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Der Wandel könnte auch daran liegen das es vor Ort kein Angebot mehr gibt!

Online-Angebote werden immer beliebter – die Stadtbibliothek Hannover wandelt sich

Der Wandel in Richtung Online könnte auch daran liegen das es vor Ort kein Angebot mehr gibt!

Der Wandel könnte auch daran liegen das es vor Ort kein Angebot mehr gibt!

Auch 2016 konnte die Stadtbibliothek Hannover als erfolgreiches Jahr verbuchen: Die Zahl der Entleihungen und Downloads konnte gesteigert werden, die Stadtbibliothek bleibt die am meisten besuchte städtische Kultureinrichtung, sie verzeichnet 13.000 Neuanmeldungen, sie organisiert zahlreiche Veranstaltungen in Kooperation mit anderen Kultureinrichtungen, sie leistet wichtige Kinder- und Jugendbildung und unterstützt die frühe Sprach- und Leseförderung und sie bietet integrative Veranstaltungen mit und für MigrantInnen. Und nicht zuletzt können StadtbibliothekarInnen nicht nur sagen, was in 2016 die Ausleihrenner waren, sie haben auch ein gutes Gespür für die zukünftigen Entwicklungen auf dem Buch- und Medienmarkt.

Im Einzelnen:

Entleihungen und downloads

Die Zahl der Entleihungen und Downloads ist gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent auf 4.319.470 gestiegen. 21 Prozent der Entleihungen entfallen auf Sachbücher für Erwachsene, zwölf Prozent auf Belletristik für Erwachsene, 14 Prozent auf Hörbücher, 22 Prozent auf Kinder- und Jugendbücher, 25 Prozent auf audio-visuelle Medien für alle Altersgruppen und sechs Prozent auf elektronische Medien (E-Books, E-Zeitschriften usw.).

Auffällig ist die steigende Nutzung der elektronischen Angebote: Allein über 225.000 „Entleihungen“ entfielen auf E-Books, E-Zeitschriften (2017: 19 Titel), E-Musik und Co. Dazu kommen rund 120.000 Downloads aus Presse- und Informationsdatenbanken. Mit diesen Angeboten ist die Stadtbibliothek rund um die Uhr erreichbar. Unabhängig von Öffnungszeiten können BibliothekskundInnen von zuhause oder unterwegs aus im Angebot digitaler Medien stöbern und herunterladen, was sie lesen oder hören wollen.

1.469.775 Besuche

Ebenso erfreulich hat sich die Zahl der Besuche entwickelt und zeigt, dass das Vor-Ort-Angebot der 19 Einrichtungen der Stadtbibliothek trotz der gestiegenen Nachfrage nach digitalen Medien eine hohe Attraktivität hat. Mit 1.469.775 Besuchen ist die Bibliothek Spitzenreiterin im Kreise der hannoverschen Kultureinrichtungen, auch wenn sie 2016 bedingt durch umbaubedingte Schließungen von Stadtteilbibliotheken Einbußen hinnehmen musste (minus 80.000 Besuche).

Neuanmeldungen

Stolz ist die Stadtbibliothek, dass erneut mehr als 13.000 Neuanmeldungen verbucht werden konnten. Ein Teil dieser NeukundInnen wurde im Rahmen von Vermittlungsangeboten gewonnen: Seien es Einführungen in die Bibliotheksbenutzung, die Recherche und Informationsbewertung für Schulklassen, Sprachkurse und andere Lerngruppen oder auch öffentliche Veranstaltungen. Allein rund 2.500 Veranstaltungen für Gruppen zur Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz wurden organisiert. Zusätzlich wurden 950 Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche (vom Bilderbuchkino bis zum Wii- oder Minecraft-Workshop) angeboten und 450 altersübergreifende Veranstaltungen für Erwachsene (unter anderem Vorträge, Lesungen, Gesprächskreise oder Konzerte).

Vernetzung mit anderen Kultureinrichtungen

Vernetzung wird im Veranstaltungsbereich großgeschrieben: Als Traditionshaus beteiligt sich die Stadtbibliothek regelmäßig an der Nacht der Museen, kooperiert beim Krimifest, organisiert Lesungen zum nationalen Vorlesetag und kleine musikalische Veranstaltungen zum Hausmusiktag „Heimvorteil“ und unterstützt den Vorlesewettbewerb des Buchhandels. Die erfolgreichen Vortragsreihen für Literatur- und BuchliebhaberInnen, „Erfahren, woher wir kommen – Große Romane der Weltliteratur“ und „Stadtbibliothek aufgeschlossen“ werden fortgesetzt.

