Neueste Artikel

Alle Macht den Räten!

Alle Macht den Räten!

Alle Macht den Räten!Vor 100 Jahren
DIE NOVEMBERREVOLUTION
und ihre Folgen

Veranstaltungsreihe in der Region Hannover
Oktober – Dezember 2018

„… die Revolution ist kein Schandfleck. Sie war – besonders
nach vier Jahren Hunger und Ausblutung – eine Ruhmestat.
Ein Schandfleck ist der Verrat, der an ihr verübt wurde. (…)
Deutschland krankt an der verratenen Revolution von 1918
noch heute.“ Der Publizist Sebastian Haffner 1968

Als Deutschland wurde, wie es ist
Vor 100 Jahren beendete die Streikbewegung revolutionärer Soldaten und Arbeiter*innen das Massensterben und die Not im Ersten Weltkrieg. Dieses Ereignis ist heute in der Öffentlichkeit weitgehend ausgeblendet. In ihrem politischen Kern war die Novemberrevolution antimonarchistisch und antimilitaristisch. Zwar musste der Kaiser am 9. November 1918 gehen, doch die Generäle blieben und schlossen ein Bündnis mit dem rechten Flügel der Sozialdemokratie um Friedrich Ebert und Gustav Noske. So konnte die kaum begonnene Revolution im Laufe des Jahres 1919 von rechts-monarchistischen Freikorpstruppen blutig niedergeschlagen werden. Tausende wurden von einer im Ersten Weltkrieg brutalisierten Soldateska ermordet, darunter Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Die politischen Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Bereits 1920 marschierten putschende Militärs mit Hakenkreuzen an den Stahlhelmen in Berlin ein. Am 9. November 1923 inszenierte in München ein bis dahin unbekannter Mann namens Adolf Hitler zusammen mit Erich v. Ludendorf, einem der Hauptverantwortlichen für das Massenschlachten im Ersten Weltkrieg, den nächsten Putschversuch. Ehemalige Angehörige der Freikorps beteiligten sich in den folgenden Jahren maßgeblich am Aufbau der SA und der NSDAP. Der deutsche Militarismus wurde 1918/19 nicht beseitigt. Nicht nur für Deutschland waren die Auswirkungen katastrophal … Mit der Veranstaltungsreihe zum 100. Jahrestag der Novemberrevolution wollen wir an dieses bis heute tabuisierte Kapitel der deutschen Geschichte erinnern.

Arbeitskreis Regionalgeschichte
Bildungswerk ver.di

4.10. | 19.30 Uhr Antisemitismus – Kampfmittel gegen die Novemberrevolution – Zur Geschichte des 9. November, Vortrag, VHS Hannover-Land, Neustadt a. Rbge.
5.10.– 26.10. 1918: Novemberrevolution in Hannover!? Ausstellung, VHS Hannover
9.10. | 18 Uhr Die hannoversche Arbeiterbewegung, im Weltkrieg 1914 –1918, Vortrag, VHS Hannover
13.10. | 10 Uhr Alles auf Anfang?! – 100 Jahre Novemberrevolution 1918, Symposium, Heimvolkshochschule Springe
16.10. | 18 Uhr SPD und Gewerkschaften als Ordnungsmacht, Vortrag, VHS Hannover
18.10.– 20.12. „Wir gehen schweren Tagen entgegen“ – Die Novemberrevolution Ausstellung, Veranstaltungszentrum Rotation
18.10. | 19 Uhr „Wir gehen schweren Tagen entgegen“, Konzertlesung und Vernissage, Veranstaltungszentrum Rotation
22.10.– 26.10. Aus der Geschichte lernen – Novemberrevolution und ihre Folgen, Bildungsurlaub, Veranstaltungszentrum Rotation
23.10. | 18 Uhr Politisches Versagen und Zusammenbruch (1930 –1933), Vortrag, VHS Hannover
6.11. | 19 Uhr November 1918 – Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts, Lesung mit Diskussion, Veranstaltungszentrum Rotation
8.11. | 17.30 Uhr 1918 – Aufstand der Matrosen, Film, Apollokino
13.11. | 19 Uhr Von der Revolution zum Betriebsrat, Vortrag, IG Metall Hannover
16.11. | 16 Uhr Gedenken an Oskar Lünsmann, Gedenkveranstaltung, Waterloosäule

Drachenfest

„Hannover hebt ab“: Großes Drachenfest vom 28. bis 30. September am Kronsberg

Drachenfest

Drachenfest

„Hannover hebt ab“ heißt es am kommenden Wochenende am Kronsberg. Das beliebte Drachenfest auf der Allmendefläche startet am Freitag (28. September) um 15 Uhr und wird am Sonnabend und Sonntag (29. und 30. September) jeweils ab 10 Uhr fortgesetzt. Nicht nur die AnwohnerInnen, sondern auch DrachenfreundInnen aus der ganzen Region Hannover und darüber hinaus lassen auf den großen Wiesenflächen ihre fliegenden Freunde steigen. Deutschlandweit hat sich herumgesprochen, dass die Allmendefläche auf dem Kronsberg ein ideales Gelände dafür ist.

Der Drachenclub „Hannover hebt ab e.V.“ und der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover laden zu einem vielfältigen Programm ein, unter anderem mit Drachenschule und Drachenbasteln für Kinder (Sonnabend und Sonntag von 13 bis 15 Uhr) sowie Vorführungen mit Großdrachen. Ein Höhepunkt ist auch in diesem Jahr wieder das „Nachtfliegen“ mit illuminierten Drachen, das am Sonnabend (29. September) bei Einbruch der Dunkelheit startet. Dazu gibt es Live-Musik und ein kleines Kulturangebot.

Der Eintritt zu der Veranstaltung, die bis Sonntag (30. September) um 17 Uhr läuft, ist frei. Das Gelände zwischen Sticksfeld und Feldbuschwende ist mit der Stadtbahnlinie 6 (Haltestelle Feldbuschwende oder Kronsberg) gut zu erreichen.

Aegigienkirche

Europaweites Glockenläuten im Europäischen Kulturerbejahr 2018

Aegigienkirche

Aegigienkirche

„Friede sei ihr erst Geläute“: Veranstaltungen vom 14. bis 21. September 2018

Heute (11. September) haben Oberbürgermeister Stefan Schostok, Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann, Dr. Anne-Viola Siebert vom Museum August Kestner und Kirchenmusikdirektor Lothar Mohn das Programm zur Veranstaltungswoche anlässlich des Europaweiten Glockenläutens am Internationalen Friedenstag (21. September) vorgestellt.

