Friedhöfe, Südstadt-Bult

Ehrenfriedhof am Maschsee

Zentraler Gedenkstein auf dem Friedhof

Zentraler Gedenkstein auf dem Friedhof

Der Ehrenfriedhof Maschsee am Nordufer ist ein 1945 angelegter, denkmalgeschützter Friedhof zu Ehren der Kriegsgefangenen und Insassen von Konzentrationslagern verschiedener Nationalitäten, darunter auch Staatsbürger der ehemaligen Sowjetunion, die von Angehörigen der Gestapo-Leitstelle in Hannover ermordet worden waren.

Im Zweiten Weltkrieg wurden Zwangsarbeiter auch nach Hannover zum Arbeitseinsatz verschleppt. Im Stadtbereich gab es mehr als 500 Lager für über 60.000 Zwangsarbeiter, die vorwiegend in der Rüstungsindustrie arbeiten mussten. Zudem existierten in Hannover von 1943 bis 1945 sieben Außenlager des bei Hamburg gelegenen Konzentrationslagers Neuengamme. Zwangsarbeiter waren der Willkür des nationalsozialistischen Regimes ausgesetzt.

Eine Gruppe Häftlinge aus Ahlem wurde am 6. April 1945 durch Hannover zum Stadtfriedhof Seelhorst getrieben. Auf dem Todesmarsch durch die Stadt konnten mehrere Gefangene den bewaffneten Bewachern entkommen. Während der darauf folgenden Erschießungen auf dem Friedhof Seelhorst gelang Peter Palnikow die Flucht. Die übrigen Häftlinge mussten sich in Vierergruppen an das von ihnen selbst ausgehobene Massengrab stellen und wurden durch Angehörige der Gestapo mit gezielten Kopfschüssen ermordet. Nach der Befreiung Hannovers am 10. April 1945 informierte der Augenzeuge Peter Palnikow die Alliierten über die Erschießungen auf dem Stadtfriedhof Seelhorst.

Während diese Kriegsendeverbrechen der Nazis der Vertuschung von Unrecht und Grausamkeit dienen sollten, wurde mit der Anlage dieser Gedenkstätte am Arthur-Menge-Ufer am Nordufer des Maschsees bewusst eine zentrale innerstädtische Lage hinter dem Neuen Rathaus gewählt.

Gedenkveranstaltungen Ehrenfriedhof Maschsee

Jährlich findet hier am 1. September die zentrale Veranstaltung zum Antikriegstag statt. Seit den 1980er Jahren forciert die IG Metall eine Belebung des Gedenkens. Angehörige der IG Metall Jugend bereichern die Veranstaltungen zum Antikriegstag durch ihre Reflexionen zum Thema Krieg.

Die Gestaltung der Kriegsgräberstätte änderte sich im Laufe der Jahrzehnte von einer Einzelgrakennzeichnung über eine dreireihige Rosenbeetbepflanzung hin zu einer parkähnlichen Rasenfläche. Im Jahr 2009 wurden die Grabreihen erneut sichtbar gemacht, um den Friedhofscharakter wieder hervor zuheben.

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Links

Bildquellen

  • Zentraler Gedenkstein auf dem Friedhof: www.hannover-entdecken.de
  • Ehrenfriedhof am Maschsee 0111: www.hannover-entdecken.de