Kinder- und Jugendbildung

Neue Kindersoftware auszutesten und einer Praxiserprobung zu unterziehen, ist Aufgabe der jeweils im August/September arbeitenden Kinderjury. Ihre Bewertungen flossen ein in die auf der Frankfurter Buchmesse vergebene Auszeichnung für empfehlenswerte Kindersoftware (TOMMI, der Deutsche Kindersoftwarepreis). TOMMI hat sich als Beteiligungsformat bewährt, bei dem die Kinder ernst genommen werden, das der Bibliothek Erkenntnisse verschafft, welche Qualitätskriterien für Kinder wichtig sind und was ihnen gefällt, und die den Entwicklern wertvolle Kontakte zu ihrer Zielgruppe ermöglicht.

Außerdem werden Rechercheschulungen mit Tablets und Leseförderung mit Apps erprobt: Im Rahmen der bundesweiten Initiative „Lesen macht stark“, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, führt die Stadtbibliothek ein Projekt zum Einsatz von Tablets und Apps zur Förderung des Lesens und der Lesefreude durch. Und natürlich ist auch das beliebte Bilderbuchkino digital geworden. Gleichwohl besitzen die alten Dias für Kinder auch einen großen Reiz, genauso wie das „analoge“ Kamishibai, ein kleines Papiertheater in Tischgröße, das zum Geschichtenerzählen eingesetzt wird.

Bei der Literaturvermittlung für SchülerInnen ist die zentrale Jugendbuchwoche eine wichtige Säule, um Schulen und Eltern gleichermaßen zu erreichen. Jeden Herbst erschaffen die BibliothekarInnen im Künstlerhaus eine neue thematische Bücherwelt, die dann auf Reisen geht. Sie wurde in den Folgemonaten von der Stadtbibliothek in 25 verschiedenen Schulen vorgestellt und bietet so Eltern, LehrerInnen und mehr als 10.000 Kindern die Möglichkeit, sich über neue Buchtitel zu informieren und Lesefreude auszuleben. In den Sommerferien regt der Julius-Club („Jugend liest und schreibt“) die 11- bis 15-Jährigen an, exklusiv für sie ausgewählte und reservierte Bücher zu lesen und zu bewerten. Erneut haben 650 Jugendliche teilgenommen, über 2.600 Bücher gelesen und mehr als 1.000 schriftlich bewertet. In diesem Rahmen fand auch als besonderes Angebot für die JulianerInnen gemeinsam mit einer Sprachlernklasse der Anna-Siemsen-Schule in Hannover eine kulinarische Reise um die Welt statt, die den Deutsch lernenden Migrantinnen genauso viel Spaß gemacht hat wie den Jugendlichen.

Frühe Sprach- und Leseförderung

Im Bereich der frühen Sprach- und Leseförderung sind die „Babys in der Bibliothek“ mit 3.600 Babys und Eltern ein genauso viel besuchtes Format wie der jährliche Bilderbuchsonntag.

Integrationsarbeit mit MigrantInnen

Der Nachfrage in Hannover lebender MigrantInnen, Deutsch besser zu lernen und vor allem auch zu sprechen, hat auch 2016 die Aktivitäten und das Medienangebot stark beeinflusst. Kurze Bibliotheksinformationen auf Arabisch, Englisch, Französisch, Farsi, Russisch, Türkisch erleichtern seit 2016 auch den des Deutschen nicht so mächtigen Menschen Schritte in die Stadtbibliotheken. Sprachlernwerke, Wörterbücher und einfach zu lesende Texte sind weiter gut nachgefragt. Der vom Verein der Freunde der Stadtbibliothek Hannover initiierte Gesprächskreis an jedem Dienstagnachmittag ist eine feste Größe im Kalender der Zentralbibliothek.

