Alle Artikel mit dem Schlagwort: Schauspielhaus

Home.Run | Eine grenzverletzende Familiensaga von und mit Hartmut El Kurdi

Premiere: Home.Run

Eine grenzverletzende Familiensaga von und mit Hartmut El Kurdi Koproduktion mit dem Theater Agentur für Weltverbesserungspläne »Mein ›Migrationshintergrund‹ rührt unter anderem daher, dass einer meiner Elternteile, der Not gehorchend, sein kaputtes, durch einen Krieg zerstörtes Land und damit ein aktuell und potenziell beschissenes Leben verließ, um woanders sein Glück zu suchen. Als astreiner Wirtschaftsflüchtling. Dieser Elternteil war meine deutsche Mutter.« In Home.Run erzählt Hartmut El Kurdi die Migrationsgeschichte seiner verzweigten Familie. Eine Geschichte, die ebenso speziell wie exemplarisch ist. Menschen verlassen ihre Heimat, manche freiwillig, manche gezwungenermaßen, manche zufällig. Sie kommen an oder bleiben fremd. Völkerwanderungsalltag. Egal, wo die Reise beginnt, egal, wo sie endet – im hessischen Vogelsberg, in Jordanien, im Irak, in Wales, den USA oder in Hannover – stets durchqueren die Reisenden dabei die tiefen Schluchten des wilden Absurdistans. In einer Mischung aus selbstironischem Theater-Monolog und skurrilem Dia-Abend, unterstützt von Live-Musik, stellt Home.Run Fragen: Wer darf wann wo sein? Wer bestimmt das? Und warum ist das alles vielleicht nur eine Frage des richtigen oder falschen Timings? HARTMUT EL KURDI (geb. 1964 in …

Bilder einer grossen Liebe

Bilder deiner grossen Liebe

GASTSPIEL THEATER NEUMARKT ZÜRICH Bilder deiner großen Liebe ist Wolfgang Herrndorfs letzter, unvollendeter Roman, an dem er bis zu seinem Tod 2013 geschrieben hat. Isa, die Hauptfigur, trifft  man bereits in Tschick, dem anderen sehr bekannt gewordenen »Jugendroman« des Autors. Isa wird darin beschrieben als lebens- und angriffslustiges, dreckiges, selbstbewusstes, außergewöhnliches, schönes Mädchen, das sich für kurze Zeit den beiden Jungs Maik und Tschick anschließt. Am Ende ihres Treffens schwören sich die drei, dass sie sich genau fünfzig Jahre später, exakt am gleichen Ort wieder treffen werden. Das ist ungefähr die unverhältnismäßige und durchaus sentimentale Perspektive auf das Leben und auf die Bedeutung bestimmter Momente und Begegnungen, die auch dieser letzte Roman entwirft, mal wahnsinnig klug, weise und dann blutig, jung und verschwenderisch. Isa bleibt nie stehen, sie treibt wie in einem guten Roadmovie immer weiter, nach vorne ins Unbekannte. Und was könnte man anderes auch tun? Neben den beiden Musikern Sandro Tajouri  (A Boy Named River) und Moritz Bossmann (Die Tentakeln von Delphi, Vögel die Erde essen), steht Sandra Hüller (Finsterworld, Toni Erdmann) wieder …

1917

1917

»ES WIRD NICHT LANGE DAUERN UND WIR WERDEN DEN SIEG DES KOMMUNISMUS IN DER GANZEN WELT SEHEN. WIR WERDEN DIE GRÜNDUNG DER FÖRDERATIVEN WELTREPUBLIK DER SOWJETS ERLEBEN.« WLADIMIR ILJITSCH LENIN Eine Revolutionsrevue von Tom Kühnel So 14.05.17 | 17:00–20:00 | Schauspielhaus Vom absolutistischen Zarismus zum sozialistischen Regime in sechs Monaten: 1917 überschlagen sich die Ereignisse in Russland. Von Krieg und Hunger ausgezehrt, gehen Anfang des Jahres tausende Städter auf die Straße. Aus dem Ruf nach Brot wird der Ruf nach dem Ende der Zarenherrschaft – Nikolaus II. muss abdanken. Das plötzliche Ende der Monarchie hinterlässt ein Durcheinander von Ideen, Visionen und Interessen für das Russland der Zukunft. Während im Westen des Landes der Weltkrieg tobt, ringen in der Hauptstadt Petrograd Konservative, Militärs, Sozialdemokraten und Sozialisten um Stabilität und Handlungsfähigkeit. Es braucht seitens der bolschewistischen Partei um Lenin und Trotzki nicht viel, um die wankende Regierung im Herbst zu Fall zu bringen. Was folgt, sind drei Jahre Bürgerkrieg und die Entstehung einer der beiden Supermächte des 20. Jahrhunderts. In den Jahren bis zur Auflösung der sozialistischen …