Die Landeshauptstadt und Mayors for Peace Stadt Hannover bietet gemeinsam mit dem Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverband Hannover und weiteren KooperationspartnerInnen vom 14. bis zum 21. September 2018 Veranstaltungen rund um das Europaweite Glockenläuten im Europäischen Kulturerbejahr 2018 an. Die Angebote sind vielfältig. Ob Workshop, Konzert oder Vortrag: In dieser Woche steht die Glocke im Mittelpunkt des Geschehens – als Symbol des Friedens, der Verständigung, als Musikinstrument und als Kunstwerk. So können BesucherInnen unter der Anleitung eines Glockengießers eine eigene Glocke anfertigen. Des Weiteren ist die Glocke als virtuoses Instrument erlebbar: Das Handglocken-Trio Hannover eröffnet die Veranstaltungswoche am 14. September um 18.30 Uhr im Neuen Rathaus mit einem Konzert. Auch die Teilnahme an Zeremonien ist möglich. So öffnet die Viên Giác Pagode ihre Türen und lädt zu einer Nachmittagszeremonie ein. Die Woche endet am 21. September mit der Gedenkveranstaltung „Ringing the bells“ in der Aegidienkirche um 17.30 Uhr, einem gemeinsamen Läuten von kirchlichen und weltlichen Glocken zum Internationalen Friedenstag am selben Tag von 18 bis 18.15 Uhr sowie einem anschließenden multireligiösen Friedensgebet mit dem Titel „Friede sei ihr erst Geläute“ in der Marktkirche.

Oberbürgermeister Stefan Schostok sagt: „Noch immer erschüttern Kriege unsere Welt und zwingen viele Menschen zur Flucht. In Europa und gerade erst in Deutschland erleben wir ein Aufflammen von Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus. Dies zeigt uns: Frieden und ein friedliches Zusammenleben sind nicht selbstverständlich, sondern erfordern stets entschiedenen Einsatz aller demokratischen Kräfte der Gesellschaft. Deshalb beteiligt sich Hannover als Mayors for Peace Mitglied mit vielen PartnerInnen in der Stadt am Europaweiten Glockenläuten am Internationalen Friedenstag. Unter dem Motto ‚Friede sei ihr erst Geläute‘ erinnern wir mit diesem weit hörbaren Zeichen an die gemeinsamen europäischen Werte der Freiheit, der Solidarität und des Friedens.“

Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann erläutert: „Der Evangelische Stadtkirchenverband und seine Gemeinden möchten mit ihrer Beteiligung am europaweiten Geläut der Glocken zugleich ein Zeichen für Demokratie setzen – und die ausdauernde Bereitschaft für sie einzustehen und sie zu gestalten. Das ist nötig, wenn ein gesellschaftliches Miteinander gelingen soll. Viele Menschen warten auf ein kräftiges Zeichen zivilgesellschaftlicher Entschlossenheit und einer gegen Krieg, Hass und Unrecht ausgerichteten Grundhaltung. In einer Zeit, in der die Fliehkräfte des Nationalismus das Gemeinsame zu zerreißen drohen, soll die Grundintention des Glockengeläutes deutlich hörbar sein.“

Hintergrund:

Das Europaweite Glockenläuten ist ein verbindendes Zeichen des Friedens und der Solidarität. Diese Aktion ist Teil des Europäischen Kulturerbejahres 2018, ausgerufen von der Europäischen Kommission. Mit zahlreichen Veranstaltungen zeigen die 28 Mitgliedsstaaten, welches kulturelle Erbe sie miteinander teilen.

Zugleich wird an den Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges vor 400 Jahren, an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren und die Schrecken des Zweiten Weltkrieges, ausgehend von der Reichspogromnacht vor 80 Jahren, erinnert.

Die Landeshauptstadt Hannover ist Vizepräsident und Lead City im weltweiten Städtebündnis der Mayors for Peace. Unter der Leitung von Hiroshima setzt sich das Netzwerk vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um Wege für ein friedvolles Miteinander zu diskutieren. Inzwischen gehören dem Netzwerk mehr als 7500 Städte und Gemeinden aus 163 Ländern an. In Deutschland sind über 550 Mitglieder dem Bündnis beigetreten.

Neue Regeln für die Straßenmusik

Stadt führt neue Regeln für die Straßenmusik in Hannover ein

Neue Regeln für die Straßenmusik

Neue Regeln für die Straßenmusik

Hannover ist eine lebendige Kulturstadt. Straßenmusik gehört zum öffentlichen Leben und ist Bestandteil der kulturellen Landschaft, mit einem bunten, vielfältigen Angebot. Dies soll auch weiterhin so bleiben. Damit Straßenmusik nicht zur Belastung für AnwohnerInnen und Beschäftigte im Einzelhandel wird, hat die Landeshauptstadt Hannover nach einem Austausch mit der Polizei und der Citygemeinschaft Hannover e.V. neue Regeln erlassen, die festlegen zu welchen Zeiten und an welchen Orten musiziert werden darf. Diese werden ab sofort (10.9.2018) in Form eines Flyers durch den städtischen Ordnungsdienst an die StraßenmusikerInnen verteilt. Der städtische Ordnungsdienst wird im Rahmen seiner Streifengänge auch die Einhaltung der Regeln kontrollieren.

  • In der Innenstadt sind 17 Plätze und in der Lister Meile neun Plätze für Straßenmusik ausgewählt worden.
  • Auf diesen Plätzen kann von 12 Uhr bis 19.30 Uhr jeweils in der ersten halben Stunde musiziert werden. Dann sind eine Spielpause und ein Ortswechsel notwendig.
  • Der gleiche Standort darf nicht länger als 30 Minuten pro Zweistundenzeitraum bespielt werden und auch nicht zweimal hintereinander genutzt werden.
  • Musikgruppen dürfen maximal vier Personen umfassen.
  • Der Einsatz von elektroakustischen Verstärkeranlagen ist nicht zulässig. Dies gilt auch für CD-Player, Radiogeräte oder andere Abspielgeräte.
  • Der Verkauf von Tonträgern ist nur bei Eigenproduktionen, z.B. einem Album erlaubt (maximal ein Tonträger).
  • Im Bereich von Veranstaltungen, Märkten und Demonstrationen oder Kundgebungen darf nicht musiziert werden.
  • Straßenmusik außerhalb dieser Regeln, etwa an anderen Plätzen und zu anderen Zeiten und ggf. auch außerhalb der Innenstadt und der Lister Meile bedarf stets einer Genehmigung im Einzelfall mit einem Vorlauf von mindestens zehn Werktagen.

Aufgrund der Internationalität der StraßenmusikerInnen wird der Flyer in acht Sprachen verteilt (Deutsch, Englisch, Polnisch, Russisch, Bulgarisch, Arabisch, Rumänisch und Kroatisch).

Die neuen Regeln wurden im Zusammenhang mit der Einführung des Konzeptes für Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum bereits vom Rat der Landeshauptstadt Hannover beschlossen und werden nunmehr auch mit der Änderung der entsprechenden Satzung formalisiert.

Demo #NoNPOG

Demo #NoNPOG

NEIN zum Niedersächsischen Polizeigesetz am 08.09.2018 in Hannover

Über 10.000 Demonstranten protestierten in Hannover gegen das von der Landesregierung geplante neue Polizeigesetz.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=plh6ceP6TQg

Mehr auch im Bericht des NDR.

