Friedhöfe, Südstadt-Bult

Friedhof Engesohde

Hauptallee

Hauptallee

Der Stadtfriedhof Engesohde ist einer der ältesten Friedhöfe von Hannover.

Der Friedhof an der Orli-Wald-Allee an der Grenze des Stadtteils Südstadt zu Döhren zeichnet sich neben dem schönen Baumbestand durch seine zahlreichen künstlerisch gestalteten Grabdenkmäler und Gruftgebäude aus. Auf dem Friedhof befinden sich zahlreiche Gräber prominenter Hannoveraner. Darunter die der Tänzerin Yvonne Georgi, des Dadaisten Kurt Schwitters und der Architekten Georg Laves und Dieter Oesterlen. Der Friedhof liegt an der ehemaligen Alten Döhrener Straße, zwischen Hildesheimer Straße und dem Maschsee. Der 22 Hektar große Friedhof umfasst ca. 18.000 Gräber. Seit seiner Anlage bis heute ist der Friedhof in seiner Belegung für jeden Hannoveraner offen.

Jedes Jahr am internationalen Frauentag am 8. März werden von der Otto-Brenner-Akademie zusammen mit den Falken am Grab von Orli Wald rote Nelken niedergelegt. Sie gehörte als Häftling 502 im KZ Auschwitz als Lagerälteste der deutschen Widerstandsgruppe an. Unter Lebensgefahr half und rettete sie jüdische und andere Häftlinge. Anerkennend nannten sie Mithäftlinge den Engel von Auschwitz.

Geschichte

Der Stadtfriedhof Engesohde wurde als Ersatz für die geschlossenen alten hannoverschen Gemeinde-Friedhöfe St. Nikolai-Friedhof, Neustädter Friedhof und Gartenfriedhof angelegt. Der älteste Teil ist das nördliche Drittel (angelegt 1871–80). Der Eingangsbau im Rundbogenstil wurde 1873 von Ludwig Droste entworfen. Die Kapelle stammt in ihrer heutigen Form im neuromanischen Stil von Oskar Barnstorf (1910), die Reliefs schuf Elsbeth Rommel. Hinter der Kapelle, an der Ecke von Abteilung 20, ist einer der zwei noch existierenden gusseisernen „Bödeker-Engel“ aufgestellt, um 1854 von Georg Hurtzig entworfen und in der „Königshütte“ in Bad Lauterberg gegossen. Die Engelsfiguren, von denen es einmal 15 im Stadtgebiet von Hannover gab, gehen auf den populären hannoverschen Pastor Hermann Wilhelm Bödeker zurück, der mit ihnen seine Sammlungen zu wohltätigen Zwecken durchführte. Sein Grab befindet sich auch auf dem Engesohder Friedhof. Der Urnenhain wurde nach Plänen von Albrecht Haupt angelegt.

Ein Unikum: Als Begrenzungsmauer des (älteren) Nordteils des Friedhofs fand eine steinerne Balustrade Verwendung. Sie stand früher am Schiffgraben, einer heutigen Straße (zwischen Aegidientorplatz und Emmichplatz), die einmal eine Wasserstraße war. Sie wurde im Mittelalter als etwa 9 km langer Kanal für den Torf- und Holztransport vom Altwarmbüchener Moor durch die Eilenriede bis zum Aegidientor angelegt. Als der Wasserweg Mitte des 19. Jahrhunderts zugeschüttet wurde, kam die dann überflüssige Balustrade nach Engesohde.

Stadtplan

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