Alle Artikel mit dem Schlagwort: Schauspielhaus

Montagsbar

Der Junge, der anders ist

Cumberlandsche Galerie

Cumberlandsche Galerie

Kleine Uraufführungen und große Schauspielmomente, handverlesene Gast­spiele und ungewöhnliche Regiekonzepte – die Montagsbar erfindet sich an jedem Termin neu! Hier zeigen unsere Ensemblemitglieder, was sie abseits der großen Bühne noch so drauf haben, hier wagen unsere Regieassistenten ihre ersten Versuche. Erleben Sie Ihre Lieblingsschauspieler hautnah und unzensiert!

Die Montagsbar: volksnah und unmoralisch!
Heute: Der Junge, der anders ist – von und mit Janine Hennig

Montag, 13.03.2017
Einlass 20:00 Uhr
Beginn 21:00 Uhr

Cumberlandsche Galerie
Prinzenstraße 9
30159 Hannover
www.schauspielhannover.de

Schauspielhaus Hannover

Zu Besuch im Schauspielhaus

Schauspielhaus Hannover

Schauspielhaus Hannover

Am letzten Freitag hatte das Schauspielhaus über 20 Blogger zu einem Blick hinter die Kulissen eingeladen.

Bei einer Führung durch das Haus wurde einem klar welch ein enormer Aufwand hinter jedem der Bühnenstücke steht.

Die Hauptbühne kann mehrere Meter hoch und runter gefahren werden oder sie wird wie beim Stück des Abends zur Drehbühne. Dazu solch ein Wust an Beleuchtungstechnik das nur noch ein Computerprogramm den korrekten Ablauf steuern kann.

Aber nicht nur die Technik macht einen Theaterabend perfekt. Auch die handwerklichen Leistungen der Bühnenbildner und der Maske sorgen für Wow-Effekte. Egal ob riesige Bühnenbilder oder kleine Schnittwunden mit Kunstblut. Kreativ muss man als Theatermitarbeiter sein.

Weiter geht es zu den kleineren Bühnen, die nicht weniger Interessant sind. Neben der Cumberlandschen Galerie mit  Cumberlandscher Bühne gibt es auch noch eine Probebühne im Haus.

Im Anschluß an die Führung ging es in die Vorstellung. Gespielt wurde das Stück „Lehman Brothers“. Es handelt vom Aufstieg und Fall der bekannten Banken-Dynastie. Von den Anfängen 1844 bis zum Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 führt die historische Reise.

Der Autor Stefano Massini recherchierte drei Jahre lang und schrieb eine Familiensaga, die sich als Autopsie des Kapitalismus lesen lässt.

Zu sehen ist das Stück noch am 05.03.2017, 15.03.2017 und 11.04.2017 jeweils um 19:30 Uhr.

Wer jetzt Lust bekommen hat auch mal die Menschen und die Technik hinter der Bühne zu sehen kann das nächste Mal am 08. März oder 05. April 2017 zu einer ca. 60-minütigen Führung vorbei kommen.

Mittwoch, 08.03.17 von 15:30–16:30 Uhr
Mittwoch, 05.04.2017 von 15:30–16:30 Uhr
Treffpunkt im Foyer des Schauspielhauses
Für Schauspiel-Abonnenten freier Eintritt

Schauspielhaus Hannover
Prinzenstraße 9
30159 Hannover
www.schauspielhannover.de

Die Nacht von Lissabon (Foto: © Karl-Bernd Kasrwasz)

Die Nacht von Lissabon

Die Nacht von Lissabon (Foto:  © Karl-Bernd Kasrwasz)

Die Nacht von Lissabon (Foto: © Karl-Bernd Kasrwasz)

»Jedes Schiff, das in diesen Monaten des Jahres 1942 Europa verließ, war eine Arche. Der Berg Ararat war Amerika, und die Flut stieg täglich. Die Küste Portugals war die letzte Zuflucht geworden für die Flüchtlinge, denen Gerechtigkeit, Freiheit und Toleranz mehr bedeuteten als Heimat und Existenz. Wer von hier das gelobte Land Amerika nicht erreichen konnte, war verloren. Der Mensch war in dieser Zeit nichts mehr, ein gültiger Pass alles.«

Im Hafen von Lissabon starrt ein Mann sehnsüchtig auf ein Schiff, das für ihn und seine Frau die Rettung sein könnte – wenn er die nötigen Pässe und Gelder besäße. Da bietet ihm ein Unbekannter zwei Schiffspassagen und die nötigen Papiere an, unter einer Bedingung: Er muss zuhören, wenn der Unbekannte die Geschichte seines Lebens erzählt.

Also hört er zu. Die Papiere, die der Unbekannte, der sich Schwarz nennt, anbietet, hat auch er von einem Emigranten »geerbt«. Er war schon 1939 aus einem Konzentrationslager nach Frankreich geflohen. Seine Frau Helen, seine Identität und sein Leben hatte er in Nazideutschland zurücklassen müssen. Doch auch ihn holte der »Emigrantenkoller« ein. Er wagte den mörderischen Weg zurück nach Deutschland, traf Helen in Osnabrück wieder. Doch die Realität des Krieges, Angst und Ungewissheit hatten beide verändert, sie waren einander fremd geworden. Helens Bruder, ein hoher Nazi-Offizier, war auf der Suche nach ihm, er musste erneut fliehen. Aber Helen ließ ihn kein zweites Mal gehen. Die gemeinsame Flucht entwickelte sich zu einer Reise, auf der die beiden Exilanten zu sich selbst und ihre Liebe fanden.

