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Neue Presse bauscht Polizeieinsatz zu illegaler Corona-Party auf

Während sich an den beliebten Ausflugszielen in Stadt und Region tausende Menschen einen schönen Sonntag machten, kam es am Kanal in Limmer wegen 100-200 Leuten zu einem Polizeieinsatz.

Screenshot von facebook

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Die Kommentare zu dem Artikel auf der Facebook Seite der Neuen Presse sind eindeutig. Da ist von „Egoistische Idioten“, die Rede. „Sehr sehr gut! Danke an die Polizei“ schreibt ein anderer oder „Jawohl wieder ein paar Honks erwischt“.

Nur wer den Artikel gelesen hat, müsste eigentlich schon stutzig werden. Ein Polizeisprecher betont, dass die geltenden Corona-Regeln eingehalten wurden. Wie soll das also eine Party gewesen sein?

In einem Artikel von punkt-linden.de wird das etwas differenzierter geschildert. Die reißerische Überschrift der Neuen Presse dient einzig und allein dem Zweck die Kommentarmeute anzulocken und den Unfrieden in der aktuellen Situation zu befeuern. Qualitativ guter Journalismus ist das definitiv nicht mehr. Das hat eher BILD Niveau!

Update:

Nach mehreren Protesten aufgrund der Berichterstattung hat die NP jetzt den Artikel geändert.

Dazu das folgende Statement:

Liebe Leserinnen und Leser, wir haben den Artikel inzwischen aktualisiert. Die Personen haben sich illegal auf dem Conti-Gelände aufgehalten, laut Polizei aber nicht gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen. Von einer Party hatten zunächst Zeugen berichtet, deswegen ist die Polizei dorthin ausgerückt.

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Wie sagt man so schön besser spät als nie. Von einem seriösen Pressemedium kann man aber mehr erwarten.

Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben.

So steht es im Pressekodex des deutschen Presserates. Leider lässt das inzwischen sehr oft zu wünschen übrig bei den Medien aus dem Hause Madsack.

Bildquellen

  • Screenshot von facebook: facebook - Neue Presse
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