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Ihmezentrum Umbau

Eine Zukunft für das Ihmezentrum – Oder Jeder gegen Jeden?

Ein Investor der nicht investiert, Eigentümer die dagegen klagen, die Stadt die gegen die Eigentümer klagt …

Bauschild Lindenpark 2006

Bauschild Lindenpark 2006

Keine guten Voraussetzungen für eine zeitnahe Lösung. Dabei entwickelt es sich bereits jetzt zur unendlichen Geschichte. Nur zur Erinnerung schon 2000 übernahm Frank-Michael Engel die meisten Gewerbeflächen und wollte in einem ersten Versuch mit der Revitalisierung beginnen. Es folgte eine schleichende Entmietung der Flächen, die spätestens mit dem Auszug von Saturn Hansa im Jahr 2004 besiegelt war.

Erst nachdem alle Mieter vergrault waren, sollte plötzlich etwas passieren. Der Lindenpark war geboren. Eine Hochglanz-Einkaufspassage und dazu jede Menge Geschäfte auf der Straßenebene. Auf dem Bauschild waren schon eine Reihe von „potenziellen“ Mietern aufgelistet. Warum man allerdings erst alle Bestandsmieter verprellen muss um danach bei null neu zu beginnen  bleibt ein Rätsel.

[bctt tweet=“Ihmezentrum – Ein Investor der nicht investiert und Eigentümer die dagegen klagen …“ username=“Hannover_News“]

Auch die Politik setzte alle Hoffnung in den Plan und inszenierte den Baubeginn Medienwirksam.

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https://www.youtube.com/watch?v=6G4Pz_Zjh5Q

Diese Aufbruchstimmung stellte sich aber schnell als Luftschloss heraus, denn zu dem Zeitpunkt waren die Verhandlungen mit der Carlyle-Gruppe schon so gut wie abgeschlossen. Am 4. Oktober 2006 übernahmen die Amerikaner die Anteile von Engel. Wieder begann das Warten auf eine bessere Zukunft. Wieder wurden schöne Bilder produziert.

Vom Ihmezentrum zum Lindenpark – Von konzeptionellen Fehlentscheidungen zur Revitalisierung (Steffen Holz, Dezember 2007)

Trotz des Eigentümerwechsels kam ein wenig Hoffnung auf, denn es wurde gebaut. Der Schein trog! Anfang 2009 mitten in der Abbruchphase meldete die Carlyle-Tochter Insolvenz an und lies alle im Regen stehen.

Mit „Das Grab der Heuschrecke“ schrieb sogar die TAZ einen Artikel dazu. Wie sich alle vom schönen Schein blenden ließen, beschreibt der Artikel „Die Bewohnerin des Ihmezentrums“ sehr schön.

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https://www.youtube.com/watch?v=eMbw0tpxw2s

Die Landesbank Berlin LBB blieb auf ihren faulen Krediten sitzen und musste wohl oder übel die Verwaltung und einige Sanierungsmaßnahmen selbst übernehmen. In den nächsten Jahren scheiterten mehrere Versuche das marode Objekt an den Mann zu bringen. Erst 2015 findet sich ein potentieller Investor der 16,5 Millonen Euro für den Komplex bei der angesetzten Zwangsversteigerung bezahlt. Schnell stellt sich heraus das die Steglitzer Kreisel Berlin Grundstücks GmbH zur Newtown Gruppe (inzwischen INTOWN) gehört.

Es begann eine neue Zeit des bangen und Hoffens. Wirklich Zählbares liegt aber bis heute nicht auf dem Tisch.

[bctt tweet=“Ihmezentrum – Ein Verein mit guten Ideen und ein neuer Eigentümer, der wieder bunte Bilder hat.“ username=“Hannover_News“]

Stand der Dinge: Ein Verein mit guten Ideen, allerdings nicht zur Finanzierung. Die Wohnungseigentümer, die beim neuen Großeigentümer die notwendigen Sanierungen einklagen. Die Politik der Stadt, die ihrerseits die Wohnungseigentümer vor Gericht ziehen, weil sie alles auf eine Karte setzten. Noch dazu geht mit enercity einer der letzten Mieter von Bord. Und ein neuer Eigentümer, der wieder mal bunte Bilder gemacht hat.

Wer sich weiter über die Zukunft des Ihmezentrums informieren möchte, der kann an den Veranstaltungen der Reihe „Zukunftswerkstatt im Dialog“ teilnehmen. Neben der Dokumentation „Das Ihme-Zentrum – Traum, Ruine, Zukunft“ die im Apollokino gezeigt wird sind noch bis März 2017 mehrere Diskussionsveranstaltungen zu verschiedenen Themen geplant.

