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Hannover Wissen – Der Hanebuthgang

Karo Quambusch, freie Mitarbeiterin des Historischen Museum Hannover, stellt den Hanebuthgang vor. Der Eingang zu Hanebuths Gang befindet sich am Leineufer im Stadtteil Mitte. Am Hohen Ufer ist eine unscheinbare Pforte mit Eisenstäben davor, von der wohl kaum jemand Notiz nimmt.

Hannover Wissen (6) - Der Hanebuthgang

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Der mysteriöse Tunnel der unter der Stadtmauer hindurch in die Altstadt führt erhielt seinen Namen vom Raubmörder Jasper Hanebuth. Er soll dort angeblich seine Beute und manchmal auch sich selbst versteckt haben.  Der unterirdische Hanebuthgang, der einst vermutlich von der Kreuzkirche am Rande der dahinterliegenden Altstadt geradewegs zur Stadtmauer am Leineufer führte wurde im 16. Jahrhundert gebaut. Über den ursprünglichen Nutzen des  Ganges gibt es bis heute unklarheiten. Mehr über den Gang erfährt man im Film „Unter den Straßen von Hannover“ der auch regelmäßig im Apollokino gezeigt wird.

Im Video ist auch die Lösung des Rätsels vom Video zur Kreuzkirche zu finden.

Jasper Hanebuth

Jasper Hanebuth wurde im Dreißigjährigen Krieg Söldner in schwedischen Diensten. Noch im Krieg erwarb er das Bürgerrecht der Stadt Hannover, verlor es jedoch bald wieder, da er seine Steuerschulden nicht bezahlte.

Später wurde er Räuber vorwiegend in der Eilenriede, einem Waldgebiet nahe dem heutigen Zoo von Hannover. Seine Überfälle verübte er teilweise zusammen mit anderen, darunter Hans Stille, Caspar Reusche und Hänschen von Rode, einem Abkömmling einer alten hannoverschen Patrizierfamilie. Seine Opfer schoss er oft aus der Ferne nieder, ohne zu wissen, ob Geld bei ihnen zu finden sei.

Hanebuth wird als roher Mensch geschildert, dessen Wutanfälle gefürchtet waren. Er gilt als Beispiel für die alltägliche Gewalt und Verrohung der Sitten nach Ende des Dreißigjährigen Krieges. Zu seinen Opfern gehörte auch seine „Räuberbraut“.

Zuletzt verdingte sich Hanebuth als Pferdehändler, bis er wegen eines Pferdediebstahls angezeigt und am 14. November 1652 verhaftet wurde. Doch dann gestand er zehn Diebstähle und – 19 Morde. Trotz wiederholter Folterandrohungen, „penibel nach den Regeln der Hochnothpeinlichen Halsgerichtsordnung“, im Ratskeller des (Alten) Rathauses ließen seine Schuldgeständnisse jedoch auch Zweifel aufkommen. Doch nach knapp einem Jahr Haft verurteilte ihn das Halsgericht am 3./4. Februar 1653, „mit dem Rade durch Zerstoßung seiner Glieder vom Leben zum Tode gerichtet zu werden“.

Am 4. Februar 1653 wurde Räuber Hanebuth an der Richtstätte vor dem Steintor durch Rädern hingerichtet.

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