Räumlichkeiten passend zum Nutzungsverhalten

Zunehmend stärker wird die Nachfrage ebenso nach Plätzen und Räumen, in denen kleinere Selbstlerngruppen zusammen arbeiten können, wie nach Einzelarbeitstischen. Die Stadtbibliothek erlebt eine Renaissance als Arbeits- und Studienort, der mit Laptop, Schreibblock und Übungsmaterialien zum gemeinsamen oder einsamen Lernen aufgesucht wird. Das in den Bibliothekseinrichtungen zur Verfügung stehende WLAN ist gerade für diese NutzerInnen hilfreich. Entsprechend dem veränderten Nutzungsverhalten, der Nachfrageentwicklung und dem Wandel im Medienangebot hat sich die Stadtbibliothek Hannover von einem Hort der Bücher, den die Menschen fast ausschließlich zum Ausleihen aufsuchten, hin zu einem Lernort und zu einem Ort kultureller und Bildungsvermittlung verändert. Bei Neumöblierungen werden entsprechend mehr Einzel- und Gruppenarbeitsplätze eingeplant und auf Flexibilität geachtet.

Neue Räume

Nach einer längeren Neubauphase konnte Ende November die Stadt- und Schulbibliothek Mühlenberg an der Leonore-Goldschmidt-Schule / IGS Mühlenberg in hellen Räumen und vom Mühlenberger Markt her gut sichtbar wieder in Betrieb gehen.

Jubiläen

Als zweitälteste Einrichtung hat die Stadtteilbibliothek Misburg 2016 ihr 90-jähriges Jubiläum gefeiert. Weitere Jubiläen konnten auch in den Stadtteilbibliotheken Badenstedt (25 Jahre) und Herrenhausen (50 Jahre am aktuellen Standort) begangen werden. Alle drei Bibliotheken sind fest in ihren Stadtteilen verwurzelt und werden auch als kulturelle Zentren wahrgenommen.

Medienangebot und Ausleihrenner 2016

Von den BibliothekarInnen, die das Medienangebot auswählen, wird ein gutes Gespür für Entwicklungen auf dem Buch- und Medienmarkt und für thematische Trends verlangt. Der Markt und die Nachfrage werden immer kurzlebiger. Solange neue Titel in der Diskussion oder auf den Bestsellerlisten stehen, ist die Nachfrage auch in der Stadtbibliothek extrem hoch und potenzielle LeserInnen warten monatelang trotz Mehrfachkaufs auf die von ihnen vorgemerkten Titel. Doch zum Teil nicht einmal ein Jahr später flacht der Hype ab und Mehrfachexemplare stehen in den Regalen – und dabei ist es egal, ob es sich um Romane oder Sachbücher handelt. Hier mit Fingerspitzengefühl ausgewogen und trotzdem schnell Neues in der richtigen Anzahl zu kaufen, ist eine große Herausforderung, zumal dann noch zu entscheiden ist, ob ein Titel als gedrucktes Buch, als E-Book und/oder als Hörbuch das Bibliotheksangebot bereichern soll.

Im Sachmedienbereich sind Selbermachen (von Stricken bis Imkern), aber auch Geldanlage („Intelligent investieren“), Ernährung/Kochen, Gesundheit, Wohnen und Garten die beherrschenden Themen. Der Trend „Simplify your Life“ hat seine Fortsetzung in „Magic Cleaning“ gefunden. Aber auch Bücher zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragestellungen (Flüchtlinge, Islam, Terrorismus) werden gerade aus der Zentralbibliothek viel entliehen. Und auch die kritische Edition von „Mein Kampf“ wurde im vergangenen Jahr stark nachgefragt, genauso wie Biographien. Für 2017 ist eine rege Nachfrage nach Lutherbiographien und Reformationsdarstellungen absehbar. Hohe Ausleihzahlen erzielen weiterhin die Fächer Medizin, Psychologie, Sprache (hier vor allem Deutsch als Fremdsprache), Hörbücher und Spielfilme.

Romane

Die Krimi- und Thriller-Leselust ist weiter ungebrochen. Marc Elsberg („Helix“ / „Zero“), Simon Becket („Totenfang“) oder Volker Klüpfels Kluftinger Krimis erfreuen sich großer Beliebtheit. Eine (traurige) Renaissance erlebten die Titel von Henning Mankell. Jojo Moyes Liebesgeschichten liefen sowohl als Taschenbuch, gebunden als auch als Hörbuch in allen Einrichtungen sehr gut. Ein weiterer Trend geht zu autobiografischen Romanen, wie zum Beispiel Matthias Brandts „Raumpatrouille“, der sich 15 Wochen auf der Bestsellerliste hielt und in der Stadtbibliothek an den Erfolg von Joachim Meyerhoffs „Alle Toten fliegen hoch“-Trilogie anknüpfte.