Weitere Infos zum geplanten Gesetz unter: www.niedersachsentrojaner.de

Faire Woche

„Gemeinsam für ein gutes Klima“: Die „Faire Woche“ vom 8. bis 28. September

Faire WocheDie diesjährige bundesweite „Faire Woche“ vom 8. bis 28. September steht auch in Hannover unter dem Motto „Gemeinsam für ein gutes Klima“. An den Aktionstagen bieten das städtische Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro gemeinsam mit dem Allerweltsladen, dem Wissenschaftsladen Hannover, JANUN Hannover e.V., der Region Hannover und vielen weiteren Akteuren ein vielfältiges Programm. Ob Infoabende und Lesungen, konsumkritische Stadtführungen, geocaching-Touren oder gemeinsames Kochen: Das Thema des „Fairen Handels“ wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Die Veranstaltung „Hannover handelt fair!“ am 14. September (11 bis 14 Uhr) am Kröpcke, anlässlich des bundesweiten Auftaktes der „Fairen Woche“, bildet den Höhepunkt der Aktionswoche.

„Die ,Faire Woche‘ hat sich in den vergangenen Jahren als gelungene Form etabliert, um möglichst viele Menschen für den gerechten Welthandel zu gewinnen. Dank der zahlreich teilnehmenden Schulen, Einrichtungen und Organisationen wird der faire Handel im Bewusstsein der hannoverschen Bevölkerung immer präsenter“, sagt Susanne Wildermann, Leiterin des städtischen Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüros.

Das komplette Programm der „Fairen Woche 2018“ ist im Internet unter folgendem Link abrufbar: www.hannover-nachhaltigkeit.de.

Ausschnitte aus dem Programm:

8. September, 12 bis 16 Uhr
Umgang mit Kleidung

Bei diesem Aktionstag soll deutlich werden, was ein so großer Konsum für globale Auswirkungen hat und welche Alternativen es zu unsozialen Arbeitsbedingungen gibt.

Veranstalter: Allerweltsladen.
Veranstaltungsort: Allerweltsladen, Limmerstr. 44.

10. September, 19.30 Uhr
„Fair Fashion – der lange Weg zur sauberen Kleidung“

Lesung mit Frank Herrmann.

Warum faire Mode so wichtig ist, erläutert Sachbuchautor und Journalist Frank Herrmann in seinem Vortrag. Er geht auf die ungerechten Strukturen der Modeproduktion ein, berichtet, was ein existenzsichernder Lohn ist, welche Modesiegel vertrauenswürdig sind und was ProduzentInnen, Politik und VerbraucherInnen machen können, um die Situation zu verbessern.

Veranstalter: Allerweltsladen.
Veranstaltungsort: Café Allerlei, Allerweg 7.

13. September, 19 Uhr
Leute machen Kleider

Lesung mit Autorin Imke Müller-Hellmann.

Imke Müller-Hellmann liest aus ihrem im Jahr 2017 erschienenen Buch „Leute machen Kleider – Eine Reise durch die globale Textilindustrie“.

Veranstalter: 3WF Hannover – Forum für eine andere Welt e.V., Initiative „Tragbarer Lebensstil“, Bildungswerk ver.di, ATTAC Hannover, Friedensbüro Hannover.

Veranstaltungsort: Rotation, ver.di Höfe, Goseriede 10.

14. September, 11 bis 14 Uhr
Hannover handelt fair!

Zum offiziellen Auftakt der bundesweiten „Fairen Woche“ laden verschiedene Organisationen und Einrichtungen auf den Kröpcke ein und stellen ihre Arbeit rund um das Thema „gerechter Handel“ und „nachhaltige Lebensstile“ vor.

Veranstalter: Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro in Kooperation mit: Allerweltsladen, Berufsbildende Schule Handel und die Berufsbildende Schule 2 der Region Hannover, Contigo Hannover, Fairtrade Scouts der Deutschen Pfadfinderschaft Stankt Georg in der Pfarrei zu den Heiligen Engeln, Greenality, JANUN Hannover e.V., Viva con Agua Hannover, Wissenschaftsladen Hannover e.V., Unter einem Dach gUG, u.a.

Veranstaltungsort: Kröpcke.

18. September, 19 bis 21 Uhr
Wie fairer Handel demokratische Strukturen in Syrien schaffen (könnte)

– Diskussion über Möglichkeiten des gemeinsamen Handelns –

Gemeinsam mit ExpertInnen aus Syrien und Deutschland soll darüber diskutiert werden, ob ökologischer Anbau und der faire Handel dazu beitragen können, die Prinzipien der sozialen Gerechtigkeit, Geschlechtergleichstellung, demokratischen Teilhabe und Aussöhnung in ein zukünftiges und friedliches Syrien zu verankern.

Veranstalter: Bildungsverein Hannover e.V. und Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro.

Veranstaltungsort: Bildungsverein, Viktoriastr. 1.

20. September, 18 bis 21 Uhr
Fair-vegane Kochweltreise

Aus fair gehandelten, veganen Zutaten eine schmackhafte und vielseitige Mahlzeit zubereiten.

Anmeldung unter: anmeldung.vhs@hannover-stadt.de

Teilnahmegebühr: 27,50 Euro, Ermäßigung möglich.

Veranstalter: Volkshochschule Hannover in Kooperation mit dem Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro.

Veranstaltungsort: Volkshochschule Hannover, Burgstr. 14.

22. September, 10 bis 17.30 Uhr
Rund um den Fairen Handel – informieren und ausprobieren

Im Anschluss an den Vortrag von Michaela Reithinger von TransFair e.V. ist eine gemeinsame Aktion zum fairen Handel in Hannover geplant.

Anmeldung bis 16. September unter Tel. 0511 / 35 37 49 – 24 oder info@ked-niedersachsen.de. Eintritt frei, barrierefrei, Veranstaltungssprache Deutsch, orientiert an Studierende aller Fachrichtungen.

Veranstalter: Kirchlicher Entwicklungsdienst Niedersachsen (KED).

Veranstaltungsort: Kirchlicher Entwicklungsdienst Niedersachsen, Haus am Kreuzkirchhof 1-3.

23. September, 15 bis circa 18 Uhr
Fairer Stammtisch

Die TeilnehmerInnen diskutieren über fairen Handel in Zeiten der Globalisierung und die Frage, wie jeder Einzelne für ihn eintreten kann. Der Eintritt ist frei.

Veranstalter: Wissenschaftsladen Hannover e.V. in Kooperation mit dem Kulturzentrum Faust e.V.

Veranstaltungsort: Der Nachbarin Café, Warenannahme Kulturzentrum Faust, Zur Bettfedernfabrik 3.

26. September, 17 bis 21 Uhr
InstaMeet „Farm to Table“

Kochen und Fotografieren

Zusammen wird Gemüse von lokalen Erzeugern verarbeitet, es werden Formen und Farben des Spätsommers entdeckt und die Lebensmittel für den Winter präpariert. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der transparenten Produktion und dem fairen Vertrieb der Nahrungsmittel, die für die Veranstaltung verwendet werden. Die Fotos werden anschließend auf Instagram und anderen Social-Media-Kanälen veröffentlicht.

