stiller (Foto: Oliver Feist – buero fuer neues denken)

Der deutsche Angriff auf Polen

Vortrag von Dr. Alexa Stiller

Termin: Donnerstag, 1. September, 19 Uhr
Ort: Haus der Region, Hildesheimer Straße 18, 30169 Hannover
Eintritt: frei

Die ersten Personen, die die deutsche Wehrmacht und die Sicherheitsorgane im Zuge der Besatzung Polens internierten, deportierten und ermordeten, waren so genannte Aufständische. Darunter subsumierten die militärischen und zivilen Dienststellen die gesamte polnische und jüdische Intelligenzija, d.h. nicht nur die staatliche, sondern auch die gesellschaftliche und religiöse Funktionselite. In den Fokus der Verfolgung gerieten

darüber hinaus Personen, die als „Deutschenhasser“ galten, in der Zwischenkriegszeit Zugewanderte und „rassisch Minderwertige“. In ihrem Vortrag verdeutlicht Dr. Alexa Stiller, wie diese Verfolgungsmaßnahmen mit den deutschen Annexions-, Germanisierungs- und Siedlungsinteressen zusammenhingen. Welche Formen der Massengewalt die verschiedenen deutschen Akteure (Militär, Einsatzgruppen, Zivilverwaltung, Hilfspolizei/„Volksdeutsche“, etc.) anwendeten, warum die frühen Massenerschießungen beendet wurden und welche Konsequenzen daraus für die weitere deutsche Besatzungsherrschaft erwuchsen, sind weitere Vortragsschwerpunkte.

Dr. des. Alexa Stiller ist wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Zeitgeschichte in globaler Perspektive am Historischen Institut der Universität Bern. Derzeit bereitet sie ihre Dissertation „Germanisierung und Gewalt: Nationalsozialistische Volkstumspolitik in den polnischen, französischen und slowenischen Annexionsgebieten, 1939-1945“ zum Druck vor.

A-WA (Foto: Hassan Hajjaj)

A-WA (Foto: Hassan Hajjaj)

Konzert mit A-WA

„Musik aus Israel“: Konzertreihe der Gedenkstätte Ahlem und radio leinehertz 106.5

Termin: Freitag, 2. September, 21 Uhr
Ort: Café Glocksee, Glockseestraße 35, 30169 Hannover
Eintritt: 16 Euro (VVK), 19 Euro (AK)
Tickets: 25Music, Lister Meile 25, 30161 Hannover und Rockers, Weckenstr. 1, 30451 Hannover

Die drei Schwestern Tair, Liron und Tagel Haim bilden die Gruppe A-WA (ägyptisch für Ja). Die Großeltern der drei Schwestern wanderten 1949/50 aus dem Jemen nach Israel ein. Der arabische Hintergrund ist der Musik von A-WA anzuhören. Die drei Schwestern besinnen sich auf ihr orientalisches Erbe und singen jemenitische Volkslieder, die über Generationen mündlich überliefert wurden, auf Arabisch. Ihr bekanntestes Lied „Habib Galbi“ ist eine Mischung aus traditioneller jemenitischer Musik mit Elektro- und Hip-Hop-Beats.

Uwe-Karsten Heye

Uwe-Karsten Heye

Initiative „Gesicht zeigen“

Vortrag von Uwe-Karsten Heye

Termin: Sonntag, 11. September, 15 Uhr
Ort: Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Eintritt: frei

Mit Beginn dieses Jahres haben sich Anschläge gegen Unterkünfte für Flüchtlinge vervielfacht. Daher ist die Stärkung der Zivilgesellschaft gegen zunehmenden Terror von Rechtsextremisten notwendiger denn je. Über die Arbeit des gemeinnützigen Vereins „Gesicht zeigen für ein weltoffenes Deutschland“ berichtet dessen langjähriger Vorsitzender Uwe-Karsten Heye. Der Verein wurde vielfach für seine Arbeit gegen Rechts ausgezeichnet, im Mai des Jahres erhielt er vom Zentralrat der Juden in Deutschland den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage.

 

Programm der Gedenkstätte Ahlem im Juni

Dirk Alt

Dirk Alt

Filmdokumente der NS-Zeit in Niedersachsen

Vortrag mit Dr. Dirk Alt

Termin: Donnerstag, 9. Juni 2016, 19 Uhr
Ort:
Haus der Region, Hildesheimer Straße 18, 30169 Hannover,
Eintritt: frei

In seinem Vortrag zeigt der Historiker, Autor und Dokumentarfilmgestalter Dr. Dirk Alt unterschiedlichste regionalgeschichtliche Filmdokumente aus der NS-Zeit, die schlaglichtartig das Alltagsleben im totalitären Staat und unter Kriegsbedingungen zeigen – mit Schwerpunkt auf privat gedrehten Aufnahmen statt Propagandafilmen. Die Herkunft der Filmmaterialien sowie die Überlieferungsproblematik sind ebenfalls Vortragsinhalte.