Nicht nur die Kindheit in den 1970ern (Matthias Brandt) auch das musikalische Leben war mit Biografien von Udo Lindenberg „Panikherz“, Bruce Springsteen „Born to run“ und Phil Collins „Da kommt noch was“ von großem Interesse.

Filme

Spielfilme wie das Weltraumabenteuer „Gravity“ wurden ebenso stark nachgefragt wie Familienfilme wie „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ und wie die verschiedenen Teile der „Ich – Einfach unverbesserlich“-Reihe. In den Zweigstellen wurden Disneyfilme wie „Frozen“ (die Eiskönigin), aber auch unbekanntere wie „Das Geheimnis der Feenflügel“ oft ausgeliehen. Ebenso oft entliehen wurden aber auch moderne Jugendbuchverfilmungen wie zum Beispiel die „Tribute von Panem“-Trilogie, „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ oder „Die Bücherdiebin“ – interessant, dass bei den Blu-Rays-Hitlisten Kinderfilme klar dominieren („Jack und das Kuckucksuhrherz“, „Die Croods 3D“ etc.)

Musik

Hier geht der Trend zu deutscher Musik: Deichkind, Clueso und Cro waren die Ausleihrenner. Überall laufen sehr gut Sampler, mit denen die KundInnen die beliebtesten Titel des Jahres / eines Genres erhalten.

Zeitschriften

Ähnlich wie im letzten Jahr dominieren die Wissenszeitschriften Test („Warentest“, „Ökotest“, „Finanztest“) neben populären Wissenschaftsmagazinen wie „Psychologie Heute“ und praktischen Themen wie Inneneinrichtung („Wohnidee“, „Schöner Wohnen“, „Living at Home“) oder Lifestyle („Yoga aktuell“, „Burda Style“, „Brigitte“).

Im Jugendbereich spielen weiterhin Greggs Tagebücher (inzwischen Bd 11) eine wichtige Rolle. Der neue Harry Potter hat die Nachfrage nach den älteren Bänden stark belebt. Auch Ingo Siegners „Drache Kokosnuss“ bewegt sich weiter im Ausleihhoch. Stark nachgefragt sind Tip-Toi-Bücher und Kinder-CDs mit Liedern. Während die Mädchen gut mit Geschichten versorgt werden, sind die Leseinteressen der Jungen schwerer zu erfüllen: Gerade für die Sechs- bis Achtjährigen werden in den Bibliotheken mehr Sachbücher zu gefragten Themen benötigt als die Verlage bieten.

Sehr stark entliehen werden die Serien „Lego Ninjago“, „Lego Friends“, „Lego Elves“ und „Lego Nexoknights. Hier bietet die Stadtbibliothek Filme, Hörbücher und Bücher (Spielebücher und Geschichten), die auch bei Jungen sehr beliebt sind. Außerdem beliebt sind natürlich die Klassiker-Serien „Was ist Was“ und „Memo“ (früher „Sehen Staunen Wissen“).

Neue Medienangebote

Kontinuierlich ausgebaut wird das Angebot fremdsprachiger Medien. Die Internationale Bibliothek in der Oststadtbibliothek spiegelt die kulturelle Vielfalt der Stadt Hannover wider. Das Angebot umfasst etwa 12.000 Kinder- und Erwachsenenmedien in 13 Sprachen. Neben Englisch und Französisch stehen Bestände in Arabisch, Persisch, Russisch etc. auch in den anderen Bibliotheken zur Verfügung. International sind auch die digitalen Angebote: Attraktiv ist die mehrere tausend Titel in 50 Sprachen umfassende Zeitungsdatenbank. Im Laufe des Jahres 2017 sollen neu digitale Sprachkurse zur Nutzung angeboten werden.

Seit Dezember 2016 gibt es ein erweitertes Angebot an Konsolenspielen auf ausdrücklichen Publikumswunsch, der sich in den Anschaffungsvorschlägen der letzten Monate widerspiegelt. Seit Jahren gibt es eine konstant hohe Nachfrage in den Bibliotheken an Spielen für Nintendo WII und WII U. Gerade Kinder (sechs bis zwölf Jahren) fragen oft nach Nintendo DS / 3DS und Playstation-3-Spielen. Besonders beliebt sind Spieleserien wie die Sportspiele „Fifa“, „Madden“, aber auch Adventures wie „Legend of Zelda“ oder Action wie „Pokemon Rumble“. Das Angebot wird laufend aktualisiert.