Teilnahmegebühr: 10 Euro

Verbindliche Anmeldung bis zum 15. September an: stephan.kaps@hannoverstadt.de

Veranstalter: Landeshauptstadt Hannover: Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro, Ada-und- Theodor-Lessing-Volkshochschule, Hafven GmbH & Co KG.

Veranstaltungsort: Hafven-Cafve, Kopernikusstraße 14.

27. September, 19 bis 21 Uhr
Der Kern des Problems – die Zukunft des Fairen Handels

In ihrem Vortrag erklärt Zorah M. Birnbacher (Referentin im Auftrag von TransFair e.V.), was fairen Handel ausmacht und wieso er wichtig und zukunftsweisend ist.

Veranstalter: Lokalgruppe in Hannover der Micha-Initiative.
Veranstaltungsort: Adventgemeinde Hannover-Mitte, Fischerstr. 19.

Termin auf Anfrage
„Konsumensch“ – konsumkritische Stadtführungen in der hannoverschen Innenstadt

Auf den internationalen Spuren unseres Konsums: Täglich sind wir mit Produkten aus der ganzen Welt in Kontakt – Produktionsweise und „Nebenwirkungen“ sind den meisten Menschen aber unbekannt. Über Lernspiele, Quizelemente und Anschauungsobjekte lernen die TeilnehmerInnen anhand von fünf verschiedenen Produkten globale Zusammenhänge und die Idee des fairen Handels kennen.

Kosten: Zwei Euro pro TeilnehmerIn, mindestens 40 Euro pro Gruppe.

Anmeldung und Kontakt: JANUN Hannover e.V.
Achim Riemann
Tel. 0511 590 91 90
buero@janun-hannover.de
Veranstalter: JANUN Hannover e.V.

Termin auf Anfrage
Geocaching-Tour in Linden – Auf der Spur des fairen Handels.

Bei dieser Schatzsuche dreht sich alles um den fairen Handel. Mit Hilfe von Kopf und Handy bzw. GPS-Geräten lösen die SchülerInnen in Teams im Stadtteil Linden kleine Aufgaben, um anschließend den Schatz zu heben. Die Tour dauert etwa zwei Stunden, es kann eine Gruppe von maximal 30 SchülerInnen teilnehmen. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Tour wird ausgerichtet von Geheimpunkt GmbH, die die Kleingruppen bei Bedarf auch begleitet. Da nur zwei Touren im Angebot sind, können nur die beiden ersten verbindlichen Anmeldungen berücksichtigt werden.

Anmeldung und weitere Informationen:
Geheimpunkt GmbH
info@geheimpunkt.de
Tel. 0511 700 23561
Veranstalter: Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro in Kooperation mit dem Allerweltsladen.

Hintergrund:

Seit mehr als 15 Jahren laden die VeranstalterInnen der „Fairen Woche“ jährlich im September bundesweit alle Menschen dazu ein, sich in ihrer jeweiligen Stadt über das Thema des fairen Handels zu informieren. Das Klima zu schützen, ist aktuell eine der wichtigsten Aufgaben der Menschheit. Der Klimawandel bedroht durch Überschwemmungen und Dürren auch PartnerInnen des fairen Handels: Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika. Daher wird in Veranstaltungen der „Fairen Woche“ 2018 in Hannover der bewusste Konsum von Kleidung und Lebensmitteln thematisiert, der die fairen HandelspartnerInnen bei der Bewältigung des Klimawandels unterstützen soll.

Die Landeshauptstadt Hannover fördert seit Jahren den fairen Handel sowie den Kauf regionaler Produkte und nimmt regelmäßig an der „Fairen Woche“ teil. Dies sind auch wichtige Bausteine des Ratsbeschlusses von 2016, die „Globalen Nachhaltigkeitsziele“ der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals – SDGs) auch in Hannover umzusetzen. Die Stadt will mit nachhaltigem Handel ihren Beitrag dazu leisten, die in den Zielen geforderte Verbesserung der Lebenssituation im globalen Süden und nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster zu erreichen.

Ausblick von der Waterloosäule

Zahlreiche Angebote am Tag des offenen Denkmals

Die Landeshauptstadt Hannover beteiligt sich mit zahlreichen kostenlosen Angeboten zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag (9. September).

Gartenfriedhof an der Marienstraße

Gartenfriedhof an der Marienstraße

Unter anderem präsentiert der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün einige Neuerungen für den Gartenfriedhof: Eine neue Broschüre beschreibt die besondere Geschichte und Bedeutung des heutigen Gartendenkmals. 36 ausgewählte Grabmale werden darin näher erläutert und können zukünftig bei einem abwechslungsreichen Spaziergang über das Gelände erkundet werden.

Darüber hinaus hat der ehemalige Friedhof drei neue Informationstafeln erhalten. In Kurzform werden die wesentlichen Aspekte des Friedhofs wie Geschichte und Entwicklung dargestellt, ein Lageplan zeigt 36 besondere Grabmale. Zudem wurde nach Vorgaben, die einem Gartendenkmal entsprechen, ein Zaunelement eingebaut, das den früheren Eingang an der Ecke Marienstraße/Warmbüchenstraße schließt.