BDM Laatzen (Fotos: © AKH)

BDM Laatzen (Fotos: © AKH)

Dr. Dirk Alt, Jahrgang 1982, promovierte 2012 am Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover mit einer Studie über „Frühe Farbfilmverfahren und NS-Propaganda“. In den Jahren 2014/15 produzierte er einen zweiteiligen Dokumentarfilm über „Niedersachsen im Dritten Reich“.

Häftlinge der Emslandlager bei Moorkultivierung (Fotos: © AKH)

Häftlinge der Emslandlager bei Moorkultivierung (Fotos: © AKH)

„Nur ein kleiner Maler“ – die Lebensgeschichte von Curt Frankenstein

Film und Videoinstallation

Termin: Sonntag, 19. Juni 2016, 15 Uhr
Ort: Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Eintritt: frei

In dem Film erinnert Curt Frankenstein an die für ihn wichtigsten Ereignisse seines Lebens: Geboren in Hannover, wuchs er in der Podbielskistraße auf – mit Blick auf die Eilenriede. Oft war er mit seinen Eltern im Zoo, in der Schule war Zeichnen von Anfang sein Lieblingsfach. Verfolgt während der Naziherrschaft verließ er seine Heimatstad. Auf abenteuerlichen Wegen gelang es ihm, nach Shanghai zu fliehen. In der Dokumentation „Ich bin ja nur ein kleiner Maler“ schildert Curt Frankenstein, wie sich ein junger Jude aus Hannover über Shanghai vor den Nazi-Schergen in die USA rettete und sich als Künstler ein neues Zuhause schuf. Die Gedenkstätte Ahlem zeigt die Gemälde von Curt Frankenstein außerdem in einer Videoinstallation. Ein Film von Hans-Jürgen und Shaun Hermel, Länge: 70 Minuten.

Hagar Levy

Programm der Gedenkstätte Ahlem im April

„Moshes zweites Leben“

Eine Theaterproduktion von Martin G. Kunze über einen Todesmarsch von Hannover nach Bergen-Belsen.

Termin: Sonntag, 3. April 2016, 16 Uhr
Ort: Café Jerusalem im Haus der Hoffnung, Neues Land e.V., Wunstorfer Landstr. 5, 30453 Hannover
Veranstalter: Neues Land e.V. in Kooperation mit der Gedenkstätte Ahlem
Eintritt: frei

Vor 71 Jahren wurde das KZ Bergen-Belsen von der britischen Armee befreit. Den Soldaten offenbarte sich Unvorstellbares: Leichenberge, Seuchenopfer, Überlebende und Tote kaum zu unterscheiden. Noch kurz vor der Befreiung hatte sich ein besonders grausames Ereignis zugetragen. Jüdische Häftlinge, alle Zwangsarbeiter bei der Hanomag, waren aus dem KZ-Außenlager Hannover-Mühlenberg nach Bergen-Belsen getrieben worden. Zu Fuß, bis zur totalen Erschöpfung. Wer nicht mehr laufen konnte, wurde erschossen. In dem Theaterstück „Moshes zweites Leben“ geht es um die Geschichte der Überlebenden Moshe Oster (gespielt von Andreas Daniel Müller) und Josef Dreilinger (Gerrit Neuhaus). Thematisiert wird nicht nur der Leidensweg der KZ-Häftlinge, sondern auch ihr jugendlicher Überlebenswille, ihre Hoffnung auf ein Leben jenseits der nationalsozialistischen Unmenschlichkeit. Neue Menschlichkeit bringt eine britische Krankenschwester (Hanna Legatis) ins Spiel. Einfühlsam versucht sie, das Vertrauen der Beiden zu gewinnen. Dabei muss sie erkennen, dass sie die Dimensionen der Traumata, die die ehemaligen Häftlinge erlitten haben, kaum ausloten kann. Dennoch macht sie sich daran, ihre Patienten auf die Welt außerhalb des Krankenzimmers und außerhalb des Konzentrationslagers vorzubereiten.