Auch das E-Book-Angebot wird sukzessive weiter ausgebaut. Dem Problem, dass E-Books in den Bibliotheken nicht sichtbar sind, weil sie nicht in den Regalen ausliegen können und vor Ort nicht zum Stöbern animieren, begegnet die Stadtbibliothek in der Zentrale und in der Oststadt mit einem neuen, attraktiven Download-Tischgerät, das auf komfortable Weise das virtuelle Angebot transparenter machen soll.

Ausblick

Die Baumaßnahmen für die Jugend- und Stadtbibliothek List dauern an. Mit einer Wiedereröffnung ist nicht vor Sommer zu rechnen. Hier soll erstmals ein neues Zusatzangebot erprobt werden: Bibliotheksöffnung auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten wie es in skandinavischen Bibliotheken, aber auch in Hamburg bereits umgesetzt wurde („open library“).

Weitere baubedingte Bibliotheksschließungen sind – soweit heute absehbar – für 2017 nicht geplant.

Bücherbus, Ausleihautomat und Provenienz

Der in diesem Jahr 30 Jahre alte Bus der Fahrbibliothek soll 2017 durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden.

Außerdem soll eine kleine Automaten-Ausleihstation getestet werden, die das Ausleihen physischer Medien außerhalb der Bibliotheksgebäude erlaubt. Organisatorische und Standortfragen sind noch in der Klärung.

Auch die Stadtbibliothek wird ihre Bestände auf zweifelhafte Provenienzen hin untersuchen. Das Deutsche Zentrum für Kulturgutverlust hat einen entsprechenden Förderantrag bewilligt.

Titelblatt des ersten Heftes des ersten Jahrgangs der Zeitschrift Simplicissimus ( Kuwimuc, Simplicissimus First Edition Title, CC BY-SA 3.0)

Direktorin des Museums Wilhelm Busch stellt satirische Wochenschrift „Simplicissimus“ vor

Titelblatt des ersten Heftes des ersten Jahrgangs der Zeitschrift Simplicissimus ( Kuwimuc, Simplicissimus First Edition Title, CC BY-SA 3.0)

Titelblatt des ersten Heftes des ersten Jahrgangs der Zeitschrift Simplicissimus ( Kuwimuc, Simplicissimus First Edition Title, CC BY-SA 3.0)

In der Reihe „Stadtbibliothek aufgeschlossen“ stellt die Direktorin des Museums Wilhelm Busch, Dr. Gisela Vetter-Liebenow, am Montag (2. Januar) um 17 Uhr in der Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Straße 12, die satirische Wochenschrift „Simplicissimus“ vor.

Zur Lesung:

Am 4. April 1896 erschien das erste Heft der illustrierten Wochenschrift „Simplicissimus“. Innerhalb kürzester Zeit gelang es, dem gerade aus Paris nach München zurückgekehrten Gründer und Verleger Albert Langen, die talentiertesten satirischen Künstler in seiner Redaktion zu versammeln und den „Simplicissimus“ zum führenden politischen Witzblatt der Zeit zu machen. Es waren vor allem Zeichner wie Karl Arnold, Olaf Gulbransson, Thomas Theodor Heine oder Eduard Thöny, die mit ihren individuell sehr unterschiedlichen Stilen das hohe künstlerische Niveau prägten. Ein bis dahin in Deutschland ungewohnt scharfer satirischer Biss paarte sich dabei mit spielerisch arbeiteten Einflüssen der internationalen Kunstströmungen um die Jahrhundertwende. Der „Simplicissimus“ wurde so stilbildend für die Entwicklung der politischen Karikatur im 20. Jahrhundert. Zugleich veröffentlichten zahlreiche Schriftsteller, darunter Thomas Mann, Hermann Hesse und Arthur Schnitzler, in loser Folge Texte im „Simplicissimus“. Erst 1944 sollte das Heft der seit 1933 gleichgeschalteten Zeitschrift erscheinen.

Mehr unter www.simplicissimus.info

„Stadtbibliothek aufgeschlossen“

In der Veranstaltungsreihe „Stadtbibliothek aufgeschlossen“ werden die schönsten und bedeutendsten Schätze aus sieben Jahrhunderten – von der mittelalterlichen Handschrift und der Inkunabelzeit bis in das 21. Jahrhundert – präsentiert.