Ausstellung KURT SCHWITTERS UND DIE STÄDTISCHEN BÜHNEN HANNOVER. 1929 bis 1933

Kurt Schwitters und die städtischen Bühnen Hannover

In der Zeit von 1929 bis 1933 war kein Geringerer als der Hannoveraner Merz-Künstler Kurt Schwitters als für das visuelle Gepräge der Hefte von Oper und Schauspiel zuständig. Denn neben seinem frei künstlerischen Schaffen abstrakter Malereien, Collagen, Assemblagen und (Laut-) Gedichten, professionalisierte er sich auch als Typograph und Werbegestalter. Schwitters Ein-Mann-Agentur, die „Merz-Werbezentrale“ in der Waldhausenstraße 5 in Hannover-Döhren, erhielt im Januar 1929 den offiziellen Auftrag von der Stadt Hannover, alle städtischen Drucksachen grundlegend neu zu gestalten. Dieser Auftrag wurde vor dem Hintergrund einer Büroreform veranlasst, im Zuge derer u.a. das DIN-Format die ungenormten Folio-Blätter ablöste. Ziel und Zweck der Neugestaltung war es, ein einheitliches visuelles Erscheinungsbild zu schaffen, das klar und unmittelbar die Stadt Hannover als Absender und Herausgeber erkennen ließ. So kam es, dass Schwitters neben städtischen Formularen, Anträgen, Briefbögen, Briefumschlägen etc. auch die Programmhefte und Spielplanplakate des städtischen Bühnenbetriebs entwarf. Aufbau der Ausstellung In Gedanken an Schwitters‘ These „Typographie kann unter Umständen Kunst sein“ soll in der Ausstellung ein Blick auf die Programhefte und ihre Besonderheiten geworfen werden. Präsentiert werden Archivalien vor, …

Lehmann Brothers

Lehmann Brothers

Aufstieg und Fall einer Dynastie von Stefano Massini Dienstag, 11.04.17 um 19:30 Uhr 1844: Heyum Lehmann, Sohn eines Viehhändlers aus dem bayerischen Rimpar, schifft sich nach New York ein, um der Armut zu entfliehen und seinem Leben eine Chance zu geben. Angekommen im Hafen der Sehnsuchtsstadt, ändert er seinen Namen in Henry Lehman. Sein erster Tausch. Zwei Brüder folgen ihm nach. Es ist der Beginn einer atemberaubenden Erfolgsgeschichte, die den amerikanischen Traum in Reinform verkörpert: Aus einem kleinen Gemischtwarenladen in Alabama, den die mittellosen Ankömmlinge auf Kredit eröffnen, entwickelt sich innerhalb dreier Generationen eine der mächtigsten Investmentbanken der Welt. Der Einfluss der „Lehman Brothers“ langt in nahezu alle Bereiche des Lebens: Börse, Politik, Militär, Wohnen, Konsum, Unterhaltung. Sie setzen immer auf die richtige Karte, münzen jede Katastrophe in wirtschaftlichen Gewinn um. Das Wachstum scheint unaufhaltsam, das Unternehmen too big to fail. Dann aber, im Herbst 2008, verglühen Irrsinn und Übermut in einer epochalen Krise. Die Investmentbank Lehman Brothers bricht zusammen – und löst eine verheerende Kettenreaktion aus. Das globale Finanzsystem kollabiert, die Welt erleidet einen …

Montagsbar

Der Junge, der anders ist

Kleine Uraufführungen und große Schauspielmomente, handverlesene Gast­spiele und ungewöhnliche Regiekonzepte – die Montagsbar erfindet sich an jedem Termin neu! Hier zeigen unsere Ensemblemitglieder, was sie abseits der großen Bühne noch so drauf haben, hier wagen unsere Regieassistenten ihre ersten Versuche. Erleben Sie Ihre Lieblingsschauspieler hautnah und unzensiert! Die Montagsbar: volksnah und unmoralisch! Heute: Der Junge, der anders ist – von und mit Janine Hennig Montag, 13.03.2017 Einlass 20:00 Uhr Beginn 21:00 Uhr Cumberlandsche Galerie Prinzenstraße 9 30159 Hannover www.schauspielhannover.de

Schauspielhaus Hannover

Zu Besuch im Schauspielhaus

Am letzten Freitag hatte das Schauspielhaus über 20 Blogger zu einem Blick hinter die Kulissen eingeladen. Bei einer Führung durch das Haus wurde einem klar welch ein enormer Aufwand hinter jedem der Bühnenstücke steht. Die Hauptbühne kann mehrere Meter hoch und runter gefahren werden oder sie wird wie beim Stück des Abends zur Drehbühne. Dazu solch ein Wust an Beleuchtungstechnik das nur noch ein Computerprogramm den korrekten Ablauf steuern kann. Aber nicht nur die Technik macht einen Theaterabend perfekt. Auch die handwerklichen Leistungen der Bühnenbildner und der Maske sorgen für Wow-Effekte. Egal ob riesige Bühnenbilder oder kleine Schnittwunden mit Kunstblut. Kreativ muss man als Theatermitarbeiter sein. Weiter geht es zu den kleineren Bühnen, die nicht weniger Interessant sind. Neben der Cumberlandschen Galerie mit  Cumberlandscher Bühne gibt es auch noch eine Probebühne im Haus. Im Anschluß an die Führung ging es in die Vorstellung. Gespielt wurde das Stück „Lehman Brothers“. Es handelt vom Aufstieg und Fall der bekannten Banken-Dynastie. Von den Anfängen 1844 bis zum Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 führt die historische …

