Gleichstellungsbericht 2019-2021 liegt vor

Regionspräsident Steffen Krach: „Gleichstellungsarbeit hat hohen Stellenwert“.

Krisen betreffen Frauen und Männer auf ganz unterschiedliche Arten – sei es die Pandemie, der Krieg in der Ukraine oder die Energieknappheit. Daher ist das Thema Gleichstellung von Frauen und Männern in diesen Zeiten aktueller denn je. Es ist grundgesetzlich festgelegt, dass staatliche Stellen wie die Region Hannover Geschlechterunterschiede berücksichtigen und bestehende Nachteile beseitigen sollen. Das Ziel ist dabei die Verwirklichung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

Im aktuellen Gleichstellungsbericht, den die Region Hannover am Dienstag in der Regionsversammlung vorgestellt hat, zeigen Regionspräsident Steffen Krach und Gleichstellungsbeauftragte Petra Mundt, wie sich die Gleichstellung in der Regionsverwaltung entwickelt hat. Insgesamt werden 202 gleichstellungsorientierte Maßnahmen der unterschiedlichen Fach- und Servicebereiche in insgesamt 13 Themenfeldern beschrieben – von Mobilität über Gesundheit bis Gebäude.

Regionspräsident Steffen Krach: „In der Pandemie waren es in der Regel die Frauen und Mütter, die ihre Stunden reduziert oder gar ihre Jobs aufgegeben haben, um Kinder zu betreuen oder sich um das Homeschooling zu kümmern. Gleichzeitig gab es mehr Fälle von häuslicher Gewalt gegen Frauen. Umso mehr freut es mich sagen zu können, dass die Gleichstellungsarbeit bei uns in der Regionsverwaltung so stark verankert ist. Alle Teams innerhalb der Verwaltung haben einen Beitrag zum Gleichstellungsbericht geleistet. Und: Es sind noch mehr Ziele genannt worden, als beim letzten Bericht. Das zeigt, welchen Stellenwert das Thema hat.“

Beispiel 1 – Verstetigung der Hebammenzentrale als Teil der Region Hannover

Mit der Einrichtung der Hebammenzentrale 2019 wurde auf die Situation reagiert, dass immer weniger Hebammen und Geburtsstationen zur Verfügung stehen und Frauen oftmals viele Absagen erhalten, wenn sie nach der 12. SSW nach einer Betreuung suchen. Die Hebammenzentrale vermittelt Betreuung, organisiert Urlaubsvertretungen und bietet Fortbildungen. Im Januar 2022 wurde die Hebammenzentrale als Teil der Regionsverwaltung verstetigt und weist eine Erfolgsquote von 82 Prozent auf.

Beispiel 2 – Einrichtung der Sofortmaßnahme „Frauenhaus.24“

Die bisherigen Frauenhäuser hatten Wartelisten, Frauen mussten mitunter mehrere Frauenhäuser anrufen, um einen freien Platz zu finden. Eine hohe psychische Belastung für Frauen in einer Angstsituation. Das Frauenhaus.24 nimmt sofort auf und führt ein Clearing durch: Braucht die Frau bzw. eine Familie einen Frauenhausplatz oder gibt es eine andere Lösung? Gemeinsam wird dann ein Platz gefunden. Eröffnet hat das Frauenhaus.24 im Februar 2020, seit März 2021 hat es einen neuen, dauerhaften Standort. Dank Frauenhaus.24 und weiterer neuer Angebote konnte eine Steigerung der Frauenhausplätze in der Region Hannover um 43 Plätze und somit fast eine Verdopplung (2018: 52 Plätze vs. 2022: 94 Plätze) erzielt werden.

Beispiel 3 – „Sprinti“ als sichere Erweiterung des ÖPNV-Angebots

Auch das Thema geschlechtergerechte Mobilität ist ein zentraler Baustein zur Gleichstellung. Das On-Demand-Angebot Sprinti zahlt auf diesen Aspekt ein. Es ist eine sichere und günstige Erweiterung des bestehenden Nahverkehrsangebots. Sprinti befördert Menschen auf Nachfrage zu virtuellen Haltestellen – auch in den Abend- und Nachtstunden. Damit ist es eine sinnvolle Ergänzung zum FrauenNachtTaxi, die sehr gut angenommen wurde. Durch die Registrierung und die kurzen Wege zur Haltestelle bietet das Angebot ein höheres Sicherheitsgefühl für Frauen. Darüber hinaus sind die Fahrer*innen speziell zum Thema geschlechtsspezifisches Sicherheitsempfinden geschult. Sprinti wird sehr gut angenommen, sodass das 2020 gestartete Projekt ab 2023 für rund 360.000 Einwohnende in 12 Kommunen angeboten werden soll.

Petra Mundt, Gleichstellungsbeauftragte der Region Hannover, kommentiert: „Es ist ein großer Erfolg, dass inzwischen die meisten der Themen im Mainstream angekommen sind und Lösungen gefunden werden. Aber wir können nicht länger zulassen, dass das Erste, was in der Krise gestrichen wird, die gleichstellungspolitischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte sind. Die eigenständige Existenzsicherung für Frauen, eine gute Vereinbarung von Familie und Beruf, ausreichender Schutz bei jedweder Form von Gewalt gegen Frauen, und vor allem die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bleiben unverzichtbar.“

 

Bildquellen:

  • Verwaltung der Region Hannover: www.hannover-entdecken.de