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Denkmal für Karl Jatho

Am Mittellandkanal gegenüber des Yachthafen steht das Denkmal für Karl Jatho. Am Lister Bad im Stadtteil Vahrenheide erinnert es an seine Pioniertaten für die Luftfahrt.

Inschrift

Infotafel

Infotafel

Von hier aus startete der hannoversche Magistratsbeamte/Stadtinspektor Karl Jatho (3.2.1873 – 8.12.1933) am 18. August 1903 mit seinem Motordrachenflieger I (Dreiflächer mit fünf Rädern) angetrieben von einem 12 PS starken und 64 kg schweren Buchet-Motor zu seinem ersten „Flugsprung“ von 18 Metern Weite in 3/4 Meter Höhe.

Im November gelangen ihm hier – auf der damaligen Vahrenheider Heide mit dem Flugapparat Jatho II (Zweiflächer mit fünf Rädern) viele kleine Flüge bis 60 Meter Länge in zweieinhalb bis dreieinhalb Meter Höhe.

In diesem Bereich legte Jatho seine erste 180 Meter lange Anlauf/Anfahrbahn (Startbahn) an. Diese befand sich unweit der Lister Mühle neben der von ihm Anfang 1897 errichteten Werkstatt bzw. Flugzeughalle (Hangar).

Aus Jathos Anfängen entwickelte sich allmählich der 122 Hektar große Verkehrsflughafen Hannover-Vahrenwald, der nach dem 2. Weltkrieg durch den Hannover Airport in Langenhagen ersetzt wurde.

Im Dezember 2006, Arbeitskreis Stadtteilgeschichte List

Karl Jatho

Nach Besuch des Realgymnasiums I und einer Präparandenanstalt in Hannover durchlief Jatho ab 1891 eine Ausbildung im Expeditions- und Registraturwesen. 1892 trat er in den Dienst der Hannoverschen Stadtverwaltung; am 1. April 1901 wurde er zum städtischen Beamten ernannt. Bevor er seine Flugleidenschaft entdeckte, machte sich Karl Jatho als Radsportler und an der Seite seiner Schwester als Hochrad-Akrobat einen Namen. Ab 1896 baute Jatho Am Jagdstall bei der Lister Bockwindmühle Gleitflieger. Unbefriedigt von seinem Erstflug und beunruhigt durch den tödlichen Absturz Otto Lilienthals im selben Jahr nahm er ständige Verbesserungen an seinem Fluggerät vor. Neben seinem Luftfahrt-Engagement blieb er weiterhin hauptamtlich als Magistratsbeamter in Hannover im Dienst und ließ sich für seine Teilnahmen an der Internationalen Sportausstellung 1907 in Berlin und der ILA 1909 in Frankfurt vom Dienst befreien.

Im November 1913 gründete Jatho gemeinsam mit Partnern die Hannoverschen Flugzeugwerke GmbH, der jedoch kein wirtschaftlicher Erfolg beschieden war. Die Firma wurde bei Heeresaufträgen nicht berücksichtigt und musste bereits im August 1914 wieder schließen. Danach befasste sich Jatho nur noch theoretisch mit dem Flugzeugbau. Wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen betrieb er über Jahre seine Versetzung in den Ruhestand, die schließlich im April 1924 vorläufig und 1928 dauerhaft vollzogen wurde. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er im Rollstuhl. Begraben wurde er auf dem Stadtfriedhof Engesohde.

Stadtplan

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Bildquellen:

  • Infotafel: www.hannover-entdecken.de
  • Motordrachenflieger I: www.hannover-entdecken.de