Die Nacht von Lissabon (Foto: © Karl-Bernd Kasrwasz)

Die Nacht von Lissabon

»Jedes Schiff, das in diesen Monaten des Jahres 1942 Europa verließ, war eine Arche. Der Berg Ararat war Amerika, und die Flut stieg täglich. Die Küste Portugals war die letzte Zuflucht geworden für die Flüchtlinge, denen Gerechtigkeit, Freiheit und Toleranz mehr bedeuteten als Heimat und Existenz. Wer von hier das gelobte Land Amerika nicht erreichen konnte, war verloren. Der Mensch war in dieser Zeit nichts mehr, ein gültiger Pass alles.« Im Hafen von Lissabon starrt ein Mann sehnsüchtig auf ein Schiff, das für ihn und seine Frau die Rettung sein könnte – wenn er die nötigen Pässe und Gelder besäße. Da bietet ihm ein Unbekannter zwei Schiffspassagen und die nötigen Papiere an, unter einer Bedingung: Er muss zuhören, wenn der Unbekannte die Geschichte seines Lebens erzählt. Also hört er zu. Die Papiere, die der Unbekannte, der sich Schwarz nennt, anbietet, hat auch er von einem Emigranten »geerbt«. Er war schon 1939 aus einem Konzentrationslager nach Frankreich geflohen. Seine Frau Helen, seine Identität und sein Leben hatte er in Nazideutschland zurücklassen müssen. Doch auch ihn holte …

Macht und Widerstand (Bilder: © Katrin Ribbe)

Uraufführung: Macht und Widerstand

Do 15.12.16 | 19:30 | Schauspielhaus Bulgarien. Zwei Biografien. Die des Anarchisten Konstantin – zehn Jahre saß er für die Sprengung eines Stalindenkmals in Haft: Lager, Karzer, Zwangsarbeit, Psychiatrie, Kälte- und Hungerfolter, Wanzen, Schläge. Und die seines Folterers Metodi, dem »Michelangelo des Verhörs«, Produkt und Profiteur eines Regimes, das auf das Ressentiment der Zukurzgekommenen setzte und der Brutalität freien Lauf ließ. Doch das ist Jahre her. 1989 wechselt die Regierung, es bricht eine neue Zeit an – zumindest äußerlich. Die Protagonisten der Macht bleiben die gleichen. Sie haben sich ohne größeren Reibungsverlust neu eingerichtet. Erinnerungen sind trügerisch. Und unerwünscht. Konstantin versucht, in den Akten der Staatssicherheit Zeugnisse für das Erlebte zu finden. Er sucht die Wahrheit, zornig und kompromisslos. Seine Unerbittlichkeit wird ihm selbst von Leidensgefährten zum Vorwurf gemacht. Warum zurückschauen? Tatsächlich stößt Konstantin nur auf wenig aussagekräftige Dokumente. Die Sicherheitsbehörden haben gründliche Arbeit geleistet, ihre Arme reichen bis in die Gegenwart. Seine Erfahrungen werden negiert, finden keinen Widerhall. Und so bleiben Opfer und Folterer, Konstantin und Metodi, aneinander gekettet, ihre Biografien auf Lebenszeit miteinander …

Was ihr wollt (Bild: © Katrin Ribbe)

Was ihr wollt

Alles beginnt mit einem Schiffbruch. Auf Illyrien finden sich die Gestrandeten dieser Welt. Ihre Bewohner sind Trauernde, Enttäuschte, ihre Sehnsüchte blieben bislang unerfüllt. Mit Ankunft der jungen Viola, die sich zum Schutz in der Fremde in ihren ertrunken geglaubten Zwillingsbruder verwandelt, flammt das Glücksverlangen aller wieder auf. Sie verliert ihr Herz an den liebeskranken Herzog Orsino, der in ihr jedoch nur den Mann sieht. In seinem Dienst muss sie Liebesschwüre der Gräfin Olivia überbringen, diese will von ihm nichts wissen und verfällt dem betörend schönen Jungen mit den weiblichen Zügen. Verwirrende Spiegeleffekte lassen an der eigenen Identität zweifeln. Doch mit zunehmender Angstlust stürzen sich die Liebenden in das Spiel, das sie nicht verstehen. Oder doch? Ihre Gefühle durchleben sie exzessiv – bis zur schmerzlichen Erkenntnis, die schließlich Schein von Sein trennt. Und dann sind da noch Sir Toby, Haushofmeister Malvolio, Sir Andrew, Olivias Dienstmädchen Maria und der Narr Feste, die ihre Langeweile durch Grausamkeiten zu vertreiben versuchen, durch Späße, die nicht folgenlos bleiben. Please activate JavaScript to view this video.Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=rPFQLViGVPg von William Shakespeare Deutsch …