Angebote der Landeshauptstadt zum Tag des offenen Denkmals

  • Halbstündlich zwischen 11 und 16 Uhr, Waterloosäule: Aufstieg auf die Plattform, Lavesallee 14. Voranmeldungen sind nicht möglich, BesucherInnen können sich ab 11 Uhr vor Ort in eine Liste für ihre gewünschte Zeit eintragen. Maximal zehn Personen können pro Aufstieg teilnehmen. Der Aufstieg über eine Wendeltreppe mit 190 Treppenstufen im Inneren ist nicht barrierefrei. Bei sehr schlechtem Wetter muss der Aufstieg leider ausfallen.
  • 11.30 Uhr, Museum August Kestner: Der Schatz der Goldenen Tafel – Führung mit Thorsten Henke, Trammplatz 3 (das Museum August Kestner ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet, Eintritt an diesem Tag frei).
  • 12 Uhr, Gartenfriedhof: Führung „Alte Grabmale auf dem Gartenfriedhof und die auf ihnen dargestellte Symbolik“. Pastor Dietmar Dohrmann stellt die Grabmalsymboliken vor. Treffpunkt ist am Eingang des Gartenfriedhofs an der Gartenkirche St. Marien, Marienstraße 35.
  • 12, 13.30 und 15 Uhr, Stadtbibliothek Hannover: Führung durch den historischen Bücherturm, Hildesheimer Str. 12; nur nach Anmeldung (begrenzte Teilnehmerzahl): telefonisch unter (05 11) 1 68 – 4 21 69 oder per E-Mail unter 41.92@hannover-stadt.de (nicht außerhalb der Führungen geöffnet).
  • 14 Uhr, Gartenfriedhof: Führung „Die Geschichte des Gartenfriedhofs und seiner bedeutendsten Grabmale“. Angelika Weißmann erläutert Geschichte, Entwicklung, begrabene Persönlichkeiten und ihre Grabmale auf diesem Gartendenkmal. Treffpunkt ist am Eingang des Gartenfriedhofs an der Gartenkirche St. Marien, Marienstraße 35.
  • 14 Uhr, Historisches Museum: „Denkmal ernstgenommen: Verbindung(en) von Geschichte und Gegenwart“ – Führung mit Museumsdirektor Dr. Thomas Schwark (das Historische Museum ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet, Eintritt an diesem Tag frei).
  • 14, 15 und 16 Uhr, Festsaal der Galerie Herrenhausen: Führungen mit Dr. Heiko Laß (Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München), Herrenhäuser Straße 3a (der Festsaal der Galerie Herrenhausen ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet; der Eintritt in die Galerie und zu den dortigen Führungen ist frei; Eintrittspreise Herrenhäuser Gärten: Erwachsene 8 Euro, Kinder/Jugendliche (12 bis 17 Jahre) 4 Euro, Kinder unter 12 Jahre frei).
  • 14, 15 und 16 Uhr, Arne Jacobsen Foyer: Führungen mit Architektin Anne Panse (Koch Panse Architekten BDA), Herrenhäuser Straße 3a (das Arne Jacobsen Foyer ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet; der Eintritt in das Arne Jacobsen Foyer und zu den dortigen Führungen ist frei; Eintrittspreise Herrenhäuser Gärten: Erwachsene 8 Euro, Kinder/Jugendliche (12 bis 17 Jahre) 4 Euro, Kinder unter 12 Jahre frei).
  • 15 bis 17 Uhr, Historisches Museum: Der Beginenturm – Ein Zeuge der Stadtgeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart, Pferdestraße 6 (keine Führung, der Beginenturm ist von 15 bis 17 Uhr zu besichtigen; MitarbeiterInnen stehen in dieser Zeit für Auskünfte bereit; das Historische Museum ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet, Eintritt an diesem Tag frei).
Ausblick von der Waterloosäule

Ausblick von der Waterloosäule

Informationen zur Waterloosäule:

Die Siegessäule wurde in den Jahren von 1825 bis 1832 nach einem Entwurf von Georg Ludwig Friedrich Laves auf dem Waterlooplatz errichtet. Von dem knapp 47 Meter hohen Denkmal haben die BesucherInnen einen guten Rundumblick über die Altstadt, das Neue Rathaus, die Calenberger Neustadt, Linden und bei gutem Wetter auch bis zum Deister.

Informationen zur Führung im Museum August Kestner:

Gold, Elfenbein und Kristalle, die Reliquien und Reliquiare des Schatzes der Goldenen Tafel aus St. Michaelis zu Lüneburg beeindrucken ihre BetrachterInnen heute wie vor 500 Jahren. Die Führung wird dieses einmalige Denkmal mittelalterlicher Glaubensgeschichte in Niedersachsen vorstellen.

Informationen zur Führung in der Stadtbibliothek Hannover:

Der 1929 bis 1931 errichtete Stahlskelettbau wird stilistisch der expressionistischen Architektur zugerechnet. Das zehngeschossige Gebäude ist mit seiner roten Klinkerfassade neben Anzeiger-Hochhaus und Capitol-Hochhaus am Schwarzen Bären ein bedeutender Repräsentant der „roten Backstein-Moderne“ in Hannover. Die BesucherInnen haben die Gelegenheit, die erste Turmbibliothek Deutschlands zu besichtigen und dabei einiges über modernste Bibliothekstechnik – damals und heute – zu erfahren.

Informationen zur Führung im Historischen Museum Hannover:

Das Historische Museum Hannover steht vor großen Veränderungen. Die Dauerausstellung – das Rückgrat des Museums – wird derzeit neu geplant und gebaut. Rund 4.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche sind leergeräumt. Das Gebäude selbst ist ein gewichtiges Baudenkmal: Entworfen vom Architekten Dieter Oesterlen, gilt es als herausragender Museumsbau der 1960er Jahre. Stadtraum und Museumsexponate sollten durch Transparenz der Fassade in eine sichtbare Wechselwirkung treten.

Was bedeutet das Erbe der Ideen Oesterlens für die Neugestaltung des Museums? Wo sind die Qualitäten des Baudenkmals besonders sichtbar, wie werden sie als Potenziale für die Neugestaltung genutzt? Die Führung bietet einen einmaligen Einblick in die Planung des neuen hannoverschen Stadtmuseums und hinter die Kulissen der Umbaumaßnahmen.

Informationen zur Führung im Beginenturm:

Das Baudenkmal Beginenturm ist einer der ganz wenigen erhaltenen mittelalterlichen Gebäude Hannovers. Er hat die Entwicklung der Stadt vom Mittelalter bis in die Gegenwart begleitet und er kann davon erzählen: Das preisgekrönte Sanierungskonzept des Turmes macht dessen Umbau- und Nutzungsspuren – als Wehrturm, Gefängnis, Lager, Kneipe und Wohnung – durch die Geschichte sichtbar. Auf der Aussichtplattform angekommen, bietet sich ein Panoramablick über die Stadt.

Informationen zu den Führungen in den historischen Gebäuden der Herrenhäuser Gärten:

Die Galerie Herrenhausen wurde zwischen 1694 und 1698 von Brand Westermann errichtet, auf Grundlage von Entwürfen des kurpfälzischen Baumeisters Johann Peter Wachter. Das Gebäude diente Repräsentationszwecken, wurde aber auch als Überwinterungshaus für Zitruspflanzen genutzt. Für die Wand- und Deckengestaltung des prunkvollen Festsaals wurde der italienische Architekt und Bühnendekorationsmaler Tommaso Giusti beauftragt. In den Führungen von Dr. Heiko Laß, einem der führenden Experten barocker Wand- und Deckenmalereien, erhalten die BesucherInnen Einblicke in den Galeriefestsaal und erfahren Wissenswertes über die kunstvollen Fresken.

In den frühen 60er Jahren entwarf der dänische Architekt Arne Jacobsen das nach ihm benannte Glasfoyer, das sich heute in zurückhaltender Eleganz an den fürstlichen Blumengarten anschließt. Von 2016 bis 2017 wurden umfassende Sanierungsmaßnahmen an dem Gebäude durchgeführt. Geleitet wurden die Renovierungen vom Architektenbüro Koch Panse Archtiekten BDA aus Hannover. Architektin Anne Panse gibt bei ihren Führungen Einblicke in die Sanierungsarbeiten und die Geschichte dieses Gebäudes, das als eines der wenigen unveränderten Werke Jacobsens in Deutschland erhalten geblieben ist.