Jahrestag der Befreiung Hannovers

„Die Stunde Null“ –Film zum Kriegsende 1945 und Zeitzeugengespräch

Termin: Sonntag, 10. April 2016, 11.30 Uhr
Ort: Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Eintritt: frei

Ende des Zweiten Weltkrieges in Linden: Am 10. April 1945 fahren Panzer durch die Limmerstraße. Amerikanische Soldaten befreien Hannovers Stadtteil Linden vom Faschismus. Am Straßenrand winkende Menschen. Nur noch wenige Zeitzeuginnnen

und Zeitzeugen leben und können ihre Erinnerungen an den Tag der Befreiung schildern. Im Film „Die Stunde Null“ berichten sie von ihren Erlebnissen mit der NS- Gewaltherrschaft, vom Kriegsende und wie es danach weiterging – gab es einen Neuanfang? Im Anschluss an den Film von Hans-Jürgen und Shaun Hermel

stehen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen auf dem Podium für ein Gespräch zur Verfügung.

„Entartete Musik“ – verfemte Kunst im Nationalsozialismus

Konzert mit Elena Kondraschowa (Violine) und Stella Perevalova (Klavier)

Termin: Sonntag, 17. April 2016, 15 Uhr
Ort:  Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Eintritt: frei

Um die Jahreswende 1937/38 wurde die musikalische Vielfalt im Dritten Reich „zum Schutz des Deutschen Kulturlebens“ in starkem Maße eingeschränkt. Die Reichsmusikkammer unter Goebbels bezeichnete die von der offiziellen Linie abweichende oder von jüdischen Komponisten komponierte Musik als „entartet“. Sie galt als „artfremd, undeutsch, dekadent, und als Nigger- und Zigeunermusik“. Interpreten und Komponisten dieser Musik wurden verfolgt. Elena Kondraschowa (Violine) und Stella Perevalova (Klavier) haben sich dieser zu großen Teilen vergessenen Musik  angenommen und ein Programm zusammengestellt, das einerseits während der NS-Zeit verfemte Stücke einschließt und andererseits Werke nach 1945 behandelt, die unter dem Nazi-Regime noch als „entartete Musik“ verbannt worden wären.

Hagar Levy

Hagar Levy

Konzert mit Hagar Levy

Neue Reihe der Gedenkstätte „Musik aus Israel“

Termin: Sonntag, 10. April 2016, 20 Uhr
Ort: Café Glocksee, Glockseestraße 35, 30169 Hannover

Einen neuen inhaltlichen Schwerpunkt setzt die Gedenkstätte Ahlem in Kooperation mit Radio leinehertz 106.5 in diesem Jahr mit der Ausrichtung von Konzerten junger aufstrebender Künstlerinnen und Künstler aus Israel –zum einen in der leinehertz-Lounge in intimer Atmosphäre, zum anderen als Club-Konzert.

In Israel geboren, zog Hagar Levy im Alter von einem Jahr nach Antwerpen, wo sie die ersten 15 Jahre ihres Lebens verbrachte. Mit dem Blick von außen nach innen war Musik im allgemeinen und das Klavier in speziellen immer ein Weg für sie, Erlösung, eine authentische Identität und Stimme zu finden. Hagars Texte, Melodien und Harmonien sind beeinflusst von Rock- und R’n’B-Singer-Songwritern wie Fiona Apple, Tori Amos, PJ Harvey, Erykah Badu und Sade.

Am Montag, 11. April, gibt’s Hagar Levy noch einmal: In intimer Atmosphäre in der radio leinehertz-Lounge, Hildesheimer Straße 29, 30169 Hannover. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt ist frei. Radio leinehertz 106,5 und die Gedenkstätte Ahlem vergeben die 40 Gästelistenplätze im Vorfeld. Einfach Radio leinehertz 106,5 einschalten oder in der Gedenkstätte Ahlem anrufen!

»Willkommen!?« Migration ist älter als Deutschland!

Wochen gegen RassismusInternationale Wochen gegen Rassismus

In der Landeshauptstadt Hannover und den umliegenden Städten und Gemeinden ist ein breites Bündnis aktiv, das im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus über 15 verschiedene Veranstaltungen vom 5. bis 21. März anbietet. Das diesjährige Motto lautet: Willkommen!? Migration ist älter als Deutschland!

