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Klaus-Bahlsen-Brunnen

Bogenschütze mit Bahlsen-Brunnen vor dem Neuen Rathaus

Bogenschütze mit Bahlsen-Brunnen vor dem Neuen Rathaus

Der Klaus-Bahlsen-Brunnen steht auf dem Trammplatz vor dem Neuen Rathaus in Hannover.

Schon beim Bau des Rathauses zu Anfang des 20. Jahrhunderts war ein Brunnen auf dem Platz davor im Gespräch. Auch die Mittel dafür wären wohl vorhanden gewesen. Vom Ricklinger Ziegeleibesitzer Heinrich Stamme wurden der Stadt 125.000 Goldmark für die Errichtung eines Heinrich-Stamme-Brunnens hinterlassen. Die Brunnenpläne stießen aber auf sehr viel Widerspruch bis das Brunnenprojekt schließlich scheiterte.

Trotzdem hat es schon sehr früh einen Rathausbrunnen gegeben. Wohl 1914 wurde hinter der Treppe in der großen Halle des Rathauses der Merkur-Brunnen mit einem Becken aus Jura-Marmor aufgestellt. Aufgrund seines unglücklich gewählten Standortes wurde er von den meisten Besuchern kaum beachtet. 1935 setzte man ihn daher, um ein größeres Becken ergänzt, auf einen kleinen Schmuckplatz an den Rand der Eilenriede gegenüber der Fritz-Beindorff-Allee um. Wie viele andere Brunnen, wie zum Beispiel der Nachtwächterbrunnen in Linden, wurde auch Merkur im Zweiten Weltkrieg zur Rohstoffgewinnung abgebaut und blieb leider verschollen. Heute steht an dieser Stelle der Pelikan-Brunnen.

Der Rathausvorplatz, benannt nach Heinrich Tramm dem Stadtdirektor und „Bauherrn“ des Rathauses, bekam erst 1960 einen Brunnen. Bei der Umgestaltung des Platzes wurde eine Wasserblume von Wilhelm Brodthage in den Platz integriert. Doch schon 1986 musste der Brunnen wieder stillgelegt werden weil die Rohre korrodiert waren. Diese Situation zog sich über das Jahr des 750. Stadtjubiläums 1991 hin. Erst 1993 kam die Rut- und Klaus Bahlsen Stiftung zu Hilfe und finanzierte einen neuen Brunnen.

Im Herbst 1996 wurde der Klaus-Bahlsen-Brunnen schließlich fertiggestellt. Gestaltet wurde es vom Düsseldorfer Künstler Ludger Gerdes. Für den Brunnen musste „Die große Familie“ von Eugène Dodeigne umziehen.

„Das Stück versucht auf das Recht zu Sonderungen hinzuweisen, ohne in Aussonderungen umzuschlagen. Es tut dies in einer abstrakten Weise. Wäre es weniger abstrakt, würde es das Sonderbare nicht genügend demonstrieren“, so der Künstler in seiner Rede zur Einweihung.

Nach diesem Denkanstoß sieht man die zwei 6 Meter hohen Fontänen mit dem umgebenden Schachbrettmuster vielleicht mit anderen Augen. Denn „Sondern“ (so steht es in einem der Granitblöcke), als Gegensatz zu „verbinden“, versteht Gerdes als fundamentale soziale Verhaltensweise des Menschen.

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Bildquellen:

  • Bogenschütze mit Bahlsen-Brunnen vor dem Neuen Rathaus: www.hannover-entdecken.de
  • Eindrucksvolle 6 Meter hohe Fontänen: www.hannover-entdecken.de