Informationen zum Gartenfriedhof:

Historie

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) hatten sich zahlreiche Flüchtlinge vor dem Aegidientor angesiedelt. Mit dem Anbau und dem Verkauf der auf Nutzgartenparzellen angebauten Gartenfrüchte an die Stadtbevölkerung bestritten sie ihren Unterhalt.

1741 erwarb der Magistrat der Stadt außerhalb der Stadtmauern vor dem Aegidientor ein rund 15.000 Quadratmeter großes Grundstück. Darauf richtete er einen Friedhof für die hier ansässigen, sogenannten Gartenleute ein – den ersten städtischen Friedhof Hannovers. Der Gartenfriedhof war noch nicht, wie spätere städtische Friedhöfe, durch ordnende Strukturen gegliedert, sondern erhielt lediglich zweckmäßige Erschließungswege und eine Einfriedungshecke.

1749 wurden auf dem Friedhof die erste Kirche, die Gartenkirche, und ein Pfarrhaus errichtet. In der Folge entwickelte sich der Gartenfriedhof als beliebter Bestattungsort der bürgerlichen und gebildeten Gesellschaft Hannovers. 1864 musste der Friedhof nach einer 123-jährigen Nutzungsphase geschlossen werden, weil kein Platz für Neubelegungen bestand und eine Erweiterung der Fläche nicht möglich war.

Nachdem Ende des 19. Jahrhunderts das erste Stadtgartenamt mit Julius Trip als Direktor gegründet wurde, begann die sukzessive Entwicklung der bis etwa 1895 im ursprünglichen Erscheinungsbild belassenen Bestattungsfläche zu einer öffentlichen Grünfläche. Unter Wahrung des Friedhofscharakters wurden Wege angelegt, Aufenthaltsbereiche geschaffen und Gehölzaufwuchs entfernt. Noch davor war die alte Gartenkirche abgerissen worden. Die neu gebaute evangelische Gartenkirche St. Marien wurde 1891 eingeweiht.

Während der Weltkriege blieben der wertvolle Baumbestand und die meisten Grabsteine des Gartenfriedhofs weitgehend von Zerstörungen verschont. Dennoch büßte der Friedhof 1938 den umlaufenden Metallgitterzaun sowie zahlreiche Grabeinfassungen aus Metall ein, die zu Kriegszwecken eingeschmolzen wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand der Gartenfriedhof als eine von wenigen öffentlichen Grünfläche inmitten der stark zerstörten Stadt zur Verfügung.

Zur Schonung der historisch bedeutenden Anlage ließ das Garten- und Friedhofsamt in den 1950er Jahren Wege befestigen, Rasenflächen neu einsäen, Grabsteine restaurieren und einen Spielplatz mit Sandkasten am östlichen Rand anlegen. Durch einen Straßenausbau 1955 reduzierte sich die Grünfläche allerdings auf 8.000 Quadratmeter.

Umgang mit Grabmalen

Trotz aller Verluste konnte der ehemalige Gartenfriedhof mit seinen qualitätvollen Grabmalen aus dem 18. und 19. Jahrhundert nach der Auflassung seine ursprüngliche Gestalt im Wesentlichen erhalten. Aus diesem Grund wurde er, als Ensemble mit den Grabsteinen, der Kirche und dem Pfarrhaus, im Jahr 1987 unter Denkmalschutz gestellt.

Heute übernimmt der kleine Park in der dicht bebauten Innenstadt Hannovers eine wichtige Funktion als attraktive Grün- und Erholungsfläche für AnwohnerInnen und BesucherInnen. Die imposanten steinernen Grabmonumente und das Miteinander von Natur und Kultur machen den besonderen Reiz dieser Grünanlage aus.

Der Gartenfriedhof beeindruckt vor allem durch die noch erhaltenen Grabmale, die zeittypische Dokumente von stadtgeschichtlicher, künstlerischer und kultureller Bedeutung sind. Zahlreiche hannoversche Persönlichkeiten aus der Zeit des 18. und 19. Jahrhunderts wurden hier bestattet.

Unter den 364 bis heute erhalten gebliebenen Grabsteinen sind auch mindestens fünf Grabzeichen von ehemaligen „Gartenleuten“ mit Aufschriften wie „Hier ruht der Gartenmann …“ Ehlers, Dühlmeyer, Bremer usw. zu finden. Die Bezeichnung Gartenmann trugen einzelne Gartenleute demnach noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Etwa 75 Prozent der Grabsteine des Gartenfriedhofs sind im klassizistischen Stil errichtet und ahmen als Säulen, Obelisken, Sarkophage, Altäre und Portale die Antike nach. Auch die dargestellten Symbole und Embleme, darunter zahlreiche Schmetterlinge, Schlangen, Kränze etc., sind Stilmittel des Klassizismus.

Die jüngeren, ab etwa 1840 errichteten Grabmale des Gartenfriedhofs weisen Stilmittel der Romantik auf. Sie sind an ihren meist emporstrebenden neugotischen Formen mit spitzen Türmchen und Bögen zu erkennen und machen etwa 20 Prozent des Grabmalbestands aus.

Behörden sowie zahlreiche Institutionen, SpenderInnen, PatInnen haben in der Vergangenheit am Erhalt des Gartendenkmals mitgewirkt. Grabsteine wurden saniert und Flächen instandgesetzt. Die neue Broschüre, die neuen Informationsschilder sowie die denkmalgerechte Zaunschließung an der Ecke Warmbüchen-Marienstraße sollen die Wertschätzung des Gartenfriedhofs erhöhen und Interesse am überlieferten Kulturgut wecken.

Bestattete Persönlichkeiten

Auf dem Gartenfriedhof wurden unter anderen folgende Persönlichkeiten bestattet:

  • der couragierte Stadtdirektor Rudolph Philipp Wilhelm Rumann (in der Broschüre mit Nummer 2 markiert), der sich zusammen mit den Göttinger Sieben gegen die Aufhebung des liberalen Staatsgrundgesetzes erhob und dafür eine Gefängnisstrafe bekam,
  • der Keilschriftentzifferer und Direktor des Lyzeums, aus dem das Ratsgymnasium hervorging, Dr. Georg Friedrich Grotefend (Nummer 6),
  • der Hofzimmermeister Heinrich Andreas Jakob Lutz (11), dessen Vater als Zimmermann beim Bau der ersten Gartenkirche mitwirkte und dessen Grab wegen seiner missverständlichen Inschrift als „Menschenfressergrab“ berühmt wurde,
  • der als Maler hannoverscher Genreszenen und Landschaftspanoramen berühmt gewordene Hofmaler Johann Heinrich Ramberg (18),
  • der Architekt des Welfenschlosses und des Henriettenstifts an der Marienstraße, Christian Heinrich Tramm (19),
  • die international wissenschaftlich anerkannte Astronomin Caroline Herschel (21),
  • Charlotte Sophie Henriette Kestner (29), die Jugendliebe Goethes, der sie als Lotte im Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ verewigte, und Mutter namhafter Nachkommen,
  • die jung verstorbene Henriette Juliane Caroline von Rüling (32), deren Grabplatten von einer Birke verschoben wurden, obwohl ihr Grab „niemals geöffnet werden dürfe“, sowie
  • der frühere Abt von Loccum und Gründer der Landschaftlichen Brandkasse, Georg Wilhelm Ebell (35).
Herz & Hirn statt Hetze

