Amtseinführung von Arthur Menge

Am 15. August 1925 fand die Amtseinführung des neuen, heute umstrittene, Oberbürgermeisters Arthur Menge statt.

Nach dem Besuch des Lyzeums begann Menge ein Studium der Rechtswissenschaft. 1911 kam er als juristische Hilfskraft in die Stadtverwaltung Hannovers. Von 1914 bis 1918 war er Senator für Industrie, Wirtschaft und Ernährung, anschließend Direktor der hannoverschen Straßenbahn. 1919 wurde Menge für die Deutsch-Hannoversche Partei in das Bürgervorsteherkollegium gewählt. Nach der Wiederwahl 1924 wurde er 1925 schließlich Oberbürgermeister von Hannover. Trotz SPD-Mehrheit 1929 und der Machtergreifung der Nationalsozialisten übte er dieses Amt bis 1937 aus. Während seiner Amtszeit fanden u. a. der Bau des Maschsees, die Anlage des Hermann-Löns-Parks und der Erwerb der Herrenhäuser Gärten statt.

Als Hannovers Oberbürgermeister kollaborierte Arthur Menge mit den Nazis. Später schloss er sich dem Widerstand an. Für eine ungebrochene Heldengeschichte taugt Arthur Menge aus mehreren Gründen nicht.

Nahe seiner Ruhestätte auf dem Stadtfriedhof Engesohde erinnert der Arthur-Menge-Brunnen des Bildhauers Ludwig Vierthaler an den hannoverschen Oberbürgermeister.

Ein Antrag auf Widmung des Grabes von Menge als Ehrengrab wurde 2020 verworfen. Über die geringere Einstufung als bedeutendes Grab wird kontrovers diskutiert (Stand Juni 2020). Das Team Erinnerungskultur der Stadt Hannover unterstützt das mit Verweis auf die Verdienste Menges in einem „schwierigen Umfeld“. Der Stadtbezirksrat Südstadt-Bult lehnte das ab. Menge stehe mit seiner Amtsführung für die „Entrechtung und Ausgrenzung von jüdischen Mitarbeitern der Stadtverwaltung“.

Die Straße Arthur-Menge-Ufer war ursprünglich während der Gestaltung des Maschsees 1937 angelegt worden und anfangs nach seiner Lage Nordufer benannt. Von 1943 bis zu ihrer Rückbenennung 1945 hieß die Straße von-Tschammer-und-Osten-Straße nach dem NS-Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten. 1977 wurde sie umbenannt nach dem hannoverschen Oberbürgermeister. Ein Teil dieser Straße wurde am 17. Januar 2011 in Robert-Enke-Straße umbenannt.

Bildquellen:

  • Kalenderblatt: www.hannover-entdecken.de