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Johnny Flash

Johnny Flash – Hommage an Werner Nekes

Am 22. Januar dieses Jahres ist der Experimentalfilmer Werner Nekes gestorben. Im November 2015 war er noch zu Gast im Kino im Sprengel.

Als Hommage zeigt das Kino im Sprengel am Samstag, 18.03.2017 um 20:30 Uhr den Film Johnny Flash.

„Eine merkwürdige Erfahrung der Kritik: am schwersten ist es heute, jemanden zu loben; aber wir kommen nicht umhin, den Filmkünstler Werner Nekes in höchsten Tönen zu loben. Wir müssen, wie das schon viele taten, feststellen, daaü Werner Nekes einer der herausragenden Filmkünstler der Gegenwart ist. Er entwickelte eine völlig unverwechselbare filmkünstlerische Sprache. Er arbeitet seit 17 Jahren kontinuierlich, aber ohne Verbissenheit. Ja, er bietet das Bild eines wahren Meisters gerade dadurch, daß er es stets vermied, seine Arbeit als Resultat heroischer Kämpfe eines Künstlers darzustellen. Er ist durch Selbstironie und Witz, Kooperationsbereitschaft und Begabung zu Freundschaften immer in der Lage gewesen, sein Werk als eine bloß beiläufige Konsequenz des Interesses am Filmen darzustellen – eines Interesses, wie es viele Zeitgenossen zu haben scheinen.
(Bazon Brock, 1982, anlässlich des Filmstarts von „Uliisses“)

Der Film:

Werner Nekes, BRD 1986, 80 min.,
Mit Helge Schneider, Andreas Kunze u.a., Aufnahmeleitung: Christoph Schlingensief, Kamera: Bernd Upnmoor, Musik: Helge Schneider
Genre: Komödie

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https://www.youtube.com/watch?v=VD4ILjFENuU

Helge Schneiders erster großer Filmauftritt unter der Regie des Experimentalfilmers Werner Nekes: Schneider spielt den erfolglosen Elektriker Jürgen Potzkothen, der verzweifelt vom Ruhm eines Schlagerstars träumt. Er macht sich auf in den Großstadt-Dschungel des Ruhrgebietes, um im örtlichen Showbiz zwischen Wanne-Eickel und Bochum sein Glück zu machen. Alles wäre jedoch eine Spur einfacher, wäre da nicht seine Mutter, die jeden Schritt ihres Sohnes mit Argusaugen überwacht. (filmportal.de)

„Der Mülheimer Experimentalfilmer Werner Nekes hat mit Johnny Flash eine parodistische Filmkomödie abgeliefert, die es in sich hat. Selten wurde der armutsvolle Charme des Ruhrgebiets so treffend in Szene gesetzt, selten wurde der Charakter des Ruhrgebietskünstlers zwischen Thomczyk und Muschnik so treffend karikiert.“(Wolf Schwartz)

Kino im Sprengel
Stadtteilzentrum Nordstadt-Bürgerschule
Klaus-Müller-Kilian-Weg 2 (ehem. Schaufelder Straße 30)
30167 Hannover
www.kino-im-sprengel.de

Senza chiedere permesso

Senza chiedere permesso – Ohne um Erlaubnis zu fragen

Dokumentarfilm mit versteckter Kamera über die Arbeitskäpfe bei Fiat von 1969 – 1980

Der junge Bäcker Pietro Perotti zieht aus dem Hinterland nach Turin und beginnt bei Fiat zu arbeiten und politisch aktiv zu werden. Er kauft sich eine Super-8-Kamera, die er in die Fabrik schmuggelt, um den Arbeitsalltag in Bild und Ton festzuhalten. Er produziert Dokumente der Demonstrationen, Streikposten und der großen Versammlungen. In der Produktion von Manifesten, Zeitungen, großen Gummifiguren der Fiatchefs und Entscheidungsträger und später Sprüchen und Zeichnungen auf den Klos der Fabrik gab er den Kämpfen auch einen kreativen, künstlerischen Beitrag. Die Filmaufnahmen konnte er zum Teil erst Jahre später sichten, da er zunächst keine Abspielmöglichkeit hatte. Im Film sind diese einzigartigen Aufnahmen zu sehen und zu hören. 1985 beschließt Pietro, zu kündigen und das sinkende Schiff zu verlassen.

Bei Fiat in Turin begann die industrielle Fließbandproduktion in Italien. Heute wird dort nur noch alle paar Tage gearbeitet. Die Fiat-Werke waren der Ort der wohl heftigsten und langanhaltesten Arbeitskämpfe in Westeuropa. Der Film gibt die Stimmung der bewegten Jahre von 1969 bis zur Niederlage 1980 eindrücklich wieder. Er ist – deutsch untertitelt – nun das erste Mal in Deutschland zu sehen.

SENZACHIEDEREPERMESSO trailer from Cinefonie on Vimeo.

Pietro Perotti und Pier Milanese, Italien 2014, 87 min., O.m.U.
Italienische Website mit Trailer: https://senzachiederepermesso.org/

Mit Unterstützung der Stiftung Menschenwürde & Arbeitswelt. In Kooperation mit dem Bildungswerk ver.di, dem Istoreco Instiut Reggio Emilia. Angefragt wurde die Rosa Luxemburg Stiftung Nds.

Mittwoch, 18.01.2017 – 19:00 Uhr

Kino im Sprengel
Stadtteilzentrum Nordstadt-Bürgerschule
Klaus-Müller-Kilian-Weg 2 (ehem. Schaufelder Straße 30)
30167 Hannover
www.kino-im-sprengel.de