Hannover setzt ein Zeichen gegen Rassismus

Über 3000 Teilnehmer waren beim Friedensweg dabei. Die HAZ schrieb am Freitag noch das die Polizei nach Angaben der Veranstalter mit 60 Teilnehmern rechnet. Da hat Hannover doch ein deutliches Zeichen gesetzt, das Rassismus in vielen Teilen der Gesellschaft nicht akzeptiert wird! #wirsindmehr auch in Hannover

Kronsberg-Süd

Erster Spatenstich für das Neubaugebiet Kronsberg-Süd

Kronsberg-Süd

Kronsberg-Süd

Am südlichen Kronsberg ist mit dem heutigen Tag Niedersachsens größtes Neubaugebiet mit rund 3.500 Wohnungen im Bau. Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) hat unter Beteiligung von Öffentlichkeit und Wohnungswirtschaft ein Bebauungskonzept entwickelt, das mit Ratsbeschluss im Juni in Baurecht umgesetzt wurde. Als Voraussetzung für private Erschließungs- und Hochbauaktivitäten beginnt die LHH jetzt mit dem Bau der zukünftigen Hauptstraße, die Kattenbrookstrift und EXPO-Plaza verbinden wird.

Oberbürgermeister Stefan Schostok hat heute (31. August) gemeinsam mit Stadtbaurat Uwe Bodemann und den Vertretern der Interessengemeinschaft Mitte Dirk Streicher (Vorstandsvorsitzender der Delta Bau AG), Ralf Traupe (Geschäftsführer der meravis Wohnungsbau- und Immobilien GmbH) und Christian Wedler (Leiter der Geschäftsstelle Nord und Mittelhessen der GWH Wohnungsgesellschaft mbH) von der Interessengemeinschaft Nord sowie Bezirksbürgermeister Bernd Rödel den ersten symbolischen Spatenstich für den Beginn der Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet gesetzt.

„Nach dem Abriss des Wasserhochbehälters ist der Beginn der Bauarbeiten für die zukünftige Hauptstraße der nun erste vor Ort sichtbare Schritt in Richtung Zukunft. Das Neubaugebiet Kronsberg-Süd ist das derzeit größte Wohnungsbauvorhaben in Niedersachsen. Wir erhoffen uns durch dessen Umsetzung einen erheblich entlastenden Effekt auf den Wohnungsmarkt in Hannover“, so Oberbürgermeister Stefan Schostok.

Der Spatenstich steht für den Bau der Haupterschließungsstraße, darüber hinaus markiert er jedoch auch den Startschuss für die Errichtung des gesamten Wohngebietes. Die LHH errichtet die Hauptstraße sowie den zentralen Park und die Grundschule inklusive angrenzendem öffentlichem Quartiersplatz. Die Interessengemeinschaften (IGs) bauen die Erschließungsstraßen der Quartiere, jeweils einen Quartiersplatz sowie die Hochbauten inklusive sechs Kitas. Insgesamt wird seitens der IGs innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren die Realisierung von 2.500 Wohnungen angestrebt, wovon mindestens 25 Prozent gefördert sind. Es existiert eine vertragliche Verpflichtung, wonach mindestens die Hälfte (1.250 Wohnungen) innerhalb dieses Zeitraums fertiggestellt werden muss.

Der Straßenbau von insgesamt 1,36 Kilometern Länge beginnt mit Erdarbeiten, für die eine Auftragssumme von rund 1,3 Millionen Euro veranschlagt ist. Auf einer Gesamtfläche von circa 55.000 Quadratmetern müssen rund 40.000 Kubikmeter Boden abgetragen werden. Die Fertigstellung der Erdarbeiten ist für November 2018 vorgesehen. Im Anschluss wird der Leitungsbau durch die Stadtentwässerung sowie die enercity AG erfolgen. Diese Arbeiten sollen im Herbst 2019 abgeschlossen sein. Wenn im Anschluss die Baustraße fertiggestellt wird, beginnen die Erschließungsträger Nord und Mitte mit den Erschließungsarbeiten in den Quartieren und der Errichtung der ersten Gebäude. Ihre endgültige Gestalt mit Fuß- und Radwegen, Stellplätzen und Bäumen erhält die Straße, wenn alle angrenzenden Wohnhäuser errichtet sind.

Die ersten Häuser werden zwischen der Stadtbahnverbindung der Linie 6 und der künftigen Hauptstraße entstehen. Grund dafür ist, dass diese am frühesten erschlossen werden können und als Lärmschutz fungieren sollen. Hierzu zählt auch ein Nahversorgungzentrum an der Stadtbahnhaltestelle Messe/Ost (EXPO-Plaza).

Die Baustellenverkehre aus dieser und den folgenden Baumaßnahmen werden über die Emmy-Noether-Allee und den naheliegenden Messeschnellweg abgewickelt. Somit ist gewährleistet, dass die umliegenden Wohnquartiere nicht mit zusätzlichen Baustellenverkehren belastet werden.

Informationsveranstaltung im September

Am Mittwoch, 26. September, lädt die LHH ab 18 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr) zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung zum Neubaugebiet Kronsberg-Süd in das Stadtteilzentrum KroKuS, Thie 6, ein. Die Veranstaltung baut auf die insgesamt vier Versammlungen auf, die bereits in den Jahren 2016 und 2017 stattfanden. Im Rahmen dieses Termins werden sich die IGs vorstellen und insbesondere über die laufenden Hochbauwettbewerbe berichten. Darüber hinaus wird das Tiefbauamt die Hauptstraßenplanung präsentieren. Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün wird über die kommenden Schritte zum Parkentwurf sowie ein Zwischennutzungskonzept für die Fläche des zukünftigen Parks informieren.

Hintergrundinformationen

Der Rat der Landeshauptstadt Hannover hat die Verwaltung im Jahr 2014 beauftragt, die bereits im Flächennutzungsplan als Wohnbauland dargestellte Fläche entgegen der im Wohnkonzept 2025 festgelegten Zeitplanung frühzeitiger ab 2017/2018 zu entwickeln. 2018 soll der erste Hochbauwettbewerb entschieden werden. Nach dem Abschluss der gemeinsamen Vorbereitungen der Landeshauptstadt Hannover und Vertretern der Wohnungswirtschaft wurden im März 2018 die Kaufverträge für die Projektareale Nord und Mitte des Neubaugebietes Kronsberg-Süd unterzeichnet.