„Stadtbibliothek aufgeschlossen“ wird gefördert durch die Freunde der Stadtbibliothek Hannover e.V..

Bild: Kuwimuc, Simplicissimus First Edition Title, CC BY-SA 3.0

Foto-Ausstellung von UNICEF mit 25 Bildtafeln zu „Letzte Chance für eine Kindheit“ und „Nothilfe für Kinder“

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF präsentiert noch bis zum 12. Januar 2017 die Fotoserien „Letzte Chance für eine Kindheit“ und „Nothilfe für Kinder“ in der Zentrale der Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Str. 12. Die 25 Bildtafeln dokumentieren, wie UNICEF Kindern in Krisensituationen und -gebieten hilft. Die Ausstellung ist von der UNICEF-Arbeitsgruppe Hannover zur Verfügung gestellt worden. Begleitend werden fünf UNICEF-Weihnachtskarten für acht Euro verkauft. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek Hannover, Montag bis Freitag von 11 bis 19 Uhr und Sonnabend von 11 bis 16 Uhr, zu sehen. Der Eintritt ist frei.

UNICEF über sich selbst:

„Jedes Kind auf der Welt hat das Recht auf eine Kindheit – UNICEF ist dafür da, dass aus diesem Recht Wirklichkeit wird. In rund 150 Ländern, überall auf der Welt ist UNICEF jeden Tag für Kinder im Einsatz. Bei UNICEF Deutschland ist es unsere Aufgabe, die Arbeit für Kinder bekannt zu machen und Menschen zum Spenden zu bewegen. Denn erst die Unterstützung unserer SpenderInnen macht diese Hilfe möglich. Das Deutsche Komitee für UNICEF wurde 1953 als Verein gegründet und ist heute eine der wichtigsten Stützen der weltweiten UNICEF-Arbeit.“

Vortrag in der Reihe „Rohstoff für die Stadtgeschichte“ über das Strafrecht und die Strafverfolgung im 16. Jahrhundert

In der Reihe „Rohstoff für die Stadtgeschichte – neue Blicke in alte Quellen“ findet am 20. Oktober (Donnerstag) um 19 Uhr im Stadtarchiv, Am Bokemahle 14-16, ein Vortrag statt. Dr. Carola Piepenbring-Thomas spricht zum Thema „Dirik Hogemeiger schal Greinefellen dochter beschlappen hebben – dem Knechte 24 pnt unnd der Minsche – 24 pnt“.

Zum Vortrag: Anhand des ältesten in Hannover überlieferten Brücheregisters des Stadtschreibers Johannes Halßbandt eröffnen sich spannende Einblicke in das Strafrecht und die Strafverfolgung des Rates in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die Gattung des Brüche-, das heißt des Strafgeldregisters wird quellenkritisch vorgestellt, eingeordnet und in Bezug zur weiteren Überlieferung der Stadtverwaltung (Brief-, Sententien-, Recessbücher) gestellt.

Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter der Telefonnummer 168-42173 oder per Mail an stadtarchiv@hannover-stadt.de wird gebeten. Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation des Stadtarchivs Hannover mit dem Museum August Kestner.

Bauhistoriker Sid Auffarth stellt Karl Elkarts Buch „Neues Bauen in Hannover“ von 1929 vor

Sid Auffarth, Bauhistoriker aus Hannover, stellt am Montag (5. September) von 17 bis 18 Uhr in der Stadtbibliothek, Hildesheimer Straße 12, das 1929 erschienene Buch von Karl Elkart, grüner Leineneinband mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel, „Neues Bauen in Hannover“ in der Reihe „Stadtbibliothek aufgeschlossen“ vor.

Zum Buch „Neues Bauen in Hannover“

In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre entwickelte sich in Hannover eine starke Bautätigkeit. Der damalige Stadtbaurat Karl Elkart förderte den Wohnungsbau, um der großen Wohnungsnot zu begegnen, aber auch Schulen sowie andere interessante öffentliche und private Gebäude wurden errichtet, unter anderem die erst 1931 fertiggestellte Stadtbibliothek.

In dem 1929 erschienenen Buch „Neues Bauen in Hannover“ werden auf 80 Bildtafeln neben einigen Plänen und Grafiken (Flächenverteilung, Bebauungsplan, Bevölkerungswachstum) zahlreiche Wohnungs-, Geschäfts-, Industrie- und Schulbauten sowie Bedürfnisanstalten, Brücken oder Bäder im Bild vorgestellt, die überwiegend als Klinkerbauten realisiert wurden.