Das Bündnis, entstanden 2010, besteht inzwischen aus vielen Organisationen: Ada und Theodor Lessing Volkshochschule Hannover, Sachgebiet Politische Bildung und Sachgebiet  Schule für Erwachsene, Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung Niedersachsen, Amadeu Antonio Stiftung, Arbeitsstelle Diversität Migration Bildung, Arbeit und Leben Niedersachsen Mitte, Bildungsverein Hannover, DGB-Region Niedersachsen-Mitte, DGB-Jugend Niedersachsen-Mitte, Friedrich Ebert Stiftung Landesbüro Niedersachsen, GEW-Kreisverbände Hannover Stadt und Hannover Land, IG-Metall Hannover, ju:an Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit, LHH Koordination Sport und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Stelle für Demokratiestärkung und gegen Rechtsextremismus, Pavillon Kulturzentrum Hannover, Region Hannover.

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus finden alljährlich in Deutschland und anderen Ländern mit einer Vielzahl an Aktionen statt. Ziel der Initiatoren ist es, auf Diskriminierung, Rassismus und Rechtsextremismus aufmerksam zu machen und dagegen vorzugehen.

PROGRAMM

Samstag, 5. März, 10 bis 13 Uhr, Lindener Marktplatz  – Klagesmarkt  – Lister Meile Körtingbrunnen (Pferdekopfbrunnen)

AUFTAKTVERANSTALTUNG: STRASSENAKTIONEN  

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Montag, 7. März, 18 Uhr, Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4, 30161 Hannover

Vortrag & Diskussion: Rassismus nach Köln
Die mediale und politische Debatte und ihre (möglichen) Folgen

Der rechte Diskurs nach Köln tobt, bürgerliche Medien schließen sich dem Boulevard an, die große Koalition ist sich einig wie selten: Es soll abgeschoben und aufgerüstet werden. Klar scheint auch: Vergewaltiger sind immer die Anderen. Die Referentin Prof. Dr. Sabine Hess diskutiert mit dem Publikum folgende Fragen: Wie lässt sich die Normalisierung rechtsextremer Kultur in Politik, Medien und auf der Straße erklären? Wohin führt sie? Und wie lässt sie sich aufhalten bzw. wieder zurückdrehen?

REFERENTIN: Prof. Dr. Sabine Hess, Universität Göttingen
VERANSTALTER: Kulturzentrum Pavillon

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

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Dienstag, 8. März, 10.30 Uhr bis 15 Uhr, Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung Hannover, Bödekerstraße 18, 30161 Hannover

Workshop: »Ein Morgen in Lampedusa« – eine szenische Lesung erproben

Vor Lampedusa versank am 3. Oktober 2013 ein Kutter mit 545 Flüchtlingen. »Ein Morgen vor Lampedusa« ist eine szenische Lesung, die sich vorstellt und die gemeinsam als Lesung erarbeitet wird. Zeugenaussagen, dokumentarisches Material und Berichte von BewohnerInnen Lampedusas werfen vielfältige Perspektiven auf diesen Morgen. Es wird die hierfür komponierte Musik von Francesco Impastato zu hören sein und die TeilnehmerInnen erlernen den Einsatz der Texte und Technik mit dem Autor Antonio Umberto Ricco und Christoph Isermann.

REFERENTEN: Antonio Umberto Ricco (Autor), Christoph Isermann
ZIELGRUPPE: DozentInnen der Erwachsenenbildung, MultiplikatorInnen
VERANSTALTER: Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB)
ANMELDUNG: Antje Schwieters E-Mail: schwieters@aewb-nds.de
KOSTEN: 39,00 Euro

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Mittwoch, 9. März, 18 Uhr, Niedersächsisches Studieninstitut für kommunale Verwaltung e. V., Hörsaal 132, Wielandstraße 8, 30169 Hannover

Vortrag: Geflüchtete = Naturkatastrophe???
Wie die Sprache der medialen Berichterstattung über Flucht und Migration unsere Wahrnehmung strukturiert

In der Berichterstattung über Flucht und Migration ist häufig von »Flut«, »Welle« oder »Krise« die Rede. Geflüchtete und MigrantInnen werden teils als »Asylanten« oder als »Ausländer« bezeichnet. Diese Wortwahl erscheint auf den ersten Blick sachlich, aber ist sie es auch? Wie prägt Sprache unsere Wahrnehmung und welchen Einfluss hat die Medienberichterstattung auf unsere Sicht der Themen Flucht und Migration?