Das 1994 eingeleitete Bebauungsplanverfahren wurde nicht weitergeführt, da die Nachfrage nach Wohnungen damals mit den Projekten am Kronsberg-Nord und -Mitte befriedigt werden konnte. Aus diesem Grund endet die Kronsberg-Bebauung derzeit südlich der IGS Kronsberg mit dem Kattenbrookspark. Das neue Wohngebiet soll sich südlich daran anschließen. Die Konturen des geplanten Neubaugebietes sind vor Ort bereits ablesbar: Im Westen grenzen die Gleise der Stadtbahn an, im Süden liegt der Park Agricole, im Osten die Allee am Hugo-Knappworst-Weg. Außerdem ergibt sich an zwei Haltestellen der Stadtbahnlinie 6 (Messe/Ost) die Möglichkeit, das zukünftige Wohngebiet räumlich und funktional mit dem Expo-Park zu verknüpfen.

Veranstaltungen zum 100. Todestag des Dichters Gerrit Engelke

Stadtbibliothek Hannover erinnert an den 100. Todestag des Dichters Gerrit Engelke

Veranstaltungen zum 100. Todestag des Dichters Gerrit EngelkeAm 13. Oktober 2018 jährt sich der 100. Todestag des hannoverschen Dichters Gerrit Engelke (21.10.1890 bis 13.10.1918). In Vorträgen und Lesungen mit Musik, einer Ausstellung und einem Stadtteilspaziergang erinnert die Stadtbibliothek Hannover gemeinsam mit der Stadtakademie an der Neustädter Hof- und Stadtkirche und dem Stadtteilzentrum Lister Turm unter dem Titel „Ich bin nur ein Tropfen…“ an Leben und Werk Engelkes und dessen Bedeutung für die heutige Zeit. Das Programm wird finanziell unterstützt vom Kulturbüro.

Das Programm:

Montag, 3. September, 17 bis 18 Uhr Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Straße 12.

In der Reihe „Stadtbibliothek aufgeschlossen“ Vortrag von Detlef Kasten (Dipl.-Bibl.) über Gerrit Engelke: „Meine Bücher“

400 Titel umfasste Gerrit Engelkes Büchersammlung zeitweilig, bevor er sie aus Not hat verkaufen müssen. Die Titel seiner Bibliothek verzeichnete er auf 40 Pergamentseiten, die er eigenhändig mit ornamentalem Schmuck verzierte. Im Vortrag werden das Bücherverzeichnis zusammen mit überlieferten Bildern und Zeichnungen aus dem Gerrit-Engelke-Nachlass vorgestellt.

29. September bis 3. November, von 11 bis 19 Uhr

Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Straße 12.

Ausstellung „Einer von 600.000“ – Gerrit Engelke, ein Dichter als Zeitzeuge

Die Stadtbibliothek Hannover verwahrt den größten Teil des handschriftlichen Nachlasses von Gerrit Engelke. In seinen Großstadtgedichten und in Briefen an die Eltern hielt er bildhaft das Lebensgefühl und die Lebenswirklichkeit der einfachen Leute im Hannover der 1910er Jahre fest. Mit dem Eintritt in den Ersten Weltkrieg und dem Einsatz an verschiedenen Fronten in Frankreich und Russland wurde er zum Zeitzeugen für das Leben und Sterben im ersten industriell geführten Krieg. Vier Wochen vor dem Ende des Ersten Weltkriegs starb er in einem englischen Lazarett auf französischem Boden. Die Ausstellung zeigt Gedichthandschriften, Briefe und Bilder aus dem Nachlass.

Dienstag, 9. Oktober, 19.30 Uhr

Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Straße 12.

Lesung „Ich weiß: Ich bin ein Leben.“ Gedichte und Biographie Gerrit Engelkes

Rudolf Linder, Maggie Tschörner, Wolfgang Grote Musikalische Umrahmung: Monika Herrmann (Cello)

Der in Hannover geborene Dichter Gerrit Engelke verbrachte den größten Teil seines Lebens in seiner Heimatstadt. Sein Leben endete im Ersten Weltkrieg bei einem Einsatz in Nordfrankreich. In der Lesung wird anhand von Gedichten, Auszügen aus Briefen und Erinnerungstexten aus Engelkes persönlichem Umfeld über sein Leben und seinen Weg zum Dichter berichtet.

Sonnabend, 13. Oktober, 18 Uhr

Leibniz-Saal der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis, Rote Reihe 8.

Gedichte und Vertonungen „Rhythmus des neuen Europa“ – Die Poesie von Gerrit Engelke. Rixa Gohde-Ahrens (Gesang), Cristian Peix (Klavier), Henning Ahrens (Rezitation)

Den Titel „Rhythmus des neuen Europa“ hatte Gerrit Engelke für eine geplante Ausgabe seiner Gedichte gewählt, die er wegen

seines frühen Todes nicht mehr vollenden sollte. An diesem Abend, seinem 100. Todestag, sollen vorgetragene Gedichte und Texte die Poesie und Ideenwelt Engelkes wieder lebendig werden lassen. Außerdem erklingen Vertonungen einiger seiner Gedichte, die ganz verschiedene Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts zur musikalischen Umsetzung inspiriert haben.

Donnerstag, 25. Oktober, 16 bis 18 Uhr

Stadtteilzentrum Lister Turm, Treffpunkt: Eingang Apostelkirche. Teilnehmerbeitrag sieben Euro, Anmeldung unter Telefon 168-42402.

Stadtteilspaziergang mit Gedichtvortrag: „Ich möchte hundert Arme breiten.“ Gerrit Engelkes Lebensstationen in List und Vahrenwald, Corinna Heins, Historikerin.

Donnerstag, 22. November, 19.30 Uhr

Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Straße 12, Eintritt fünf Euro

Vortrag „Menschheitspathos, Großstadtlärm und Weltbürgertum“ Gerrit Engelke – ein vergessener Dichter aus Hannover, Prof. Dr. Florian Vaßen, Leibniz Universität Hannover.

Gerrit Engelke ist selbst in Hannover, seiner Heimatstadt, weitgehend unbekannt. Viele Dichter werden im Laufe der Zeit

vergessen, einst berühmte ebenso wie eher unbekannte oder verkannte. Die Ursachen sind vielfältig: Tagesaktualität, gesellschaftliche Veränderungen, neue Literaturströmungen, andere Schreibweisen und daraus folgend ein modifiziertes Interesse in der Literaturkritik und bei den LeserInnen. Warum also heute Engelke lesen? Die gängigen Charakterisierungen lauten Arbeiterdichter, Feierabendlyriker, Expressionist, aber – zumindest zu seiner Zeit – auch „kongeniales Talent“ und sogar „Lichtgestalt“. Die meisten seiner Gedichte sind uns heute fremd, eine Fremdheit, die uns allerdings durchaus neugierig machen sollte. Gerrit Engelkes Werke sind voller Widersprüche, sachliches Beschreiben steht zum Beispiel neben idealistischem Menschheitspathos. Immerhin ist er Zeitzeuge der hannoverschen Stadtgeschichte und auch sein Pazifismus und seine Orientierung an Europa sind heute noch von Bedeutung.