Gerade die Wohnbauten prägen noch heute das Stadtbild, besonders in der Südstadt. In zwei Aufsätzen von Karl Elkart und Magistratsoberbaurat Otto Meffert stellen beide die städtebaulichen Herausforderungen in Hannover dar. Am Ende des Buches präsentieren sich auf 56 Seiten hannoversche Firmen in Werbeanzeigen.

„Stadtbibliothek aufgeschlossen“

In der Veranstaltungsreihe „Stadtbibliothek aufgeschlossen“ werden die schönsten und bedeutendsten Schätze aus sieben Jahrhunderten – von der mittelalterlichen Handschrift und der Inkunabelzeit bis in das 21. Jahrhundert – präsentiert.

Wer Freude an alten, wertvollen oder für die Bibliotheks- und die Stadtgeschichte bedeutenden Büchern und Handschriften hat, sollte einmal im Monat am Montagnachmittag eine knappe Stunde die Stadtbibliothek, Hildesheimer Straße 12, besuchen und einen Blick auf die Originale werfen.

„Stadtbibliothek aufgeschlossen“ wird gefördert durch die Freunde der Stadtbibliothek Hannover e.V.

Vorstellung des Integrationsprojektes „Asylothek“ – Preisträger des „Bürgerpreises 2015“

Die Stadtbibliothek Hannover lädt am Mittwoch (17. August) um 19.30 Uhr zur Vorstellung des Integrationsprojektes „Asylothek“ mit anschließender Diskussion in die Stadtbibliothek, Hildesheimer Straße 12, ein. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Der Nürnberger Architekt Dipl.-Ing. Günter Reichert wird über sein 2012 gegründetes nachhaltiges Integrationsprojekt „Asylothek“ berichten. Es verfolgt das Ziel, die Sprachkompetenz, Bildung und Integration von Flüchtlingskindern und ihren Familien fördern.

Was zunächst als kleine Bibliothek für AsylbewerberInnen in einer Gemeinschaftsunterkunft begann, hat sich mittlerweile zu einem rein ehrenamtlich geführten Bildungszentrum entwickelt. In der „Asylothek“ werden junge Flüchtlinge durch spielerische Elemente mit den Regeln in Deutschland vertraut gemacht. Sie können Deutsch lernen, selbst wenn sie och keinen Aufenthaltstitel haben. Daneben gibt es sportliche und kreative Angebote. Die Initiative zählt zu den Preisträgern des „Bürgerpreises 2015“ des Bayerischen Landtags. Reichert wurde Ende Juli vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement mit dem Titel „Deutscher Engagement-Botschafter“ geehrt.

Auch in Hannover wurde im Bereich Integration viel getan: Von MigrantInnen der „ersten Generation“ wurde ein eigenständiges und selbstverwaltetes Netzwerk von Kultur– und Bildungs-Treffpunkten geschaffen. Es bietet den heutigen Geflüchteten eine Vielfalt an säkularen Lernorten mit beachtlichem Bücher– und Medienbestand an. Die Stadtbibliothek setzt sich dafür ein, Lernorte für die Stadtgesellschaft, für die Verwaltung, für die vielen HelferInnen und für Geflüchtete sichtbarer zu machen.

„Stadtbibliothek aufgeschlossen“ über den „Schiffbruch der Fregatte Medusa“

Das Buch „Der Schiffbruch der Fregatte Medusa. Auf Ihrer Fahrt nach dem Senegal im Jahre 1816“ von J. B. Heinrich Savigny und Alexander Corréard stellt Maria Haldenwanger, Vorsitzende der „Freunde der Stadtbibliothek Hannover e.V.“, am Montag (4. April) von 17 bis 18.30 Uhr in der Stadtbibliothek, Hildesheimer Straße 12, vor.