REFERENTIN: Konstantina Vassiliou-Enz (Geschäftsführerin Neue deutsche Medienmacher e.V.)
VERANSTALTER: Landeshauptstadt Hannover, Stelle für Demokratiestärkung und gegen Rechtsextremismus

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

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Donnerstag, 10. März, 10 bis 16 Uhr, Leibniz Universität Hannover, Schloßwender Straße 1, 30159 Hannover (Haltestelle: Königsworther Platz)

Infotag: Tag der offenen Tür – Arbeitsstelle diversitAS an der Leibniz Universität Hannover

Wie wird »Rassismus« und »Diskriminierung« im Kontext der Arbeitsstelle diversitAS an der Leibniz Universität Hannover erforscht und diskutiert? Welche Forschungsrichtungen und Projekte zum Themenfeld gibt es? Welche Stellen und Initiativen arbeiten zu diesem gesellschaftlichen Problemfeld? Am 10. März öffnet die Arbeitsstelle diversitAS die Türen, um in einem World-Café zu präsentieren, wie Forschungs- und Bildungsarbeit gegen Rassismus und Diskriminierung wissenschaftlich aufbereitet und vermittelt werden.

VERANSTALTER: Arbeitsstelle DIVERSITÄT – MIGRATION – BILDUNG (diversitAS), Leibniz Universität Hannover, Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung

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Donnerstag, 10. März bis Samstag, 12. März, Haus der Jugend Hannover, Maschstraße 22, 30169 Hannover

Kreativ-Workshop: Aufmucken im Abendland
Rap(pen) gegen rechts

Worum gehts? Die aktuelle Auseinandersetzung mit dem Thema Zuwanderung ist von vielen widersprüchlichen Stimmungen und Gefühlen durchsetzt. Rechte, ausländerfeindliche Botschaften werden dabei immer lauter. Im Workshop wird an deinem Song zum Thema gearbeitet. Also, eigene Texte schreiben, Musik dazu gepackt und dann im Tonstudio den Song aufnehmen, das ist das Ziel der drei Tage.

ZIELGRUPPE: max. zehn Menschen zwischen 14 und 21 Jahren
REFERENTEN: Modou & Sam
VERANSTALTER: Landeshauptstadt Hannover, Koordination Sport und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
ANMELDUNG/Rückfragen per E-Mail: kai.sieben@hannover-stadt.de
TERMINE: 10.3. und 11.3., 17 bis 21 Uhr; 12.3., 14 bis 22 Uhr
Die Teilnahme ist kostenfrei.

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Freitag, 11. und 18. März, 10 bis 16 Uhr, Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover

Workshop: Flucht und Migration

Seit der Schulgründung 1893 war die Gartenbauschule Ahlem auch ein Ort, an dem Verfolgte aus anderen Teilen Europas Asyl erhalten konnten. Ab 1933 wurde die jüdische Schule zu einem Ort, an dem sich Menschen auf eine Auswanderung vorbereiteten, um dem Nationalsozialismus zu entkommen. 1946 befindet sich auf dem Gelände zeitgleich ein Lager des Deutschen Roten Kreuzes für vertriebene Deutsche aus Osteuropa und ein Kibbuz von Überlebenden des Holocaust, die nach Palästina auswandern wollen. Anhand verschiedener Lebenswege können im Workshop unterschiedliche Rahmenbedingungen von Flucht und Migration beleuchtet und verglichen werden. Eine Verbindung zur aktuellen Situation von Flüchtlingen wird hergestellt.

VERANSTALTER: Gedenkstätte Ahlem, Region Hannover
ANMELDUNG: 0511-616-23745 oder gedenkstaette@region-hannover.de

Die Teilnahme ist kostenfrei.

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Montag, 14. März, 13 bis 17 Uhr, Volkshochschule Hannover, Burgstraße 14, 30159 Hannover

World-Café: Was ist Integration?

Im Rahmen einer Projektwoche haben sich die Teilnehmenden der Schule für Erwachsene dem Thema Integration aus verschiedensten Blickwinkeln genähert und sind dabei auf unterschiedlichste Fragestellungen gestoßen. Auf diese Fragen möchten wir gemeinsam mit Ihnen als Bürgerin und Bürger der Stadt Hannover Antworten finden und Vorschläge entwickeln, die zu einer Integration aller in Hannover lebenden Menschen beitragen können. Begleitet wird das World-Café von einer Ausstellung, in der die Ergebnisse der Projektwoche gezeigt werden.

VERANSTALTER: Ada-und-Theodor-Lessing Volkshochschule, Akademie für Erwachsene, Sachgebiet Schule für Erwachsene
ANMELDUNG: Kerstin.Mannschatz-Oenemli@hannover-stadt.de

Die Teilnahme ist kostenfrei.

