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Kommando zum ersten Schützenausmarsch Hannover nach 1945

Schützenausmarsch 2004

Schützenausmarsch 2004

Das Kommando zum ersten Schützenausmarsch in Hannover nach 1945 erfolgt am 03. Juli 1950 obwohl die Stadtbehörden dagegen waren.

Der Schützenausmarsch Hannover ist der alljährliche Umzug der Schützenvereine in der Stadt Hannover und der Höhepunkt des hannoverschen Schützenfestes. Der Schützenausmarsch findet traditionell am ersten Sonntag des Schützenfestes, meist am ersten Sonntag im Juli, statt. Am bis zu 12 Kilometer langen Zug nehmen etwa 10.000 bis 12.000 Menschen teil, davon rund 5000 Schützen aus verschiedenen Vereinen sowie Musikkapellen, Spielmannszüge und weitere Gruppen. Er startet am Neuen Rathaus und bewegt sich über 3,5 Kilometer durch die Innenstadt zum Endpunkt auf dem Schützenplatz.

Aus Sicht der Stadtbehörde gab es in der zertrümmerten Stadt 1950 drängendere Angelegenheiten als den Schützenausmarsch, weshalb sie sich weigerte, nun schon den Neuanfang zu organisieren. Hannovers Schützen fühlten hingegen, daß diese Einkehr der Normalität wichtig wäre. So marschierten sie auf eigene Faust. Nach zehnjähriger Unterbrechung, gefüllt mit Unglück ohne Ende, war der Schützenausmarsch wieder da. Alles, was überlebt hatte oder inzwischen nachgewachsen war, ging entweder selbst mit oder stand bis hinauf auf die Schuttberge und Baugerüste am Strecken­rand. Frauen rannten auf die Bahn wie ehedem. Was müssen da für Tränen geflossen sein. Daß nicht alles glatt lief, z.B. die Reihenfolge der Zugfarben falsch war, störte gar nicht. Wohl aber tat es weh, das Neue Rathaus ungeschmückt zu sehen. 1951 sollte es dann unter stadtbehördlicher Ägide auch offiziell weiter­gehen. Dabei wurde eben dieses Neue Rathaus als Startpunkt eingeführt. Rückblickend betrachtet markiert der Schützenausmarsch 1950 somit nicht nur den Beginn einer Epoche, sondern auch das Ende der vorherigen.

Der Schützenausmarsch ist in fünf Abteilungen mit einem Vorzug und vier weiteren Zügen gegliedert. Zum Vorzug gehören der Schützenpräsident, der Oberbürgermeister, der Sportschützenpräsident sowie der Schützensenator und der Niedersächsische Ministerpräsident hinter einer Kette von berittener Polizei der Reiterstaffel Hannover und der Reiterstaffel Gilde-Reiterei. Dahinter geht ein Darsteller im Kostüm des Schützenfest-Maskottchens Ballerkalle, dem das Heeresmusikkorps Hannover folgt. Im Anschluss daran werden die Standarten des Verbandes Hannoverscher Schützenvereine und des Niedersächsischen Sportschützenverbandes getragen. Es folgen die Ehrengäste aus Schützenwesen und Politik, wie der hannoversche Oberbürgermeister. Sie gehen zu Fuß oder werden in einer doppelstöckigen Kutsche gefahren. Zum Vorzug gehört auch das Collegium ehemaliger Bruchmeister, von dem Holzpapageien als historische Zielscheiben mitgeführt werden.

Jeder der vier Züge wird von einem der vier am Eröffnungsfreitag vereidigten Bruchmeistern angeführt. Der 1. Zug trägt vorweg eine weiße Standarte, der 2. Zug eine rote, der 3. Zug eine gelbe und der 4. Zug eine grüne Standarte. Die Züge erinnern an die vier, im Jahr 1303 erstmals erwähnten Stadtbezirke (Osterstraße, Marktstraße, Köbelinger Straße, Leinstraße). Die Farbgebung der Standarten basiert auf den historischen Stadtfarben von Hannover Rot-Gelb-Grün und ab dem Jahr 1613 zusätzlich Weiß.

Bildquellen:

  • Schützenausmarsch 2004: www.hannover-entdecken.de
  • Kalenderblatt: www.hannover-entdecken.de