Vor 200 Jahren, im Juli 1816, lief die französische Fregatte Médusa auf ihrer Fahrt in den Senegal vor der Küste Mauretaniens auf eine Sandbank und sank. Ausgerüstet mit nur wenigen Rettungsbooten für fast 400 Schiffbrüchige wurde eiligst ein Floß gezimmert, auf dem 147 Menschen Platz finden mussten. Nachdem die Schlepptrosse einfach gekappt worden waren, trieb das Floß manövrierunfähig 13 Tage lang auf See. Nach entsetzlichen Ereignissen wie Meuterei, Krankheiten, Kannibalismus, Überlebenskämpfen von brutaler Gewalt wurden gerade noch 15 Überlebende geborgen. Der Wundarzt Savigny und der Ingenieur Corréard schrieben über die Vorkommnisse einen Bericht für das Seefahrtministerium. Sie sparten darin nicht mit deutlicher Kritik, unter anderem an dem unfähigen Kapitän.

Als Buch erschien die Geschichte 1817, in anonymer deutscher Übersetzung 1818 bei P. G. Kummer in Leipzig. Der Maler Théodore Géricault schuf 1818 ein monumentales anklagendes Gemälde: „Das Floß der Medusa.“ Der schmale Band kam mit der Societäts-Bibliothek in den Bestand der Stadtbibliothek und hat starke Gebrauchsspuren. 2005 erschien eine hervorragend kommentierte Neuauflage bei Matthes & Seitz Berlin.

In der Veranstaltungsreihe „Stadtbibliothek aufgeschlossen“ wird einmal im Monat ein besonderes Buch aus der über 575-jährigen Bibliotheksgeschichte vorgestellt.

„Stadtbibliothek aufgeschlossen“ zu den Wandmalereien der verschütteten Stadt Herculaneum

In der Reihe „Stadtbibliothek aufgeschlossen“ stellt Dr. Anne Viola Siebert, Kuratorin der Antikensammlung des Museum August Kestner, am Montag (7. Dezember) um 17 Uhr in der Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Straße 12, den siebten Band „Le Pitture antiche d’Ercolano e contorni incise con qualche spiegazione: tomo quinto, Napoli: Regia stamperia, 1779“ des Werkes „Antichia di Ercolano“ vor. Dabei handelt es sich um Informationen zur Ausgrabungsgeschichte Herculaneums.

Die Stadt Herculaneum wurde beim großen Vesuvausbruch im August 79 n. Chr. – im Gegensatz zu Pompeji – so stark verschüttet, dass sie gänzlich verschwand. Erst im späten 17. Jahrhundert wurde die Erinnerung an Herculaneum wieder wachgerufen, als bei Brunnenbohrungen in dem kleinen Ort Resina Reste des antiken Theaters ans Tageslicht kamen. Auf Veranlassung Karls III. von Bourbon, König beider Sizilien (1716 – 1788), begannen 1738 die systematischen Ausgrabungen im antiken Herculaneum.

Diese Phase der Ausgrabungsgeschichte Herculaneums gehört historisch betrachtet zu den herausragendsten. Wöchentlich verfasste kurze Grabungsberichte unterrichteten Laien und Forscher über den Fortgang der Arbeiten. Die Exklusivrechte an der Veröffentlichung der Ergebnisse erteilte Karl III. seiner eigens für die Erforschung des antiken Herculaneum 1755 gegründeten „Reale Accademia Ercolanense di Archeologia“. Durch das konsequente Publikationsrecht kamen zusammenhängende Ergebnisse zunächst nur sehr schleppend an die Öffentlichkeit. Gesicherte Informationen zu den Arbeiten in den Vesuvstädten waren bis zum Erscheinen der „Antichita di Ercolano“ kaum zu bekommen. Dieses Werk, das 1757 bis 1792 in acht Bänden erschien, enthielt als siebten Band „Le Pitture antiche d’Ercolano e contorni…: tomo quinto“, der sich ausschließlich mit der Wandmalerei beschäftigte. Diese Gattung eröffnete ein völlig neues Bild von der Antike.

Jeden ersten Montag im Monat stellt die Stadtbibliothek ein besonderes Buch vor. Der Eintritt zu dieser Veranstaltungsreihe ist frei.

Großer Musikflohmarkt in der Zentrale der Stadtbibliothek Hannover

Von Sonnabend (5. Dezember) bis zum Sonnabend (12. Dezember) öffnet der Musikflohmarkt in der Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Str. 12, sonnabends von 11 bis 16 Uhr sowie montags bis freitags von 11 bis 19 Uhr seine Tore. Die Musikbibliothek bietet eine große Auswahl an Noten aus allen Stilrichtungen sowie Büchern und Klassik-Schallplatten zum Stöbern und Einkaufen an. Vom Erlös werden neue Medien für die Musikbibliothek angeschafft.