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Montag, 14. März, 17.30 Uhr, Leibniz Universität Hannover, Schloßwender Straße 1, 30159 Hannover Haltestelle: Königsworther Platz)

Empowerment: Netzwerktreffen für jugendliche PoC

Das Projekt Ju:an der Amadeu Antonio Stiftung startet in den Internationalen Wochen gegen Rassismus mit einem Netzwerktreffen für jugendliche PoC (people of colour). Das Treffen bietet den TeilnehmerInnen Raum für Austausch von alltäglichen Rassismuserfahrungen und gemeinsame Stärkung innerhalb der Bezugsgruppe (Empowerment). Zudem ist das Treffen der Kick Off für eine Empowerment-Konferenz im Herbst 2016 in Hannover.

VERANSTALTER: Amadeu Antonio Stiftung
ANMELDUNG: golschan.ahmad.haschemi@amadeu-antonio-stiftung.de

Die Teilnahme ist kostenfrei.

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Dienstag, 15. März, 20 Uhr, FES Niedersachsen, Theaterstraße 3 (Haus A, 5.OG), 30159 Hannover

Filmabend und Diskussion: »Every Face has a Name« von Magnus Gertten
Originalfassung mit englischen Untertiteln

Am 28. April 1945 legten mehrere Fähren mit Tausenden von KZ-Überlebenden im Hafen von Malmö an. Kamerateams filmten die ersten Schritte der unterernährten und misshandelten Menschen in Freiheit. 70 Jahre später sehen einige der Ankömmlinge von damals das Material zum ersten Mal. In fast magischen Augenblicken erkennen manche der Überlebenden sich oder Angehörige auf den Aufnahmen wieder. Aus namenlosen Gesichtern werden Menschen mit einer Geschichte und einem Namen. Magnus Gerttens Film wurde mit dem Preis »Der politische Film der Friedrich-Ebert-Stiftung« 2015 beim Filmfest Hamburg ausgezeichnet. Wir laden Euch herzlich ein, den Film bei Pizza und Getränken zu schauen und im Anschluss miteinander und mit uns ins Gespräch zu kommen.

REFERENTINNEN: Sophia Michaelis, Franziska Schröter, FES
ZIELGRUPPE: max. 40 Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren
VERANSTALTER: Landesbüro Niedersachsen der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES)
ANMELDUNG: niedersachsen@fes.de / die Teilnahme ist kostenfrei.

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Dienstag, 15. März, 20 Uhr, Kino im Künstlerhaus, Sophienstraße 2, 30159 Hannover

Filmabend und Diskussion: »WERDEN SIE DEUTSCHER« (BECOMING GERMAN) von Britt Beyer

Ein VHS-Integrationskurs und schwierige Fragen: Was ist deutscher Humor? Was bedeutet »Erst die Arbeit, dann das Vergnügen«? Und was ist eine »beleidigte Leberwurst«? Großes Rätselraten unter den Integrationswilligen aus 15 verschiedenen Nationen. Das Lernziel: »Integration«. In Deutschland führt der offizielle Weg dorthin über 600 Schulstunden, die die Quintessenz deutscher Geschichte, Kultur und Rechtsordnung vermitteln sollen. Vom Bestehen der Prüfung hängt viel ab. Regisseurin Britt Beyer hat ihre ProtagonistInnen zehn Monate lang begleitet. Im anschließenden Filmgespräch diskutieren wir mit Birgit Steckelberg über den Dokumentarfilm und die Situation der in Deutschland lebenden MigrantInnen.

GAST: Birgit Steckelberg, stv. Leiterin des Sachgebiets Integration der Landeshauptstadt Hannover
VERANSTALTER: DGB-Region Niedersachsen-Mitte, DGB-Jugend Niedersachsen-Mitte, GEW-Kreisverbände Hannover Stadt und Hannover Land

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

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Mittwoch, 16. März, 18 Uhr, IG Metall, Postkamp 12, 30159 Hannover

Diskussion: 3 mal Leben, Arbeit, Migration

Drei Kollegen aus dem Metall- und Elektrobereich stellen ihre Erfahrungen mit der deutschen Willkommenskultur vor. Gut oder schlecht empfangen wurden alle drei, unabhängig, ob sie wegen einer Arbeitsstelle oder wegen der Liebe in die Bundesrepublik gekommen waren oder hier geborene und aufgewachsene Kinder von sogenannten GastarbeiterInnen sind. Geschichten von helfenden Händen und integrations(un)willigen Deutschen treffen auf aktuelle Diskussionen um Asylgesetz und »Einwanderungswellen«.

