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Mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität: Stadt Hannover legt Ergebnisse der Repräsentativbefragung 2021 vor

Die Menschen in Hannover wünschen sich für die Innenstadt in erster Linie mehr Grün und mehr Qualität zum Verweilen. Das ist ein zentrales Ergebnis der Repräsentativbefragung „Innenstadt und Mobilität“ der Landeshauptstadt Hannover, an der im Mai dieses Jahres knapp 3.700 Hannoveraner*innen teilgenommen haben.

Wie sieht für die Bürger*innen Hannovers die Innenstadt der Zukunft aus? Welche Bedeutung hat Mobilität? Diese und weitere Fragen waren Teil der Erhebung im Rahmen des städtischen Innenstadtdialogs. Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) kann nun die gesamte Auswertung der abgefragten Bedürfnisse, Wünsche und Meinungen der Bürger*innen vorlegen.

Häufigste Nennungen zu Dingen, die in der Innenstadt gefallen, sind ihre guten Einkaufsmöglichkeiten, die gute Erreichbarkeit, die leichte Überschaubarkeit und die kurzen Wege. Nach Schulnoten am besten bewerten die Befragten die Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem ÖPNV, am schlechtesten schneidet ihre Aufenthaltsqualität ab. Erwartbar: Seit der Corona-Pandemie wird deutlich mehr online eingekauft.

Die Hälfte der Befragten begrüßt die Idee, Autospuren für andere Zwecke umzuwandeln – ob in der Innenstadt oder anderswo. Ob die Befragten der Umwandlung von Autospuren positiv gegenüberstehen, hängt davon ab, als welchen Mobilitätstyp sie sich selbst einschätzen. Das gleiche gilt bei der möglichen Umgestaltung von Pkw-Stellplätzen, sowohl in der Innenstadt als auch im Wohnumfeld. In der eigenen Wohngegend sollen Stellplätze tendenziell erhalten bleiben.

Mobilität, insbesondere der zukünftige Umgang mit dem Autoverkehr, ist das Stadtentwicklungsthema, das die Menschen in den Anmerkungen am Ende des Fragebogens am meisten beschäftigt.

Kritik an Struktur des Einzelhandels

Am häufigsten üben Befragte Kritik an der aktuellen Struktur des Einzelhandels. Besonders die mangelnde Vielfalt des Angebots und zu viele Ketten werden als negativ wahrgenommen. Ähnlich häufig werden als störend empfundene Personengruppen genannt.
Für die meisten Wege nennen die Befragten das Fahrrad als das favorisierte Verkehrsmittel. Zum Einkaufen wird am häufigsten das Auto genutzt und für kulturelle Aktivitäten und einen Besuch der Innenstadt der ÖPNV.
Die Erreichbarkeit, gerade mit dem ÖPNV, und die verkehrliche Situation der Innenstadt werden am besten beurteilt. Die Aufenthaltsqualität in der City schneidet hingegen am schlechtesten ab, besonders bei der Sicherheit am Abend und beim Angebot an Sitzmöglichkeiten wünschen sich die Befragten Verbesserung.
Was den Lieblingsort der Bürger*innen angeht, gibt es einen klaren Favoriten: der Ballhof. Es folgen mit etwas Abstand der Opernplatz, der Kröpcke und das Hohe Ufer.

Impulse für die Zukunft

„Mehr Grün“ ist mit Abstand die wichtigste Zukunftsvision der Befragten für die hannoversche Innenstadt. Eine breitere Vielfalt an Geschäften und mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum werden ebenfalls als sehr wünschenswert erachtet. Bei der zukünftigen Gestaltung von Plätzen und Aufenthaltsbereichen in der City stehen für die Befragten Grünanlagen an erster Stelle, gefolgt von ausreichenden und bequemen Sitzmöglichkeiten. Damit sie die Innenstadt zukünftig gerne besuchen, sind neben einer grüneren Gestaltung für die Befragten Sauberkeit und Sicherheit wichtige Aspekte.

Auch bei der möglichen Umwandlung des Straßenraums und von Pkw-Stellplätzen gilt der Wunsch „mehr Grün“: Ehemalige Parkplätze sollten bevorzugt Grünflächen und Fahrradwegen weichen, und für eine Neunutzung des Straßenraums wünschen sich die Befragten ebenfalls Grünflächen und öffentliche Sitzgelegenheiten.
Das Angebot, den Fragebogen auch für freie Anmerkungen zu nutzen, wurde rege angenommen. Insgesamt hat hier jede*r zweite Befragte eine oder mehrere Angabe(n) gemacht – mit großem Abstand am häufigsten zum Thema Verkehr.

Bei einigen Antworten gibt es deutliche Unterschiede je nach Geschlecht der befragten Personen. So sehen zum Beispiel Frauen Aspekte der Barrierefreiheit einschließlich Sitzgelegenheiten als wichtiger an als Männer. Auch nennen mehr Frauen als Männer bestimmte Ort, die sie meiden. Als ein solcher Ort wurde am häufigsten das Steintor genannt – von Frauen sowie von Männern. Bei der Zukunftsvision ihrer City legen Frauen deutlich mehr Wert auf vielfältige Begrünung, Sitzgelegenheiten und Geschäfte, während Männern eine autoarme oder autofreie Innenstadt wichtiger ist. Gleichzeitig nutzen Männer als Verkehrsmittel häufiger das Auto und seltener den ÖPNV als Frauen.
Sowohl vor als auch seit der Corona-Pandemie betreiben Männer mehr Online-Shopping als Frauen. Es konnte durch Corona jedoch eine gewisse Angleichung im Shopping-Verhalten festgestellt werden. Dabei kaufen ältere Altersgruppen deutlich weniger im Internet ein, als die jüngeren Gruppen bis 64 Jahre.

Bei den unterschiedlichen Altersgruppen sind es oft die Befragten ab 75 Jahren, deren Antwortverhalten von den Gesamtergebnissen abweicht. Dies betrifft nicht nur Aspekte der Barrierefreiheit, sondern auch das Thema Mobilität. So wird das Auto teilweise von dieser Gruppe positiver beurteilt als von allen anderen Befragten. Auch die Innenstadt gefällt den Senior*innen deutlich besser als den anderen Altersgruppen. Bei den Lieblingsplätzen nennen Jüngere bis 29 Jahre den Opernplatz am häufigsten, die Befragten ab 75 Jahren den Kröpcke und alle anderen Altersgruppen den Ballhof. Die E-Bike-Nutzung erreicht ihren höchsten Anteil bei den 64- bis 75-Jährigen – jede*r Vierte verfügt über ein Pedelec oder E-Bike.
Je jünger die Befragten sind, desto eher stimmen sie der Umwandlung von Pkw-Stellplätzen zu.

Bei den dargestellten Informationen handelt es sich um einen Auszug aus der umfangreichen Auswertung. Eine Broschüre mit den gesamten Ergebnissen kann auf www.hannover.de heruntergeladen werden.

Hintergrundinformationen

Im Rahmen des Innenstadtdialogs hat die LHH im Mai 2021 die Repräsentativerhebung „Innenstadt und Mobilität“ gestartet. Die Befragung befasst sich mit Gegenwart und Zukunft der hannoverschen City und der Mobilität in Hannover. Rund 16.000 zufällig ausgewählte Einwohner*innen ab 16 Jahren bekamen den Fragebogen postalisch zugeschickt. Es beteiligten sich 3.700 Hannoveraner*innen und die Ergebnisse sind repräsentativ.

Bildquellen:

  • Stadt Hannover: Stadt Hannover