Benno Ohnesorg – Beisetzung des getöteten Studenten

Der im Verlauf einer Demonstration während des Schah-Besuches in Berlin getötete Student Benno Ohnesorg wird am 09. Juni 1967 auf dem Bothfelder Friedhof beigesetzt.

Ohnesorg war vielseitig kulturell interessiert, Pazifist und Mitglied einer evangelischen Studentengemeinde. Er hatte zum ersten Mal an einer politischen Demonstration teilgenommen, seine schwangere Ehefrau war wegen des gewalttätigen Verlaufs der Demonstration zuvor nach Hause gegangen. Bei der Demonstration gegen den Staatsbesuch von Schah Mohammad Reza Pahlavi wurde er vom West-Berliner Polizisten Karl-Heinz Kurras mit einem Pistolenschuss aus kurzer Distanz in den Hinterkopf geschossen. Sein Tod gehört zu den einschneidenden Ereignissen in der Geschichte der Bundesrepublik. Der Tag wurde nach und nach zum Symboldatum der Studentenbewegung. Bis heute gibt die Tat Rätsel auf.

Sein gewaltsamer Tod machte Ohnesorg in ganz Deutschland bekannt und trug wesentlich dazu bei, dass sich die westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre bundesweit ausbreitete und radikalisierte. Sein Todestag gilt als Einschnitt der westdeutschen Nachkriegsgeschichte mit weitreichenden gesellschaftspolitischen Folgen.

Kurras wurde mit Hilfe von eklatanten Falschaussagen, vor allem zu einer angeblich den Schuss rechtfertigenden Notwehr-Situation, und erheblichen polizeilichen Manipulationen in zwei Gerichtsverfahren freigesprochen. Nachdem 2009 seine Tätigkeit als Geheimer Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit bekannt geworden war, wurde nochmals gegen ihn ermittelt. Erwiesen ist seit 2011, dass er auf Ohnesorg ohne Auftrag, unbedrängt und wahrscheinlich gezielt geschossen hatte. Eine neue Anklage für dieses Verbrechen blieb aus.

In Hannover erinnert die Benno-Ohnesorg-Brücke die am Schwarzen Bär die Stadtteile Linden-Mitte und Calenberger Neustadt verbindet bis heute an ihn.

Bildquellen:

  • Kalenderblatt: www.hannover-entdecken.de