VERANSTALTER: IG Metall Hannover, ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen Mitte

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

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Mittwoch, 16. März, 18.30 Uhr, VHS Hannover (Saal), Burgstraße 14, 30159 Hannover

Brandanschläge und Willkommenskultur: Sozialpsychologische Überlegungen zur aktuellen Gemengelage deutscher Gefühle

Ressentimentgetriebene Einstellungen, die zuvor nur der extremen Rechten als politisch-subkulturellem Milieu zugerechnet worden waren, erleben ihr Öffentlich-Werden in Form großer Demonstrationen (PEGIDA etc.), Parteineugründungen (AfD) und erschreckender Umfrageergebnisse. Zugleich existiert neben den Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte und dem Massensterben im Mittelmeer auch der Versuch in der Bevölkerung, eine »Willkommenskultur« zu leben. Wie ist der Zusammenhang von Positionen der extremen Rechten und der »Mitte der Gesellschaft« zu erklären? Gibt es eine Verbindung zwischen dem Erstarken rassistischer Ressentiments und demjenigen Deutschlands als Großmacht? Wie ist das Verhältnis von Fremdenfeindlichkeit und Willkommenskultur zu fassen?

VERANSTALTER: Ada- und Theodor Lessing Volkshochschule Hannover, Sachgebiet Politische Bildung
REFERENT: Sebastian Winter, Universität Bielefeld Interdisziplinäres Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung (IFF)
MODERATION: Prof. Dr. Rolf Pohl, Leibniz Universität Hannover

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

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Montag, 21. März, 18 Uhr, Eisfabrik, Seilerstr. 15F, 30171 Hannover

Lesung, Inputreferat und Diskussion: »Hate Speech« ist keine Meinungsfreiheit
Hasskommentare als neue Strategie der rechten Bewegung 

Nicht nur bekennend rechtsextreme User nutzen das Internet, um andere Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung zu diskriminieren und zu beleidigen. In der Anonymität fühlen sich Kommentatoren zu unsäglichen Aussagen hingerissen. Die Kommentarspalten, Facebook und Twitter sind voll von sogenanntem »Hate Speech« (Hasskommentaren). Caroline Paeßens gibt einen Einblick in die neue Strategie der rechten Bewegung und zeigt auf, welche Gegenmaßnahmen alle Social Media-NutzerInnen ergreifen können, um sich aktiv auch im Netz gegen Hasskommentare zu stellen. Die Beatpoeten präsentieren die schillerndsten Kommentare von PEGIDA über AfD bis HoGeSa aus ihrem Programm »Beatpoeten lesen deutsche Verhältnisse«.

VERANSTALTER: Bildungsverein Hannover
Kooperation: Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt Braunschweig (ARUG) und der Eisfabrik Hannover
GÄSTE: Beatpoeten, Caroline Paeßens, ARUG
MODERATION: Jörg Smotlacha (langeleine media)

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

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16. Februar bis 13. März, 10 bis 16 Uhr, Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover

Workshop: Antiziganismus

Antiziganismus hat eine ähnlich lange Geschichte wie Antisemitismus und wirkt sich ähnlich destruktiv auf die Betroffenen aus. Im Workshop wird die Struktur des antiziganistischen Ressentiments beleuchtet und analysiert. In Übungen wird die Wirkungsweise erfahrbar. Verfolgung und Vernichtung von Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus können anhand der Inhalte der Sonderausstellung und der Ahlemer Dauerausstellung erforscht werden. Aktuelle Verbreitung und Auswirkungen des Antiziganismus auf Roma in Deutschland und Europa werden im Workshop verdeutlicht. Dieser Workshop im Rahmen der Sonderausstellung »Von Auschwitz in den Harz« in der Gedenkstätte Ahlem umfasst ca. sechs Zeitstunden (10 bis 16 Uhr) und kann dienstags, mittwochs und donnerstags während der Laufzeit der Sonderausstellung (16.02. bis 13.03.16) gebucht werden.

VERANSTALTER: Gedenkstätte Ahlem, Region Hannover
ANMELDUNG: Telefon 0511-616-23745 oder E-Mail: gedenkstaett@region-hannover.de

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Programm der Gedenkstätte Ahlem im März 2016

Gedenkveranstaltung: Erinnerung an die Deportation der Sinti

Termin: Sonntag, 6. März 2016, 15 Uhr
Ort: Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Eintritt: frei

In der Nacht vom 2. zum 3. März 1943 wurden die Sinti aus Niedersachsen in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, unter ihnen 100 Kinder, Frauen und Männer aus Hannover. Der „Sonderzug“ für die Fahrt in den Tod stand am Bahnhof Fischerhof in Linden. Eine halbe Million Sinti und Roma kamen in der Zeit des Dritten Reiches um. Und doch gehören sie weiterhin zu den oft vergessenen Opfern des Holocaust und kämpfen nach wie vor um die Anerkennung der an ihnen verübten Verbrechen. Zur Erinnerung an die Deportation der Sinti lädt die Gedenkstätte Ahlem mit einer Sonderausstellung im Gerson-Saal zu einer Gedenkveranstaltung ein. Es sprechen unter anderem: Regionspräsident Hauke Jagau und Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. Im Anschluss an die Veranstaltung findet im Foyer der Gedenkstätte ein Empfang statt.

