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Suizid von Robert Enke

Am frühen Abend des 10. November 2009 nahm sich Enke an einem Bahnübergang im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge-Eilvese, unweit seines Wohnorts Himmelreich, durch Schienensuizid das Leben. Noch zwei Tage zuvor hatte er am 12. Bundesliga-Spieltag beim 2:2 vor heimischer Kulisse gegen den Hamburger SV für Hannover 96 das Tor gehütet. In einer Pressekonferenz wurde bekanntgegeben, dass er seit 2003 mehrfach wegen Depressionen in psychiatrischer Behandlung gewesen war. In seinem Abschiedsbrief bat er Angehörige und Ärzte um Verzeihung.

Am 17. Januar 2011 wurde die Straße, an der Stadion und Geschäftsstelle liegen, durch die Stadt Hannover von Arthur-Menge-Ufer nach dem verstorbenen 96-Torwart in Robert-Enke-Straße umbenannt.

Sein Suizid löste Bestürzung aus. Am 15. November fand eine Gedenkfeier im Niedersachsenstadion statt. Christian Wulff, Martin Kind, Theo Zwanziger, Stephan Weil sowie der katholische Pfarrer Heinrich Plochg richteten Worte an die rund 40.000 Trauergäste. Der Sarg Enkes war im Mittelkreis des Stadions aufgebahrt.

Robert Enke entstammte einer sportbegeisterten Familie. Sein Vater Dirk, ein promovierter Psychotherapeut, war ein 400-Meter-Hürdenläufer, seine Mutter spielte Handball. Enke spielte als Jugendlicher – zeitweise auch als Feldspieler – zunächst bei Jenapharm Jena, ab 1985 für den FC Carl Zeiss Jena. 1995 stand er im Kader des Zweitligisten und kam als Ersatztorhüter unter Trainer Eberhard Vogel zu drei Einsätzen.

In seinem ersten Spiel als Profi im November 1995 stand er gegen seinen späteren Klub Hannover 96 zwischen den Pfosten. Zur Saison 1996/97 wechselte Enke zu Borussia Mönchengladbach in die Fußball-Bundesliga. Dort saß er zunächst zwei Jahre auf der Ersatzbank, bis er 1998/99 unter Friedel Rausch Stammtorhüter wurde. Im Sommer 1999 wechselte Enke nach Portugal zu Benfica Lissabon. Im Sommer 2004 kehrte Enke in die Bundesliga zurück, er wechselte zu Hannover 96. Von Beginn an gehörte er zu den Leistungsträgern der Mannschaft. 2006 und 2009 wurde er von den Bundesligaspielern in Umfragen des Fachmagazins Kicker zum Kicker-Torhüter des Jahres gewählt. Ab 2007 war er Kapitän der Mannschaft von Hannover 96.

Bildquellen:

  • Kalenderblatt: www.hannover-entdecken.de