Ihmezentrum

Im Brennpunkt: Das Ihme-Zentrum

Ihme-Zentrum (Foto: Herwig Rott)

Ihme-Zentrum (Foto: Herwig Rott)

3 Tage Aktionen, Informationen, Kultur rund um’s Ihme-Zentrum

Do, 23.6. ab 19 Uhr: „Landung eines Giganten“ – Rückblick mit Zeitzeugen
Fr, 24.6. ab 17 Uhr: „Großwohnbau im Detail“ – Analysen und Visionen
Sa, 25.6. ab 15 Uhr: „Schlagabtausch im Zentrum“ – Besitzer, Investoren und Instanzen

Täglich Musik, Kulinarisches und Aktionen zum Mitmachen!

Hannover
Ihme-Zentrum
Ihmeplatz 2 – Straßenebene zur Ihme
23. Juni – 25. Juni

IHMEZENTRUM
Quo Vadis?

Die Woche der ArchitekturZeit 2016 nehmen der Bund Deutscher Architekten (BDA) Niedersachsen und die BDA Bezirksgruppe Hannover zum Anlass, das Ihme-Zentrum mit Aktionen zu bespielen. Das viel diskutierte Großprojekt der 1960er-Jahre mit Wohnungen, Büros und Einkaufszentrum ist mittlerweile an den dritten Investor verkauft worden. Während die Sockelzonen zu großen Teilen brach liegen, leben oben Eigentümer in ihren Wohnungen und die Landeshauptstadt Hannover nutzt einen großen Teil der Büroflächen als Mieter. Der BDA wird an drei Tagen die brachliegende Zone im Sockelbereich mit einer temporären Installation bespielen und dort ein Programm mit verschiedenen öffentlichen Events – von der Architektur-Podiumsdiskussion bis zum Fußballschauen – veranstalten.

Programm

Do, 23. Juni 2016
19 Uhr – 22 Uhr
ERÖFFNUNG / RÜCKBLICK
19 Uhr Eröffnung
durch Harald Kiefer, BDA Landesvorsitzender und Stefan Schostok, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover und Torsten Jaskulski, Geschäftsführer Cardea Immobilen GmbH
19.30 Uhr Rückblick
Vortrag von Gerd Runge, Architekt BDA, über der Entstehungsgeschichte des Ihme-Zentrums
20 Uhr Podiumsgespräch mit Zeitzeugen
Moderation: Conrad v. Meding
Zeitzeugen:
Hans Dieter Keyl, Architekt
Prof. Ekkehard Bollmann. Architekt BDA
Dr. Sid Auffarth, Bauhistoriker
21 – 22 Uhr Musik „Amalia-Quartett“
Streichquartett mit Musikern der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

Fr, 24. Juni 2016
17 Uhr – 22 Uhr
ANREGUNGEN / BEISPIELE / PERSPEKTIVEN
17:00 Uhr „Studien für das Ihme-Zentrum“ – Kurzvorstellung der Konzepte von Frank Eittorf, Felix Henri Rebers und Moritz Othmer, Leibniz Universität Hannover, und Gerd Runge, Architekt BDA
17.45 Uhr „Ihme-Zentrum – ein neues Wahrzeichen für Hannover“ von Constantin Alexander, Vorsitzender Verein „Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum“ (www.ihmezentrum.org)
18.30 Uhr „Ein entschleunigtes Stück Stadt – Das „Labor“ im Kreativquartier München“ von teleinternetcafe (www.teleinternetcafe.de)
19.15 Uhr „Urbanität durch Dichte – Großwohnkomplexe der 1970er Jahre“ von Karen Beckmann, Dr.-Ing. Architektin und Stadtbauhistorikerin aus Hannover
20.00 Uhr „Soziale Sicherheit in hochverdichteten Gebäudekomplexen“ von Prof. Dr. Herbert Schubert, Köln – „Forschungszentrum Sozial • Raum • Management“
21 – 22 Uhr Musik „Stray Mood“ – Independant Band aus Berlin mit Hannoveraner Wurzeln

Sa, 25. Juni 2016
15 Uhr – 22 Uhr
FILM / AUSBLICK
15 Uhr Fußballspielübertragung Achtelfinale der EM (bei deutscher Beteiligung)
parallel (Wohnungs-)Besichtigungen, Führungen (Anmeldung erforderlich!)
Anmeldung unter architekturzeit2016@bda-niedersachsen.de .
19.15 Uhr Film
„TraumRuineZukunft“ Regie: Constantin Alexander/Hendrik Millauer
19:30 Uhr Podiumsdiskussion als Ausblick
Moderation: Jan Egge Sedelies
Teilnehmer:
Stefan Schostok, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover
N.N. / Intown Property Management GmbH Berlin, Investor
Harald Kiefer, Bund Deutscher Architekten (BDA) Landesvorsitzender
Torsten Jaskulski, Verwalter
Jürgen Oppermann, Wohnungseigentümer
Constantin Alexander, Vorsitzender Verein „Zukunftswerkstatt Ihmezentrum“
21 – 22 Uhr Musik „Orchester im Treppenhaus“