„Rede nicht mit denen, die sind gefährlich“ – Schulerfahrungen von Roma und Sinti

Filmdokumentation

Termin: Sonntag, 13. März 2016, 15 Uhr
Ort: Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Eintritt: frei

Ausgrenzung und Verfolgung von Sinti und von Roma stellen eine Grundkonstante der europäischen Geschichte dar. Diese Ausgrenzung hat viele Facetten. Ein Bereich dafür ist die Bildung: Studien belegen, dass gerade hier Sinti und Roma vergleichsweise schlecht abschneiden. Schüler aus Hannover und Wroclaw (Breslau, Polen) fragten nach Schulerfahrungen bei Sinti und Roma über drei Generationen. Hatten und haben Sinti und Roma wirklich gleiche Möglichkeiten und Chancen? Wie stellen sich die Schulen dieser Frage? Die Antworten aus ihren beiden Städten vergleichen die Schüler und beziehen sie auf ihre eigenen Schulerfahrungen. Entstanden daraus ist eine einstündige Dokumentation, die die Gedenkstätte Ahlem zeigt.

Konzert mit Sun Tailor und Dan Billu

Neue Reihe der Gedenkstätte „Musik aus Israel“

Termin: Sonntag, 13. März 2016, 20 Uhr
Ort: Café Glocksee, Glockseestraße 35, 30169 Hannover
Veranstalter: Gedenkstätte Ahlem, radio leinehertz 106.5 und Café Glocksee.

Seit der Veröffentlichung seines Debutalbums „Like the tide“ (2012) ist Arnon Naor als Sun Tailor eine der führenden Figuren der israelischen Indie-Musikszene geworden. In den letzten drei Jahren hat er zahlreiche Konzerte in Israel und Europa gespielt. „This Light“, sein neues Album, zeigt seine musikalischen Fähigkeiten stark entwickelt. Die freundliche Intimität des Debutalbums ist nun angereichert mit Rhythmen, Energie und Spielfreude. Das Album ist im November 2014 in Israel erschienen und sowohl im Indie- als auch im Mainstreambereich von den Kritikern gefeiert worden. Im Café Glocksee im hannoverschen Stadtteil Calenberger Neustadt stellt er heute sein neues Album vor. Unterstützt wird er dabei von Dan Billu, der ursprünglich aus Tel Aviv stammt und heute in Berlin lebt. Er eröffnet den Abend mit seinem emotionalen und eindrücklichen Songwriting.

Tag des Gedenkens: Zwangsarbeit in der Region Hannover

Mit Vortrag von Rainer Fröbe

Termin: Sonntag, 20. März 2016, 15 Uhr
Ort: Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Eintritt: frei

Die Gedenkstätte Ahlem begeht in diesem Jahr zum zweiten Mal einen Zwangsarbeitergedenktag und möchte damit an die auf dem Gelände der ehemaligen Gartenbauschule Ahlem ermordeten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter erinnern.

In seinem Vortrag „Die Zwangsarbeiterinnen des Reemtsma-Werks Hannover 1940-1944. Überraschende Facetten unfreier Arbeit“ beleuchtet der hannoversche Historiker Rainer Fröbe die Situation der vielen damaligen Zwangsarbeiterinnen. Quellengrundlage sind unter anderem die in den Jahren 2000 bis 2006 im Rahmen eines Entschädigungsprojekts erhobenen Berichte ehemaliger polnischer Arbeiterinnen und die dazugehörigen Fotografien aus der Kriegszeit.

Rainer Fröbe studierte Geschichte, Germanistik und Romanistik in Hannover. Den Schwerpunkt seiner zahlreichen Veröffentlichungen bildet die Zwangs- und KZ-Arbeit zu Kriegszeiten, neben seinen Forschungen zur Untertage-Verlagerung der deutschen Industrie 1943-1945 und zur Baugeschichte des Vernichtungskomplexes Auschwitz-Birkenau. Seit 2000 ist Fröbe Mitarbeiter der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur mit dem Forschungsschwerpunkt „Zwangsarbeit im Reemtsma-Konzern“.