In Lissabon angelangt, begeht die krebskranke Helen Selbstmord. Für Josef Schwarz ergibt es keinen Sinn mehr zu fliehen. Er beschließt, zur Fremdenlegion zu gehen. Am Ende der Nacht verschenkt Schwarz die Papiere, die ihn und seine Frau retten sollten, an den Mann, der ihm eine Nacht lang zuhörte…

Nach einem Roman von Erich Maria Remarque

Dienstag, 07.02.17 um 20:00 Uhr
Einführung 19:15

Cumberlandsche Bühne
Prinzenstraße 9
30159 Hannover
www.schauspielhannover.de

Macht und Widerstand (Bilder: © Katrin Ribbe)

Uraufführung: Macht und Widerstand

Macht und Widerstand (Bild: © Katrin Ribbe)Do 15.12.16 | 19:30 | Schauspielhaus

Bulgarien. Zwei Biografien. Die des Anarchisten Konstantin – zehn Jahre saß er für die Sprengung eines Stalindenkmals in Haft: Lager, Karzer, Zwangsarbeit, Psychiatrie, Kälte- und Hungerfolter, Wanzen, Schläge. Und die seines Folterers Metodi, dem »Michelangelo des Verhörs«, Produkt und Profiteur eines Regimes, das auf das Ressentiment der Zukurzgekommenen setzte und der Brutalität freien Lauf ließ. Doch das ist Jahre her. 1989 wechselt die Regierung, es bricht eine neue Zeit an – zumindest äußerlich. Die Protagonisten der Macht bleiben die gleichen. Sie haben sich ohne größeren Reibungsverlust neu eingerichtet. Erinnerungen sind trügerisch. Und unerwünscht. Konstantin versucht, in den Akten der Staatssicherheit Zeugnisse für das Erlebte zu finden. Er sucht die Wahrheit, zornig und kompromisslos. Seine Unerbittlichkeit wird ihm selbst von Leidensgefährten zum Vorwurf gemacht. Warum zurückschauen? Tatsächlich stößt Konstantin nur auf wenig aussagekräftige Dokumente. Die Sicherheitsbehörden haben gründliche Arbeit geleistet, ihre Arme reichen bis in die Gegenwart. Seine Erfahrungen werden negiert, finden keinen Widerhall. Und so bleiben Opfer und Folterer, Konstantin und Metodi, aneinander gekettet, ihre Biografien auf Lebenszeit miteinander verflochten, makaber aufeinander angewiesen durch die Zeugenschaft, die allein sie sich gegenseitig ablegen können.

Der Autor und Kosmopolit Ilija Trojanow recherchierte fast zwanzig Jahre, führte Gespräche mit Zeitzeugen, bezog Originaldokumente mit ein. Ein eminent politisches Buch, das ein zeitgeschichtliches Panorama von exemplarischer Gültigkeit entfaltet.

ILIJA TROJANOW (geb. 1965 in Sofia) floh als Sechsjähriger mit seiner Familie aus Bulgarien in den Westen. Er wurde ein deutschsprachiger Autor, preisgekrönt, ein Kosmopolit, der für diesen großen Roman zu den Wurzeln zurückkehrt. Fast zwanzig Jahre lang recherchierte er, führte Gespräche mit Zeitzeugen, bezog Originaldokumente mit ein. Es ist sein Lebenswerk. Ein eminent politisches Buch und ein schwindelerregender Blick in den Abgrund zwischen Macht und Widerstand. Am Schauspiel Hannover war Trojanow von 2012 bis 2015 Gastgeber der Gesprächsreihe Weltausstellung Prinzenstraße.

von Ilija Trojanow
in Kooperation mit dem Deutschen Theater Berlin

Weitere Spieltermine:

Sa, 17.12. – 19:30 Uhr
Di, 27.12. – 19:30 Uhr
Di, 03.01. – 19:30 Uhr
So, 15.01. – 17:00 Uhr

Schauspielhaus
Prinzenstraße 9
30159 Hannover
www.schauspielhannover.de

Bilder: © Katrin Ribbe (Schauspielhaus Hannover)

Was ihr wollt (Bild: © Katrin Ribbe)

Was ihr wollt

Alles beginnt mit einem Schiffbruch. Auf Illyrien finden sich die Gestrandeten dieser Welt. Ihre Bewohner sind Trauernde, Enttäuschte, ihre Sehnsüchte blieben bislang unerfüllt. Mit Ankunft der jungen Viola, die sich zum Schutz in der Fremde in ihren ertrunken geglaubten Zwillingsbruder verwandelt, flammt das Glücksverlangen aller wieder auf. Sie verliert ihr Herz an den liebeskranken Herzog Orsino, der in ihr jedoch nur den Mann sieht. In seinem Dienst muss sie Liebesschwüre der Gräfin Olivia überbringen, diese will von ihm nichts wissen und verfällt dem betörend schönen Jungen mit den weiblichen Zügen. Verwirrende Spiegeleffekte lassen an der eigenen Identität zweifeln. Doch mit zunehmender Angstlust stürzen sich die Liebenden in das Spiel, das sie nicht verstehen. Oder doch? Ihre Gefühle durchleben sie exzessiv – bis zur schmerzlichen Erkenntnis, die schließlich Schein von Sein trennt. Und dann sind da noch Sir Toby, Haushofmeister Malvolio, Sir Andrew, Olivias Dienstmädchen Maria und der Narr Feste, die ihre Langeweile durch Grausamkeiten zu vertreiben versuchen, durch Späße, die nicht folgenlos bleiben.

von William Shakespeare
Deutsch von Marius von Mayenburg

Di 29.11.16 | 19:30–22:20

Schauspielhaus Hannover

www.schauspielhannover.de